Kachin-Staat

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Koordinaten: 26° 0′ N, 97° 20′ O

ကချင်ပြည်နယ်
Kachin-Staat
Flag of Kachin State.svg
Hauptstadt Myitkyina
Fläche 89.041,80 km²
Bevölkerung 1.689.441 (2014[1])
Bevölkerungsdichte 19 EW pro km²
Ethnien Kachin, Bamar,
Shan
Bago-RegionChin-StaatIrawadi-RegionKachin-StaatKayah-StaatKayin-StaatMagwe-RegionMandalay-RegionMon-StaatNaypyidawRakhaing-StaatSagaing-RegionShan-StaatTanintharyi-RegionYangon-RegionYangon-RegionBangladeschBhutanChinaChinaIndienIndienLaosThailandVietnamKachin State in Myanmar 2010.svg
Über dieses Bild

Der Kachin-Staat (birmanisch ကချင်ပြည်နယ်, BGN/PCGN: kagyinbyinè) ist eine der fünfzehn Verwaltungseinheiten und der nördlichste Staat von Myanmar (Birma).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kachin-Staat liegt zwischen 23° 27' und 28° 25' nördlicher Breite und 96° 0' und 98° 44' östlicher Länge. Er grenzt im Norden und Osten an China, im Süden an den birmanischen Shan-Staat, im Westen an die birmanische Sagaing-Region sowie im äußersten Nordwesten an den indischen Bundesstaat Arunachal Pradesh.

Das Gebiet umfasst etwa 89.041 km² und ist damit nach dem Shan-Staat und der Sagaing-Region die drittgrößte Verwaltungseinheit in Myanmar. Die Einwohnerzahl liegt bei etwa 1,4 Millionen. Bezogen auf die Bevölkerungsdichte liegt der Kachin-Staat damit mit 16 Einwohnern pro Quadratkilometer vor dem Chin-Staat an vorletzter Stelle.

Die Hauptstadt Myitkyina sowie die Stadt Bhamo, beide am Oberlauf des Irrawaddy gelegen, sind die wichtigsten Städte. Größere Städte sind Putao im gebirgigen Hochland im Nordwesten und Shinbwiyang im äußersten Westen am Fuße der Naga-Berge.

Im nördlichsten Zipfel des Kachin-Staats liegt der mit 5889 m höchste Berg Myanmars, der Hkakabo Razi, an der südlichen Randlage des Himalaja. Etwa 100 km westlich der gedachten Verbindungslinie von Myitkyina nach Bhamo liegt auf halbem Weg zwischen diesen beiden Städten der größte See Myanmars, der Indawgyi.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mehrheit der Bevölkerung besteht aus ursprünglichen Kachin (birmanisch Jingpo). Daneben gibt es weitere 13 ethnische Gruppen, unter ihnen die Birmanen Bamar, Rawang, Lisu, Zaiwa, Maru, Yaywin, Lawngwaw, Lachyit und Shan.

In Teilen Kachins fand seit mehr als 100 Jahren keine Volkszählung statt. Das Ergebnis des Zensus 2014 (1.689.441 Einwohner) enthält zum Teil Schätzungen. Offizielle Regierungsangaben besagen, dass 57,8 % Buddhisten und 36,4 % Christen sind. Die meisten Menschen sprechen Kachin.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kachin-Staat liegt nördlich des nördlichen Wendekreises und verfügt durchweg über feuchtes Klima, im Süden gemäßigt warm mit Durchschnittstemperaturen zwischen 27 °C im Sommer und 15 °C im Winter.

Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kachin-Staat ist aufgeteilt in die Distrikte Putao im Norden, Myitkyina in der Mitte, Bhamo im Süden und Mohnyin im Südwesten.

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Sie sind weiter organisiert in 18 Gemeinden und 709 Gemeindebezirke.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wirtschaft basiert auf Landwirtschaft und dem Handel und Schmuggel mit Jade und Drogen[2]. Agrarprodukte sind Reis und Zuckerrohr. In den Bergen wird Gold und Jade abgebaut. 50–80 % der Jadeförderung soll nach China geschmuggelt werden. Die Lokalbevölkerung sowie auch die Regierung haben wenig von diesen Einnahmen.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kachin-Staat wurde 1948 aus den Zivildistrikten Bhamo und Myitkyina zusammen mit dem größeren Norddistrikt Puta-o gebildet. In den bergigen Bereichen leben überwiegend die Kachin, während in den tiefer liegenden Tälern des Südens und entlang des dichter besiedelten Eisenbahnkorridors die Shan und Bamar wohnen.

Die nördliche Grenze war bis in die 1960er-Jahre nicht markiert, was zu Grenzstreitigkeiten mit dem Nachbarn China führte, der seit dem 18. Jahrhundert Anspruch auf das gesamte Gebiet des Kachin-Staats erhebt.

Kachin-Truppen bildeten früher einen bedeutenden Teil der birmanischen Armee. 1962 wurde die Verfassung der Union von Birma durch General Ne Win einseitig außer Kraft gesetzt und die Kachin zogen sich aus der Armee zurück. Darauf bildeten die Kachin die Kachin Independent Army (KIA) unter der Kachin Independence Organization (KIO) um Kachin zu verteidigen.[3]

Der Kachin-Staat war seit Mitte der 1960er-Jahre bis 1994 praktisch unabhängig, mit der Ausnahme der größeren Städte und des Eisenbahnkorridors. Als 1994 die birmanische Armee eine Offensive startete und die Jademinen im Kachin-Staat unter ihre Gewalt brachte, wurde eine Friedensvereinbarung abgeschlossen. Sie erlaubt der KIO die Kontrolle des Staats unter der Oberhoheit der Militärjunta von Myanmar. Zahlreiche Splittergruppen der KIO, die diesen Vereinbarungen nicht zustimmen, sorgen für eine weitgehend instabile Lage.

Im Oktober 2015 ein neues Friedensabkommen zwischen der Regierung und verschiedenen Rebellengruppen geschlossen. Die KIA weigerte sich aber, das Friedensabkommen zu unterzeichnen.[4] Nach der Machtübernahme der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi im Jahre 2016 erhoffte man sich eine Verbesserung der Lage, aber die Lage hat sich eher verschlechtert.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nicholas Farrelly: Ceasing Ceasefire? Kachin Politics Beyond the Stalemates. In: Myanmar's Transition. Openings, Obstacles and Opportunities. Institute of Southeast Asia Studies, Singapur 2012, S. 52–71.
  • U Min Thu: Glimpses of Kachin Traditions and Customs, Selbstverlag (300 Exemplare), Mytkyina, Myanmar 2002.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. The 2014 Myanmar Population and Housing Census: The Union Report
  2. People’s War on Drugs in Kachin State: Indication of Failed Policies. In: Transnational Institute. 21. März 2016 (tni.org [abgerufen am 20. August 2018]).
  3. a b c Libby Hogan: ‘Slow genocide’: Myanmar’s invisible war on the Kachin Christian minority. 14. Mai 2018, abgerufen am 20. August 2018 (englisch).
  4. Sakse Collective, The Diplomat: Kachin: Hardly a Ceasefire. In: The Diplomat. (thediplomat.com [abgerufen am 20. August 2018]).