Feuerbach (Kandern)

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Feuerbach
Stadt Kandern
Wappen von Feuerbach
Koordinaten: 47° 44′ 13″ N, 7° 38′ 28″ O
Höhe: 378 m ü. NN
Fläche: 3,97 km²
Einwohner: 343 (1. Mrz. 2006)
Bevölkerungsdichte: 86 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 79400
Vorwahl: 07626

Feuerbach ist der nordwestlichste Ortsteil der Stadt Kandern in Südwestdeutschland, am Fuße des Schwarzwaldes.

Der Ort ist vor allem durch seinen Rotwein bekannt, der hauptsächlich von der Winzergenossenschaft Efringen-Kirchen gekeltert und vertrieben wird.

Geographie und Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luftbild von Feuerbach von südöstlicher Richtung

Feuerbach verläuft als Straßendorf parallel eines Hangs und liegt im oberen Talabschnitt des Feuerbachs. Nördlich und südlich wird der Ort von sanft ansteigenden Hügeln umsäumt. Der südlich zum Ort gehörige Wald erhebt sich bis auf etwa einer Höhe von 535 m. Diese Landschaft ist charakteristisch für das Markgräflerland, zu dem der Ort gehört.

Die Lage Feuerbachs ist durch seine Nähe zum Blauen/Schwarzwald auf der einen Seite, Basel und dem Elsass auf der anderen Seite bestimmt.

Feuerbachs verkehrstechnischer Hauptzugang ist die dem Verlauf des Flusses Feuerbach folgende Straße von südlich gelegenen, ebenfalls zu Kandern gehörenden Riedlingen. Über ein kleines Seitental ist der Ort auch direkt mit dem südöstlich gelegenen Kandern verbunden. Entlang der nördlichen Hügel existiert eine Verbindungsstraße nach Niedereggenen, das bereits zur Nachbargemeinde Schliengen gehört.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schreibweisen: Furbach 1317, villa Fúrbach 1335

1275 wurde die Kirche von Feuerbach erstmals im Liber decimationis (Lib. dec. FDA. I 210), einem Zehntbuch der Diözese Konstanz, urkundlich erwähnt. Die zweite Erwähnung findet sich 1295, als Ritter Otto von Staufen (Otto miles de Stôfen) das Patronat der Kirche in Feuerbach mit den in „Villa dicta Fúrbach“ gelegenen Gütern an den Johanniterorden in Freiburg verkaufte.[1] Vermutlich stand ein Haus der Johanniter an der Stelle eines alten Bauernhauses, das „Schloss“ genannt wird. 1315 folgt die nächste Aufzeichnung, aus der hervorgeht, dass Bechtolt der Sermentzer den Johannitern zu Freiburg „die Kilchun und den Kilchunsatz in dem dorf ze Fúrbach und den hof da deir Kirche in horet“.[1] Im gleichen Jahr gelangte das Patronat durch einen Tausch an das Kloster St. Ulrich. Den Tausch nahm der Markgraf von Hochberg, Frater Hermannus, als Comthur des Johanniterhospitals in Freiburg vor. 20 Jahre später, 1335, gelangte das Patronat an Wilhelm von Ulm aus Basel. Zwischen 1360 und 1370 wird es als „Ecclesia Fúrbach in decanatu Núwenberg“[1] urkundlich erwähnt. Politisch gehörte der Ort zu Sausenberg. Ab 1470 war auch das Patronat der Kirche im Besitz der Markgrafen Hachberg-Sausenberg.

Im Jahr 1503 wurde Feuerbach badisch. Hans Hammerstein aus Feuerbach führte die Märkgrafler Bauern im Bauernkrieg 1525 an. Vom 30-jährigen Krieg wurde Feuerbach auch nicht verschont. Um 1700 wurde erstmals das Schulhaus und ein Schulmeister erwähnt. 1846 wurde eine neue Kirche von Heinrich Hübsch erbaut. Die alte baufällige Kirche wurde vier Jahre später abgerissen. Von Kraus wird erwähnt, dass „früher häufig Gegenstände, auch Steine aus der 1850 abgebrochenen Kirche (dieselbe war nach Sachs' Mitth. 1450 erbaut) an Liebhaber und Antiquare verkauft wurden.“

Karte von Feuerbach (1881)

Durch Hungersnöte wurde 1848 die Badische Revolution ausgelöst, an der sich ein Lehrer aus Feuerbach, Vogel, aktiv beteiligte. Die Versorgung mit Wasserleitungen wurde von 1897 bis 1899 realisiert. In den Jahren 1919 und 1920 gab es in Feuerbach erstmals elektrisches Licht. In den 1960er-Jahren wurde eine neue Straße von Riedlingen nach Feuerbach gebaut, die heute Hauptzugangsstraße zu dem Ort ist.

Am 1. März 1974 wurde Feuerbach in die Stadt Kandern eingegliedert.[2]

Dialekt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Feuerbach wird Hochalemannisch gesprochen.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1556 ist Feuerbach ein evangelisch geprägtes Dorf.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Friedhof sind drei Grabsteine von 1693, 1695 und 1713 mit bürgerlichem Barockwappen erhalten.

Direkt an der Ortsdurchfahrt liegt die 1843 errichtete Evangelische Kirche Feuerbach, deren Ursprünge sich auf das 13. Jahrhundert datieren lassen. Das älteste Inventar ist die denkmalgeschützte Orgel aus dem Jahr 1757. Die Kirche wird seit dem Jahr 2000 von Pfarrern aus Tannenkirch oder Riedlingen mit betreut und besitzt keinen eigenen Pfarrer mehr.

Söhne und Töchter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Xaver Kraus: Die Kunstdenkmäler des Kreises Lörrach. J.C.B. Mohr Verlag, Tübingen, Leipzig, 1901, S. 108
  • Gerd Schaupp: Ortsfamilienbücher Obereggenen – Schallsingen – Sitzenkirch, Niedereggenen, Feuerbach. Arbeitsgruppe Chronik Eggenertal 2013 (= Badische Ortssippenbücher 157)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Feuerbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Kraus: Die Kunstdenkmäler des Kreises Lörrach. S. 108.
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 521.