Kalauer

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Lulu und Napoleon bei ihrer Abschiedsvorstellung. Der Rheinfall liegt allerdings in der Schweiz, gemeint ist hier, durch die auf dem „h“ liegende Wolke belegt, natürlich ein Reinfall. (Kladderadatsch, 7. August 1870)

Als Kalauer bezeichnet man ein einfaches Wortspiel mit Wörtern unterschiedlicher Bedeutung von gleichem Klang oder gleicher Schreibweise. Sie werden manchmal als Flachwitz oder Plattwitz bezeichnet, da bei Kalauern in der Regel eine eher geringe „Lustigkeit“ zumindest in Kauf genommen oder sogar ironisch eingesetzt wird.

Beispiel: „Kalauer sind die Buchstaben A bis J.“ – „?“ – „Weil die alle auf das K lauern!“

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Herkunft des Begriffs gibt es mehrere Überlegungen: Der gängigsten Theorie nach bezieht sich der Begriff auf die Stadt Calau (bis zu Anfang des 20. Jahrhunderts mit K, auch nach dem sorbischen Namen ‚Kalawa‘, geschrieben) in der brandenburgischen Niederlausitz und wurde von der Satirezeitschrift Kladderadatsch (erschienen 1848 bis 1944) in Rubriken wie Aus Kalau wird berichtet … berühmt gemacht. Einer anderen Theorie zufolge geht der Begriff auf das deutsche Volksbuch Der Pfaffe von Kalenberg von Philipp Frankfurter (1489) zurück. Die Stadt eröffnete 2011 einen Witzerundweg, der auf 25 Tafeln mit Kalauern durch die Innenstadt führt.

Einer anderen Theorie zufolge leitet er sich von dem französischen Wort calembour (Wortspiel, fauler Witz) ab. Dieses wiederum geht entweder zurück auf einen gleichnamigen Pariser Apotheker oder – wahrscheinlicher – auf den Grafen Calemberg, dessen mangelhaftes Französisch am Hofe von Ludwig XV. häufige Verwechselungen zur Folge hatte.

Zu den deutschen Autoren, die auch wegen ihrer Kalauer Berühmtheit erlangten, gehören Robert Gernhardt („Bilden Sie doch mal einen Satz mit ‚Rudiment‘! Ach Lieschen, sei mal wieder froh, der Rudi ment es doch nicht so!“) und Heinz Erhardt.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Radiosender Bayern 3 werden Scherzanrufe von Karl Auer aus Rotthalmünster gesendet, wobei dieser mit unterschiedlichsten Stellen (Behörden, Geschäfte, Hotlines usw.) Telefonate führt. Dabei bildet meist ein Wortspiel die Grundlage.[1] Der Anrufer Karl Auer wird vom Comedian Markus Walsch gesprochen.[2]

Die Cartoon-Kolumne des Zeichners Tetsche im Stern hatte den Titel Neues aus Kalau.

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Egal wie viele CDs du hast, Carl Benz hatte Mercedes.
  • Egal wie dicht du bist, Goethe war Dichter.
  • Egal wie voll du bist, Rudi war Völler.
  • Egal wie laut du Bach hörst, Heiner hört Lauterbach.
  • Ein Frisörladen, der "Kamm in" heißt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kalauer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Kalauer – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Telefonstreiche – Karl Auer. (Nicht mehr online verfügbar.) www.br-online.de, 2015, archiviert vom Original am 11. Juli 2015; abgerufen am 10. Juli 2015. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.br-online.de
  2. Auer, Karl von den „Löwen“ - am Apparat. Abgerufen am 1. Mai 2017.