Königlich Bayerisches 1. Fußartillerie-Regiment „vakant Bothmer“

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Das 1. Fußartillerie-Regiment „vakant Bothmer“ war ein Verband der Fußartillerie-Brigade der Bayerischen Armee.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Regiment wurde am 1. Januar 1873 in Ingolstadt in einer Stärke von zwei Bataillonen zu vier Kompanien durch Ausscheiden der Festungsabteilungen aus dem 1. und 3. Feldartillerie-Regiment gebildet. Am 11. Dezember 1908 wurden die Kompanien in Batterien umbenannt.

Erster und einziger Regimentsinhaber war ab 5. Juli 1875 der spätere General der Infanterie Friedrich von Bothmer, dessen Namen das Regiment als Zusatz führte. Nach seinem Tod am 29. Juli 1886 erhielt es die Bezeichnung 1. Fußartillerie-Regiment „vakant Bothmer“.

Letzte Friedensstandorte des Regiments waren Neu-Ulm (I. Bataillon) und München (II. Bataillon).

Erster Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs wurde das Regiment aufgeteilt: Das II. Bataillon war dem I. Armee-Korps der 6. Armee, das I. Bataillon dem II. Armee-Korps der 6. Armee jeweils als Korpsartillerie zugeteilt.

Das II. Bataillon nahm unter anderem an den Kämpfen bei Verdun, Artois, Monchy-Cambrai/Bapaume und Arras teil.

Verbleib[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Kriegsende wurden die Reste des Regiments demobilisiert und im Februar 1919 schließlich aufgelöst.

Die Tradition übernahm in der Reichswehr durch Erlass des Chefs der Heeresleitung General der Infanterie Hans von Seeckt vom 24. August 1921 die 5. Batterie des 7. (Bayerisches) Artillerie-Regiments in München. In der Wehrmacht wurde die Tradition durch die I. Abteilung des Artillerieregiments 43 in Landshut fortgeführt.

Kommandeure[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dienstgrad Name Datum[1]
Oberst Karl von Neubeck 01. Januar 1873 bis 26. November 1876
Oberst Franz von Stengel 27. November 1876 bis 20. Juli 1877
Oberst Viktor Gramich 21. Juli 1877 bis 1. März 1881
Oberst Frido Blume 02. März 1881 bis 2. März 1886
Oberstleutnant/Oberst Ludwig Reinhard 03. Oktober 1886 bis 9. Mai 1891
Oberst Adam Betzel 10. Mai 1891 bis 14. November 1895
Oberstleutnant/Oberst Gustav von Imhoff 15. November 1895 bis 16. Oktober 1897
Oberst Karl Belleville 28. Oktober 1897 bis 19. Juni 1898
Oberstleutnant Philipp Müller 20. Juni 1898 bis 26. September 1899
Oberst Moritz Ratzinger 27. September 1899 bis 25. Dezember 1900
Oberst Friedrich Deppert 26. Dezember 1900 bis 7. September 1902
Oberst Oskar Menzel 08. September 1902 bis 19. August 1905
Oberst Otto Hüther 20. August 1905 bis 24. August 1907
Oberst Otto Kreppel 25. August 1907 bis 14. Dezember 1911
Oberst Wilhelm Köhl 15. Dezember 1911 bis 30. September 1913
Major/Oberstleutnant Eduard Gartmayr 01. Oktober 1913 bis 29. August 1916
Oberstleutnant Edmund List 30. August 1916 bis 25. Dezember 1918
Oberst Eduard von Gartmayr 26. Dezember 1918 bis Januar 1919

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Günter Wegmann (Hrsg.), Günter Wegner: Formationsgeschichte und Stellenbesetzung der deutschen Streitkräfte 1815–1990. Teil 1: Stellenbesetzung der deutschen Heere 1815–1939. Band 3: Die Stellenbesetzung der aktiven Regimenter, Bataillone und Abteilungen von der Stiftung bzw. Aufstellung bis zum 26. August 1939. Kavallerie, Artillerie, Pioniere, Kraftfahr- und Fahr-Abteilungen, Panzertruppe, Verkehrstruppe und Nachrichten-Abteilungen. Biblio Verlag. Osnabrück 1993. ISBN 3-7648-2413-1. S. 454f.