Kaisers Geburtstag (Deutsches Kaiserreich)

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Rudolf Huthsteiner, Kaisers 90. Geburtstag, Die Gartenlaube, 1887
Kaisers Geburtstag 1901 in der deutschen Kolonie Kamerun

Kaisers Geburtstag war im deutschen Kaiserreich der feierlich begangene Geburtstag des Königs von Preußen, der den Namen Deutscher Kaiser führte. Unter Wilhelm I. wurde er zuletzt am 22. März 1887 gefeiert, dann unter Wilhelm II. wieder zwischen 1889 und 1918 am 27. Januar. „Kaisers Geburtstag“ war wie sonst nur der Sedantag ein Feiertag mit nationalem Anspruch, ohne gesetzlich verankert oder arbeitsfrei zu sein. Er wurde dort, wo der Kaiser und König Dienstherr war, mit Militärparaden, Illuminationen, Festansprachen, Festtagsessen usw. aber auch privat und deutschlandweit mit unterschiedlicher Intensität gefeiert. In der Schule wurden für diesen Anlass Lieder und Gedichte auswendig gelernt wie Kaisers Geburtstag von Ernst Lausch, Hurra! Heut ist ein froher Tag, des Kaisers Wiegenfest! [1] oder Der Kaiser ist ein lieber Mann. Die einzelnen Bundesstaaten feierten davon unbenommen die Geburtstage ihrer jeweils regierenden Fürsten.

Feste und Feiertage anlässlich des Herrschergeburtstags stehen in einer bis in die Antike zurückgehenden Tradition, die in Monarchien wie Großbritannien, den Niederlanden und Luxemburg, aber auch in den USA hinsichtlich des Präsidenten bis in die Gegenwart gepflegt wird. Die Nationalsozialisten knüpften daran an und inszenierten, solange sie an der Macht waren, den „Führergeburtstag“ als „einen besonders begangenen Tag“.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ernst Lausch: Festbüchlein für deutsche Schulen. Eine reichhaltige Sammlung von Festreden, Declamationen, Gedichten und Liedertexten. Kaisers Geburtstag, Sedanfeier, Weihnacht, Confirmandenentlassung. Oehmigke (Geißler), Leipzig.