Kümmel (Gattung)

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Kümmel
Echter Kümmel (Carum carvi)

Echter Kümmel (Carum carvi)

Systematik
Asteriden
Euasteriden II
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Gattung: Kümmel
Wissenschaftlicher Name
Carum
L.

Kümmel (Carum) ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Die etwa 20 Arten sind in den Gemäßigten und subtropischen Gebieten der Alten Welt verbreitet.[1]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Carum-Arten sind oft zweijährige oder kurzlebende ausdauernde, krautige Pflanzen.[1] Die Grundblätter sind in Blattscheide, Blattstiel und -spreite gegliedert.[1] Die Laubblätter sind zwei- oder dreifach gefiedert.[2]

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die doppeldoldigen Blütenstände können Hüllen und Hüllchen besitzen.[2]

Die fünfzähligen Blüten sind zwittrig oder teilweise rein männlich, mit meistens doppelter Blütenhülle und sie sind oft protandrisch. Die Kelchblätter sind unauffällig oder können auch ganz fehlen. Die Kronblätter können weiß, rosafarben oder rot sein, sie sind gerundet verkehrt-eiförmig und tief eingeschnitten, sie weisen zudem einen nach innen gebogenen Lappen auf. Die fünf Staubblätter sind meist frei. Das Stylopodium (Griffelpolster) auf dem unterständigen Fruchtknoten ist kissenförmig und besitzt einen abgeflachten, gewellten Rand. Die meist kurzen, zurückgebogenen Griffel enden in einer kleinen, kopfigen Narbe.[2]

Die Teilfrüchte (Merikarpien) der Spaltfrüchte sind länglich und längs leicht eingedrückt. Ihre Längsrippen sind stumpf und ihre Tälchen (Valleculae) sind breit und bestehen aus einem Kanal, zur Vereinigungsstelle hin aus zwei Kanälen. Die Fruchthalter (Karpophor) sind im oberen Teil geteilt.[2]

Echter Kümmel (Carum carvi)

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gattung Carum wurde durch Carl von Linné aufgestellt.

Die Gattung Carum ist in den Gemäßigten Gebieten der Alten Welt verbreitet. In China kommen vier Arten vor, eine davon nur dort.[1]

Es gibt mindestens 20 Arten:

Die etwa drei Arten der Gattung Hellenocarum H.Wolff und der neuen Gattung Neomuretia Kljuykov, Degtjareva & Zakharova (sie enthält nur zwei Arten) gehören seit 2016 nicht mehr in die Gattung Carum:[6]

Nicht mehr in die Gattung Carum gestellt werden:

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Kümmel (Carum) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g Pu Fading (溥发鼎 Pu Fa-ting), Mark F. Watson: In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China, Volume 14 - Apiaceae through Ericaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2005, ISBN 1-930723-41-5. Carum Linnaeus, S. 81 - textgleich online wie gedrucktes Werk.
  2. a b c d Genus 1006. Carum L. In: B.K. Shishkin (Hrsg.): Flora of the U.S.S.R. (Flora SSSR). Band 16–17, Izdatel'stvo Akademii Nauk SSSR, Moskau, Leningrad, 1950, translated from Russian, Israel Program for Scientific Translations, Jerusalem 1973. S. 277–285. eingescannt bei biodiversitylibrary.org.
  3. a b c d e f g h i j k l m n o p q R. Hand (2011): Apiaceae. Datenblatt Carum – In: Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.
  4. a b Carum im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 8. Mai 2018.
  5. a b c d e f Datenblatt Carum bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science.
  6. a b c d e f Ekaterina A. Zakharova, Eugene V. Kljuykov, Galina V. Degtjareva, Tahir H. Samigullin, Uliana A. Ukrainskaya, Stephen R Downie: A taxonomic study of the genus Hellenocarum H. Wolff (Umbelliferae-apioideae) based on morphology, fruit anatomy, and molecular data. In: Turkish Journal of Botany, Volume 40, Issue 2, 2016 S. 176–193. doi:10.3906/bot-1504-40