Kępno

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Kępno (Begriffsklärung) aufgeführt.
Kępno
Wappen von Kępno
Kępno (Polen)
Kępno
Kępno
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Großpolen
Powiat: Kępno
Fläche: 7,70 km²
Geographische Lage: 51° 17′ N, 17° 59′ OKoordinaten: 51° 17′ 0″ N, 17° 59′ 0″ O
Einwohner: 14.507
(30. Jun. 2015)[1]
Postleitzahl: 63-600
Telefonvorwahl: (+48) 62
Kfz-Kennzeichen: PKE
Wirtschaft und Verkehr
Straße: PosenKatowice
BreslauWarschau
Schienenweg: Kreuzburg–Posen
Herby–Kempen
Nächster int. Flughafen: Breslau
Gmina
Gminatyp: Stadt- und Landgemeinde
Fläche: 124,00 km²
Einwohner: 24.718
(30. Jun. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 199 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 3008033
Verwaltung (Stand: 2015)
Bürgermeister: Piotr Psikus[2]
Adresse: ul. Kościuszki 5
63-600 Kępno
Webpräsenz: www.um.kepno.pl



Kępno?/i (deutsch: Kempen, älter auch Langenfurt[3]) ist eine Stadt in Polen in der Woiwodschaft Großpolen am Fluss Niesob. Sie liegt etwa 80 km nordöstlich von Breslau sowie 60 km südöstlich von Ostrów Wielkopolski und zählt rund 15.000 Einwohner.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kempen südöstlich der Stadt Posen und südlich der Stadt Kalisch auf einer Landkarte der Provinz Posen von 1905 (gelb markierte Flächen kennzeichnen Gebiete mit seinerzeit mehrheitlich polnischsprachiger Bevölkerung).

Während des 10. bis 12. Jahrhunderts gab es im Stadtgebiet eine Verteidigungsanlage. Etwa im 13. Jahrhundert bildete sich eine Siedlung um die Anlage. Am 15. Februar 1282 fand hier ein geheimes Treffen zwischen Herzog Mściwój von Pommerellen und Przemysław von Großpolen statt. Das Stadtrecht erhielt der Ort 1283 von Przemyslaw unter dem Namen Langenvort. 1660 erhielt der Ort erneut das zwischenzeitlich verlorene Stadtrecht von König Johann II. Kasimir. Die erste Grundschule wurde 1664 eröffnet. 1668 wurde die erste Handwerkszunft durch die Schuhmacher gegründet. 1691 wütete ein großes Feuer, 1708 und 1709 Seuchen in der Stadt. Nach der zweiten Teilung Polens wurde die Stadt 1793 bis 1807 Teil Preußens, 1807 bis 1815 als Teil des Großherzogtums Warschau wieder polnisch. 1815 kam es abermals zu Preußen und wurde 1887 Sitz eines Landkreises (Kreis Kempen in Posen). Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Stadt am 17. Januar 1920 offiziell an Polen abgetreten. Die Besetzung durch das Dritte Reich im September 1939 endete am 21. Januar 1945 mit dem Einmarsch der Roten Armee. Heute ist Kępno ein Zentrum der polnischen Möbelindustrie.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Rathaus
  • Das Rathaus von 1846
  • Das Gebäude des Bezirksgerichts von 1835
  • Eine Burg aus dem Mittelalter
  • Die Synagoge, die 1815 bis 1816 errichtet wurde. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde sie wieder aufgebaut.
  • Wohnhäuser aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts (Rynek 26, ul. Stara 6, 8 und ul. Kościelna 2) und aus dem 19. Jahrhundert (Rynek 35)
  • Die barocke katholische Kirche des Hl. Martin
  • Die evangelisch-augsburgische Kirche
  • Im Ortsteil Mikorzyn, etwa zehn Kilometer nördlich der Stadt: Das Sanktuarium des Hl. Ägidius (Sanktuarium św. Idziego), eine neobarocke Kirchenanlage mit Doppeltürmen und einer spätgotischen Figur des Hl. Ägidius aus dem 15. Jahrhundert.
  • Der Bahnhof, in heutiger Form von 1911, in der in Polen seltenen Bauform eines Turmbahnhofs

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt hat einen Turmbahnhof an der Bahnstrecke Kluczbork–Poznań (weiterer Halt in Domanin) sowie an der nur noch in östlicher Richtung betriebenen Bahnstrecke Herby–Oleśnica (weiterer Halt in Świba). Früher bestand ferner die Bahnstrecke Namysłów–Kępno (weiterer Halt: Kępno Zachodnie (West)).

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt- und Landgemeinde hat eine Fläche von 124 km², auf der 24.770 Menschen leben. Zu ihr gehören die Ortschaften:

Name deutscher Name
(1815–1920)
deutscher Name
(1939–1945)
Biały Młyn Weißmühle Weißmühle
Borek Mielęcki Borek Mielenski 1939–1943 Borken
1943–1945 Borkendorf
Domanin Domanin 1939–1943 Ährenfelde
1943–1945 Dommen
Dziekania Dziekania  ?
Hanulin Birkenfelde 1939–1943 Birkenfelde
1943–1945 Weißbirkenfelde
Kępno Kempen Kempen
Kierzenko Waldau Waldau
Kierzno Kierzno Kirschdorf
Kliny Klin Klin
Krążkowy Kronschkow 1939–1943 Kreisen
1943–1945 Kreisendorf
Mechnice Mechnice
1908–1920 Mechnitz
Moosdorf
Mielęcin Mielencin  ?
Mikorzyn Mikorzyn Gabelsbach
Myjomice Myjomice Michelsberg
Olszowa Olszowa 1939–1943 Erlenbrunn
1943–1945 Erlenhöh
Osiny Osin Aspen
Ostrówiec Ostrowiec 1939–1943 Ostrau
1943–1945 Strohwitz
Przybyszów Przybyschew
1908–1920 Juliustal
Juliustal
Pustkowie Kierzeńskie (zu Kierzno) (zu Kirschdorf)
Rzetnia Rzetnia Mühlbach
Szklarka Mielęcka Szklarka Mielenska
1908–1920 Langenthal
Langental
Świba Swiba Luisenhof
Zosin Joachimsthal Joachimstal

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilhelm Freund (1806–1894), deutscher Altphilologe jüdischen Glaubens
  • Samuel Holdheim (1806–1860), deutscher Gelehrter und Rabbiner
  • Hermann Aron (1845–1913), deutscher Elektrotechniker jüdischen Glaubens
  • Hermann Schelenz (1848–1922), deutscher Apotheker, Industrieller und Pharmaziehistoriker
  • Maximilian Kempner (1854–1927), deutscher Jurist und Mitglied des Deutschen Reichstags
  • Adolf Warschauer (1855–1930) deutscher Historiker
  • Edward Lasker (1885–1973), deutsch-amerikanischer Elektroingenieur und Schachmeister
  • Ilse Häfner-Mode (1902–1973), deutsche Künstlerin jüdischen Glaubens
  • Witold Tomczak (* 1957), Parlamentsabgeordneter des Sejm und des Europäischen Parlaments

weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Malbim (1809–1879), der "Kempner Raw", Rabbiner und Bibelexeget, wirkte fünfzehn Jahre in Kępno
  • Paweł Anweiler (* 1950), lutherischer Theologe, wirkte drei Jahre in Kępno

Verweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 332–333.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kępno – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  2. Website der Gemeinde (BIP), Urząd Miasta i Gminy w Kępnie, abgerufen am 11. März 2015
  3. http://www.chronik-schinzel.de/attachments/Image/Ostbesb.jpg