Justizvollzugsanstalt Rothenfeld

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Justizvollzugsanstalt Rothenfeld
Justizvollzugsanstalts-Information
Name Justizvollzugsanstalt Rothenfeld
Bezugsjahr 1938
Haftplätze 109

Die Justizvollzugsanstalt Rothenfeld ist eine JVA des Freistaates Bayern im Andechser Ortsteil Rothenfeld. Sie ist verwaltungs- und versorgungsmäßig der JVA Landsberg angegliedert.

Die Haftanstalt hat eine Belegungsfähigkeit von derzeit 109 Haftplätzen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rothenfeld diente bis 1966 als Frauengefängnis, nach der Verlegung der Anstalt nach Aichach wurde Rothenfeld zur Freigängeranstalt der JVA Landsberg umgewandelt.

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gelände, auf dem heute die JVA Rothenfeld steht, wurde 1474 als Einöde vom Kloster Andechs unter Abt Stöcklin gekauft. Die darauf erbauten Gebäude wurden im Dreißigjährigen Krieg 1632 von den Schweden ausgeraubt und niedergebrannt.

1705 erfolgte durch die Herren von Andechs ein Neubau als Sommersitz. Die Grundform des Hauses war bereits dieselbe wie heute. Ab 1803 ging Rothenfeld im Zuge der Säkularisation während des folgenden Jahrhunderts durch mehrere Hände und wurde dabei unter anderem als Champignon-, bzw. als Pferdezucht genutzt. Das Kloster Andechs kaufte Rothenfeld 1905 zurück und errichtete dort eine Erziehungsanstalt für 130 Knaben im Alter von 9 bis 18 Jahren, die sogenannte Gregorius–Erziehungsanstalt. Erster Abt war damals Gregor Danner.

Heutige Anlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1907 bis 1910 erfolgte der Neubau im Pavillonstil, es wurden Wohngruppen mit jeweils 12 bis 15 Zöglingen eingerichtet. 1933 wurde die Anlage – ohne ihre Wälder – an die Ordensgemeinschaft der Redemptoristen verkauft. Sie wurde zur Hochschule für 40 bis 60 Kleriker und musste bereits 1937 nach Verurteilung des Redemptoristenordens wegen angeblichen Devisenschmuggels für 65.000 Reichsmark an den Staat abgetreten werden. Ein Jahr später erfolgte dann erstmals die Nutzung als Gefängnis, es wurde nach einem Umbau als Frauengefängnis für rund 370 Gefangene genutzt, aus dem wiederum nur fünf Jahre später ein Frauenjugendgefängnis wurde.

1965 wurden Landwirtschaft und Forst der JVA Landsberg unterstellt, ein Jahr später die bisher selbstständige JVA Rothenfeld zur Landsberger Außenstelle umfunktioniert. Von 1968 bis zur Strafrechtsreform 1977 diente Rothenfeld dann als Männergefängnis für Verkehrsdelikte.

Mit einem Ausbau im Jahre 1972 wurde Rothenfeld zur zentralen Ausbildungsstätte für Maschinenbauer. Ein Jahr später, am 18. März 1973 brannte der Rinderstall nieder, der ab 1976 wieder aufgebaut wurde. Es folgte 1982 der Neubau eines Unternehmerbetriebes (Csongradi) am Standort Rothenfeld. 1985 entstand ein Freigängerhaus für 31 Gefangene, bis 1988 folgten weitere Umbauarbeiten im Haupthaus. Seit 1995 ist in Rothenfeld eine Arbeitstherapie (LF – Wohngruppe mit 12 Gefangenen) eingerichtet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerhard Schober: Landkreis Starnberg (= Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege [Hrsg.]: Denkmäler in Bayern. Band I.21). 2. Auflage. München/Zürich 1991.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Justizvollzugsanstalt Rothenfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 47° 58′ 10″ N, 11° 13′ 9″ O