Kreis Kempen in Posen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kreis Adelnau Kreis Birnbaum Kreis Bomst Landkreis Bromberg Kreis Czarnikau Kreis Filehne Kreis Fraustadt Kreis Gnesen Kreis Gostyn Kreis Grätz Kreis Hohensalza Kreis Jarotschin Kreis Kempen Kreis Kolmar in Posen Kreis Koschmin Kreis Kosten Kreis Krotoschin Kreis Lissa Kreis Meseritz Kreis Mogilno Kreis Neutomischel Kreis Obornik Kreis Ostrowo Kreis Pleschen Kreis Posen-Ost Kreis Posen-West Kreis Rawitsch Kreis Samter Kreis Schildberg Kreis Schmiegel Kreis Schrimm Kreis Schroda Kreis Schubin Kreis Strelno Kreis Schwerin an der Warthe Kreis Wirsitz Kreis Witkowo Kreis Wongrowitz Kreis Wreschen Kreis Znin Schneidemühl Bydgoszcz Posen
Verwaltungsgliederung der Provinz Posen (1815–1920)
Regierungsbezirk Bromberg, Provinz Posen, Preußen/Dt. Reich
Regierungsbezirk Posen, Provinz Posen, Preußen/Dt. Reich

Der Kreis Kempen in Posen am Südostrand der preußischen Provinz Posen bestand in der Zeit von 1887 bis 1920.

Landkreis Kempen in Posen (bzw. ab 1941 Landkreis Kempen (Wartheland)) war außerdem während des Zweiten Weltkrieges der Name einer deutschen Verwaltungseinheit im besetzten Polen (1939–1945).

Verwaltungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kreis Kempen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Oktober 1887 wurde aus dem Südteil des Kreises Schildberg ein eigener Kreis Kempen in Posen gebildet. Sitz des Landratsamtes war die Kreisstadt Kempen.

Am 27. Dezember 1918 begann in der Provinz Posen der Großpolnische Aufstand der polnischen Bevölkerungsmehrheit gegen die deutsche Herrschaft, das Kreisgebiet blieb jedoch unter deutscher Kontrolle. Am 28. Juni 1919 trat die deutsche Regierung mit der Unterzeichnung des Versailler Vertrags den Kreis Kempen in Posen an das neu gegründete Polen ab. Deutschland und Polen schlossen am 25. November 1919 ein Abkommen über die Räumung und Übergabe der abzutretenden Gebiete ab, das am 10. Januar 1920 ratifiziert wurde.

Die Räumung durch deutsche Truppen und Übergabe an Polen erfolgte zwischen dem 17. Januar und dem 4. Februar 1920.

Landkreis Kempen (Wartheland) (1939–1945)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regierungsbezirke und Kreise im Reichsgau Wartheland

Im Zweiten Weltkrieg bildeten die deutschen Besatzungsbehörden eine Verwaltungseinheit namens Landkreis Kempen in Posen im Regierungsbezirk Posen (ab dem 21. Mai 1941: Landkreis Kempen (Wartheland)). Die am 26. Oktober 1939 vollzogene Annexion des Gebietes durch das Deutsche Reich war als einseitiger Akt der Gewalt völkerrechtlich aber unwirksam. Mit dem Einmarsch der Roten Armee im Januar 1945 endete die deutsche Besetzung.

Landräte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landräte von 1887 bis 1920[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1887–1910: Gustav von Scheele (1844–1925)
1910–1917: Karl Lindenberg (* 1883)
1917–1920: ?

Landkommissar von 1939[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1939–9999: Hans Neumann

Landräte von 1939 bis 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1939–1942: Hans Neumann
1942–1945: Otto Lehmann

Kommunale Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kreis Kempen in Posen gliederte sich in zwei Stadtgemeinden, die Landgemeinden und selbstständigen Gutsbezirke waren in größeren Polizeidistrikten zusammengefasst.

Der Kreis Kempen in Posen bestand am 1. Januar 1908 aus:

  • zwei Stadtgemeinden (Kempen und Baranów),
  • 53 Landgemeinden und
  • 37 Gutsbezirken.

Während der deutschen Besetzung im Zweiten Weltkrieg erhielten nur Kempen 1941 und Schildberg 1942 die Stadtrechte laut Deutscher Gemeindeordnung von 1935, die übrigen Gemeinden wurden in Amtsbezirken zusammengefasst.

Ausdehnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kreis Kempen in Posen hatte eine Gesamtfläche von 458 km².

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kreis Kempen in Posen hatte im Jahre 1890: 32.977 Einwohner. Davon waren etwa 80 % Polen, 15 % Deutsche und 5 % Juden. Ein großer Teil der deutschen Einwohner verließ nach 1920 das Gebiet, die jüdischen Einwohner wurden im Zweiten Weltkrieg von der deutschen Besatzungsmacht ermordet.

Ortsnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis auf wenige Ausnahmen galten noch die polnischen Ortsnamen weiter, zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden mehrere Ortsnamen eingedeutscht. Während der deutschen Besetzung im Zweiten Weltkrieg wurden durch unveröffentlichten Erlass vom 29. Dezember 1939 zunächst die 1918 gültigen Ortsnamen übernommen, es erfolgten aber bald "wilde" Eindeutschungen durch die lokalen Besatzungsbehörden. Am 18. Mai 1943 erhielten alle Orte mit einer Post- oder Bahnstation deutsche Namen, dabei handelte es sich meist um lautliche Angleichungen, Übersetzungen oder freie Erfindungen.

Liste der Ortschaften im Kreis Kempen in Posen mit mehr als 400 Einwohnern (1910):

polnischer Name deutscher Name (1815–1920) deutscher Name (1939–1945)
Baranów Baranow Rundstätt
Donaborów Donaborow Ambach
Grębanin Grembanin 1939–1943 Grabenau
1943–1945 Gremben
Kępno Kempen Kempen
Krążkowy Kronschkow 1939–1943 Kronschkau
1943–1945 Kreisendorf
Laski Laski Hirscheck
Łęka Mroczeńska Lenka Mroczenska Langenmoor
Mirków Mirkow 1939–1943 Mirkow
1943–1945 Mirche
Mroczeń Mroczen
1908–1912 Mrotschen
1912–1920 Moorschütz
Moorschütz
Olszowa Olszowa 1939–1943 Erlenbrunn
1943–1945 Erlenhöh
Opatów Opatow Wölfingen
Osiny Oschin Aspen
Piotrówka Pietrowka Petershagen
Podzamcze Podsamtsche
1906–1920 Wilhelmsbrück
Wilhelmsbrück
Rzetnia Rzetnia Mühlbach
Siemianice Siemianice Schemmingen
Słupia Slupia 1939–1943 Freienfelde
1943–1945 Luben
Torzeniec Torzeniec Langenreut
Trzcinica Trzcinica
1875–1920 Strenze
1939–1943 Sternbruch
1943–1945 Strenze
Wodziczna Wodziczno Führheim
Wyszanów Wyschanow 1939–1943 Bauernwehr
1943–1945 Wischnau

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]