Königlich Bayerisches 2. Feldartillerie-Regiment „Horn“

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Das 2. Feldartillerie-Regiment „Horn“ war ein Artillerieregiment der Bayerischen Armee.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Regiment wurde am 11. Oktober 1824 aus dem 2., 4. und einem Reserve-Bataillon des vormaligen Artillerie-Regiments mit zwölf Kompanien gebildet. 1827 wurde das 2. Artillerieregiment nach Würzburg verlegt.[1] 1841 erweiterte man das Regiment auf vierzehn, 1848 auf fünfzehn Kompanien. Erster Regimentsinhaber war ab 1. November 1839 Generalleutnant Karl von Zoller, dessen Namen das Regiment als Zusatz führte. Dieser Zusatz entfiel mit dem Tod des Regimentsinhabers. Stattdessen wurde es während der inhaberlosen Zeit als „vacant“ bezeichnet.

Zusammen mit dem 11. Feldartillerie-Regiment bildete es seit Oktober 1901 die 4. Feldartillerie-Brigade. Friedensstandort beider Regimenter war Würzburg.

Deutscher Krieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während des Kriegs gegen Preußen kam das Regiment im Mainfeldzug zum Einsatz.

Deutsch-Französischer Krieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Deutsch-Französischen Krieg war das Regiment als Korpsartillerie dem II. Armee-Korps zugeordnet. Es war an den Schlachten bei Wörth, Sedan, an der Lisaine und der Beschießung von Bitsch beteiligt. Außerdem kam das Regiment bei der Einschließung und Belagerung von Paris sowie der Belagerung von Belfort zum Einsatz.

Erster Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs machte das Regiment am 2. August 1914 mobil. Es nahm zunächst an den Grenzgefechten und der Schlacht in Lothringen teil, kämpfte bei Nancy-Épinal und ging nach der Schlacht an der Somme in den Stellungskrieg über. Dieser wurde im November 1914 durch die Schlacht bei Ypern unterbrochen. Seit Ende Dezember 1914 in Flandern und im Artois liegend, nahm das Regiment 1915 an der Frühjahrs- und Herbstschlacht bei La Bassée und Arras. Im August/September 1916 folgte die Schlacht an der Somme. Ab Ende Februar 1917 unterstand das Regiment kurzzeitig dem neugebildeten Artilleriekommandeur der 4. Infanterie-Division und war dann vom 11. März bis 29. Juni 1917 bei der Heeresfeldartillerie. Anschließend wurde es wieder dem Artilleriekommandeur Nr. 4 unterstellt und beteiligte sich unter dessen Führung u. a. an den Schlachten bei Messines, Cambrai und um den Kemmelberg.

Verbleib[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Kriegsende marschierte die Reste des Regiments nach Würzburg zurück, wo ab Dezember 1918 die Demobilisierung erfolgte. Die III. Abteilung wurde bereits am 24. Dezember 1918 und das Regiment schließlich Ende März 1919 aufgelöst. Aus Teilen bildeten sich verschiedene Freiformationen. Die ehemalige 2. Batterie formierte sich zur Freiwilligen-Batterie Thelemann; aus der II. Abteilung entstand die Freiwilligen-Batterie Aschenbrandt und außerdem bildeten sich noch die 1., 2. und 3. Volkswehr-Batterie. Nach der Bildung der Vorläufigen Reichswehr gingen diese Einheiten im Reichswehr-Artillerie-Regiment 23 auf.[2]

Die Tradition übernahm in der Reichswehr durch Erlass des Chefs der Heeresleitung General der Infanterie Hans von Seeckt vom 24. August 1921 die 1. Batterie des 7. (Bayerisches) Artillerie-Regiments in Würzburg. In der Wehrmacht wurde die Tradition durch die II. Abteilung des Artillerieregiments 93 fortgeführt.

Regimentsinhaber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dienstgrad Name Datum[3]
Generalleutnant Karl von Zoller 01. November 1839 bis 26. August 1849
Generalleutnant Ludwig von Lüder 24. November 1852 bis 6. März 1862
Feldzeugmeister Karl von Brodesser 05. Mai 1870 bis 2. Februar 1876
General der Infanterie Karl von Horn 21. August 1884 bis Auflösung

Kommandeure[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1872 führten die Kommandeure die Bezeichnung Oberstkommandant.

Dienstgrad Name Datum[4]
Ignaz Göschl 11. Oktober 1824 bis 8. Oktober 1825
Karl von Caspers 09. Oktober 1825 bis 19. Januar 1840
Franz von Hofstellen 20. Januar 1840 bis 24. Oktober 1842
Franz Eduard von Weishaupt 25. Oktober 1842 bis 30. März 1848
Baptist von Roppelt 31. März 1848 bis 5. November 1849
Joseph von Poellath 06. November 1849 bis 24. Juni 1854
Xaver Hamel 25. Juni 1854 bis 8. Mai 1859
Oberst Gustav von Reibeld 09. Mai 1859 bis 21. Oktober 1861
Oberst Maximilian von Steinsdorf 22. Oktober bis 19. Mai 1866
Fedor Schultze 20. Mai 1866 bis 24. Dezember 1867
Oberst Johann von Pillement 25. Dezember 1867 bis 12. November 1871
August von Feilitzsch 13. November 1871 bis 30. April 1873
Oberst Carl Brandt 01. Mai 1873 bis 10. April 1874
Karl Hollenbach 17. Juli 1874 bis 1. April 1877
Ernst von Büller 02. April 1877 bis 30. November 1878
Franz von Will 01. Dezember 1878 bis 11. September 1883
Maximilian von Speck 12. September 1883 bis 25. Oktober 1886
Joseph Mayr 26. Oktober 1886 bis 7. März 1889
Wilhelm Jamin 08. März 1889 bis 29. Oktober 1889
Emil von Stengel 30. Oktober 1889 bis 30. Mai 1895
Maximilian von Gerstner 31. Mai 1895 bis 19. April 1898
Friedrich von Lobenhoffer 20. April 1898 bis 18. September 1900
Kaspar Häusler 19. September 1900 bis 30. September 1901
Moritz Vogl 01. Oktober 1901 bis 2. April 1903
Franz von Guttenberg 03. April 1903 bis 18. April 1905
Eugen Schmid 19. April 1905 bis 19. November 1907
Oskar von Etzel 20. November 1907 bis 23. Juli 1911
Wilhelm Langhäuser 24. Juli 1911 bis 3. November 1914
Major Eugen Peringer 04. November bis 19. Dezember 1914 (mit der Führung beauftragt)
Major Friedrich von Oelhafen 20. Dezember 1914 bis 25. April 1915 (mit der Führung beauftragt)
Major Friedrich Ris 26. April bis 28. Juni 1915 (mit der Führung beauftragt)
Oberstleutnant Hugo Gramich 29. Juni bis 11. Dezember 1915 (mit der Führung beauftragt)
Major Friedrich Ris 12. Dezember 1915 bis 28. April 1916 (mit der Führung beauftragt)
Major Friedrich von Luxburg 29. April 1916 bis 11. Mai 1918 (mit der Führung beauftragt)
Oberstleutnant Ludwig Pöllmann 12. Mai 1918 bis 25. März 1919

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sybille Grübel: Zeittafel zur Geschichte der Stadt von 1814–2006. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände, Band I-III/2, Theiss, Stuttgart 2001–2007; III/1–2: Vom Übergang an Bayern bis zum 21. Jahrhundert. Band 2, 2007, ISBN 978-3-8062-1478-9, S. 1225–1247; hier: S. 1226.
  2. Jürgen Kraus: Handbuch der Verbände und Truppen des deutschen Heeres 1914–1918. Teil IX: Feldartillerie. Band 1. Verlag Militaria. Wien 2007, ISBN 978-3-902526-15-1. S. 497f.
  3. Günter Wegmann (Hrsg.), Günter Wegner: Formationsgeschichte und Stellenbesetzung der deutschen Streitkräfte 1815–1990. Teil 1: Stellenbesetzung der deutschen Heere 1815–1939. Band 3: Die Stellenbesetzung der aktiven Regimenter, Bataillone und Abteilungen von der Stiftung bzw. Aufstellung bis zum 26. August 1939. Kavallerie, Artillerie, Pioniere, Kraftfahr- und Fahr-Abteilungen, Panzertruppe, Verkehrstruppe und Nachrichten-Abteilungen. Biblio Verlag. Osnabrück 1993, ISBN 3-7648-2413-1. S. 441.
  4. Günter Wegmann (Hrsg.), Günter Wegner: Formationsgeschichte und Stellenbesetzung der deutschen Streitkräfte 1815–1990. Teil 1: Stellenbesetzung der deutschen Heere 1815–1939. Band 3: Die Stellenbesetzung der aktiven Regimenter, Bataillone und Abteilungen von der Stiftung bzw. Aufstellung bis zum 26. August 1939. Kavallerie, Artillerie, Pioniere, Kraftfahr- und Fahr-Abteilungen, Panzertruppe, Verkehrstruppe und Nachrichten-Abteilungen. Biblio Verlag. Osnabrück 1993, ISBN 3-7648-2413-1. S. 442f.