Feuerbach (Kandern)

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Feuerbach
Stadt Kandern
Koordinaten: 47° 44′ 13″ N, 7° 38′ 28″ O
Höhe: 378 m ü. NN
Fläche: 3,97 km²
Einwohner: 339 (31. Dez. 2015)
Bevölkerungsdichte: 85 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 79400
Vorwahl: 07626

Feuerbach ist der nordwestlichste Ortsteil der Stadt Kandern in Südwestdeutschland, am Fuße des Schwarzwaldes. Der Ortsteil ist mit 397 Hektar und 339 Einwohner (2015) sowohl in der Fläche wie in der Einwohnerzahl der zweitkleinste Ortsteil Kanderns.

Der Ort ist vor allem durch seinen Rotwein bekannt, der hauptsächlich von der Winzergenossenschaft Efringen-Kirchen gekeltert und vertrieben wird.

Geographie und Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luftbild von Feuerbach von südöstlicher Richtung

Feuerbach verläuft als Straßendorf parallel eines Hangs und liegt im oberen Talabschnitt des Feuerbachs. Nördlich und südlich wird der Ort von sanft ansteigenden Hügeln umsäumt, und liegt damit in einer Talmulde. Der südlich zum Ort gehörige Wald erhebt sich bis auf etwa einer Höhe von 535 m. Diese Landschaft ist charakteristisch für das Markgräflerland, zu dem der Ort gehört.

Die Lage Feuerbachs ist durch seine Nähe zum Blauen/Schwarzwald auf der einen Seite, Basel und dem Elsass auf der anderen Seite bestimmt.

Feuerbachs verkehrstechnischer Hauptzugang ist die dem Verlauf des Flusses Feuerbach folgende Straße (Am Bach) von südlich gelegenen, ebenfalls zu Kandern gehörenden Riedlingen. Über ein kleines Seitental ist der Ort auch direkt über die Feuerbacher Straße mit dem südöstlich gelegenen Kandern verbunden. Entlang der nördlichen Hügel existiert eine steile Verbindungsstraße (Eggener Straße) nach Niedereggenen, das bereits zur Nachbargemeinde Schliengen gehört.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Feuerbach liegt im Oberrheingraben, in der Vorbergzone des Schwarzwaldes, die hier, zwischen Klemmbach und der Verwerfung Hertingen-Holzen aus Mittel- und Oberjuraschollen besteht.[1] Diese Grabenrandschollen sind Reste des Deckgebirges, das einst auch den Grundgebirgsschwarzwald bedeckte, im Südschwarzwald aber weitestgehend der Abtragung anheim gefallen ist.

Blick auf Feuerbach

Das Dorf ist umgeben von den Bruchstücken einer vielfach zerbrochenen und zertalten Mitteljura-Kalktafel, die sich vom Lieler Stocken im W bis zum Lippisbach im O, vom Klemmbachtal im N bis zum Schorner und Riedlingen im S erstreckt. In deren obenauf lagernde harte oolithische Kalkbänke des sog. Hauptrogensteins hat sich der Feuerbach eingeschnitten. Er hat auch die darunter liegenden, vorwiegend weicheren Schichten freigelegt und so die Mulde ausgeräumt, in der sich das Dorf angesiedelt hat.[2] Der tiefere Teil der Mulde liegt im dunkelgrauen Opalinuston, der stark zu Rutschungen neigt, was gut am unruhig modellierten Hang über dem alten Kanderner Sträßchen zu erkennen ist. Über dem Opalinuston bildet eine Wechselfolge von Kalk-,Sand- und Tonsteinen, auch Eisenoolithschichten den Untergrund der mit Reben oder Obstwiesen bedeckten Hänge bis hinauf zur bewaldeten Hauptrogensteinplatte der Rüttenen und im Südosten bis zu diesen Kalken vom Schornerbuck bis zum Steineck.

Die genannten Schichten entstanden als Flachmeersedimente in der mittleren Jurazeit vor 183 bis 168 Mio. Jahren. Der Hauptrogenstein, in einer stärker bewegten See entstanden, besteht zu einem Großteil aus kleinen Kalkkügelchen (Ooiden), die an Fischrogen erinnern. Eisenoolith ist ein eisenreiches Sedimentgestein, das zu einem Teil aus eisenhaltigen Ooiden besteht. Die weicheren Juraschichten unter dem Hauptrogenstein an den Hängen um Feuerbach sind schlecht aufgeschlossen, da sie weithin von Hanglehm (Fließerde) bedeckt sind.

Zwischen den widerständigen Hauptrogensteinschollen des Stocken und der Rüttenen hat die Erosion die weicheren Mitteljuraschichten (Gosheim-Formation, Wedelsandsteinformation, Opalinuston) freigelegt. Die so entstandene Einsattelung benützt das Sträßchen von Feuerbach nach Niedereggenen.

Eine Besonderheit sind die vulkanischen Tuffschlote in den Gewannen Holen, Webershölzle/Oberrindlen und beim Stallbrunnen. Es handelt sich um von der Erosion freigelegte Schlote aus der frühen Tertiärzeit.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schreibweisen: Furbach 1317, villa Fúrbach 1335

1275 wurde die Kirche von Feuerbach erstmals im Liber decimationis (Lib. dec. FDA. I 210), einem Zehntbuch der Diözese Konstanz, urkundlich erwähnt. Die zweite Erwähnung findet sich 1295, als Ritter Otto von Staufen (Otto miles de Stôfen) das Patronat der Kirche in Feuerbach mit den in „Villa dicta Fúrbach“ gelegenen Gütern an den Johanniterorden in Freiburg verkaufte.[3] Vermutlich stand ein Haus der Johanniter an der Stelle eines alten Bauernhauses, das „Schloss“ genannt wird. 1315 folgt die nächste Aufzeichnung, aus der hervorgeht, dass Bechtolt der Sermentzer den Johannitern zu Freiburg „die Kilchun und den Kilchunsatz in dem dorf ze Fúrbach und den hof da deir Kirche in horet“.[3] Im gleichen Jahr gelangte das Patronat durch einen Tausch an das Kloster St. Ulrich. Den Tausch nahm der Markgraf von Hochberg, Frater Hermannus, als Comthur des Johanniterhospitals in Freiburg vor. 20 Jahre später, 1335, gelangte das Patronat an Wilhelm von Ulm aus Basel. Zwischen 1360 und 1370 wird es als „Ecclesia Fúrbach in decanatu Núwenberg“[3] urkundlich erwähnt. Politisch gehörte der Ort zu Sausenberg. Ab 1470 war auch das Patronat der Kirche im Besitz der Markgrafen Hachberg-Sausenberg.

Im Jahr 1503 wurde Feuerbach badisch. Hans Hammerstein aus Feuerbach führte die Märkgrafler Bauern im Bauernkrieg 1525 an. Vom 30-jährigen Krieg wurde Feuerbach auch nicht verschont. Um 1700 wurde erstmals das Schulhaus und ein Schulmeister erwähnt. 1846 wurde eine neue Kirche von Heinrich Hübsch erbaut. Die alte baufällige Kirche wurde vier Jahre später abgerissen. Von Kraus wird erwähnt, dass „früher häufig Gegenstände, auch Steine aus der 1850 abgebrochenen Kirche (dieselbe war nach Sachs' Mitth. 1450 erbaut) an Liebhaber und Antiquare verkauft wurden.“

Karte von Feuerbach (1881)

Durch Hungersnöte wurde 1848 die Badische Revolution ausgelöst, an der sich ein Lehrer aus Feuerbach, Vogel, aktiv beteiligte. Die Versorgung mit Wasserleitungen wurde von 1897 bis 1899 realisiert. In den Jahren 1919 und 1920 gab es in Feuerbach erstmals elektrisches Licht. In den 1960er-Jahren wurde eine neue Straße von Riedlingen nach Feuerbach gebaut, die heute Hauptzugangsstraße zu dem Ort ist.

Am 1. März 1974 wurde Feuerbach in die Stadt Kandern eingegliedert.[4]

Dialekt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Feuerbach wird Hochalemannisch gesprochen.

Bevölkerung und Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zahl der Einwohner Feuerbachs entwickelte sich wie folgt:[5]

Jahr Einwohner
1852 345
1871 333
1880 307
1890 305
1900 302
1910 260
1925 298
Jahr Einwohner
1933 296
1939 265
1950 297
1956 271
1961 282
1970 297
2015 339[6]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1556 ist Feuerbach ein evangelisch geprägtes Dorf.

Die Zugehörigkeit zu den Religionsgemeinschaften verteilte sich in der Vergangenheit wie folgt:[7][8]

Religionszugehörigkeit in Feuerbach
Jahr Religion
evangelisch katholisch sonstige
1858 99,0 % 1,0 % 0,0 %
1925 97,7 % 2,3 % 0,0 %
1950 99,0 % 1,0 % 0,0 %
1961 97,2 % 2,8 % 0,0 %
1970 94,6 % 1,7 % 3,7 %

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Feuerbach, Ortsbild

Auf dem Friedhof sind drei Grabsteine von 1693, 1695 und 1713 mit bürgerlichem Barockwappen erhalten.

Direkt an der Ortsdurchfahrt liegt die 1843 errichtete Evangelische Kirche Feuerbach, deren Ursprünge sich auf das 13. Jahrhundert datieren lassen. Das älteste Inventar ist die denkmalgeschützte Orgel aus dem Jahr 1757. Die Kirche wird seit dem Jahr 2000 von Pfarrern aus Tannenkirch oder Riedlingen mit betreut und besitzt keinen eigenen Pfarrer mehr.

Söhne und Töchter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Xaver Kraus: Die Kunstdenkmäler des Kreises Lörrach. J.C.B. Mohr Verlag, Tübingen, Leipzig, 1901, S. 108
  • Gerd Schaupp: Ortsfamilienbücher Obereggenen – Schallsingen – Sitzenkirch, Niedereggenen, Feuerbach. Arbeitsgruppe Chronik Eggenertal 2013 (= Badische Ortssippenbücher 157)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Feuerbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. LGRB Kartenviewer. LGRB Regierungspräsidium Freiburg i. Br., abgerufen am 18. Januar 2022.
  2. K. Schnarrenberger: Erläuterungen zu Blatt 8211Kandern. In: Geologisches Landesamt BW (Hrsg.): Geologische Karte 1 : 25 000 von Baden -Württemberg. Stuttgart 1985, S. 19–25.
  3. a b c Kraus: Die Kunstdenkmäler des Kreises Lörrach. S. 108.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 521.
  5. Einwohnerzahlen Feuerbachs von 1852 bis 1970, aufgerufen am 19. April 2022
  6. kandern.de: Ortsteile -u. Verwaltungen, aufgerufen am 19. April 2022.
  7. Religionszugehörigkeit 1858 und 1925: Feuerbach, zuletzt aufgerufen am 19. April 2022.
  8. Religionszugehörigkeit: Feuerbach, zuletzt aufgerufen am 19. April 2022.