Karl Elleder

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Karl Elleders Zeichnung „Immer derselbe“ zeigt seine verspielte Liebe zu Details, wenn auf der Rückseite des unterfrankierten Briefes „Elleder, Gars“ als Absender zu lesen ist (Aus: Die Muskete, 29. Juli 1926).

Karl Elleder (* 15. Juni 1860 in Korneuburg; † 8. Januar 1941 in Gars am Kamp) war ein österreichischer Karikaturist und Illustrator, der für deutsche und österreichische Zeitungen und Zeitschriften gezeichnet sowie Kalender, Kinder- und Märchenbücher illustriert hat.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der hauptberufliche Zollbeamte Karl Elleder war nebenberuflich Mitarbeiter der humoristischen Zeitschriften „Fliegende Blätter“, „Meggendorfer Blätter“, „Die Muskete“, „Mocca“ und „Faun“[1]. Seine Zeichenausbildung erfolgte autodidaktisch in Krems an der Donau, Czernowitz und Wien,[2] wo Elleder mit dem Wiener Maler Carl Zewy (1855–1929) befreundet war, der um 1910 auch mit Elleders Garser Nachbarn, dem damaligen Kunststudenten und späteren Film-Regisseur Fritz Lang, zusammengearbeitet hat. Elleder war seit 1905 mit Theresia Grasser verheiratet und Schwiegersohn des 1902 verstorbenen österreichischen Waffenfabrikanten Carl Grasser.[3]

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karl Elleder hat 1920 für seine Wahlheimat Gars am Kamp das Notgeld gestaltet und die einzelnen Scheine mit humorvollen Sprüchlein versehen: „Goldkronen und die Silbergulden / Sind wie die Nickel längst verschwunden. – Drum haben wir zu unsern Schulden / Die Notgeldwährung noch erfunden!“

Eigene Texte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „Der Schmied von Drosendorf“. In: Philipps Bücherei, Band 6 (Verlagshaus Jakob Philipp, Wien, um 1921).[4]
  • „Der verwunschene Prinz“. In: Philipps Bücherei, Band 10 (Verlagshaus Jakob Philipp, Wien, um 1921).[4]

Illustrierte Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Carl Michael Ziehrer: „Das musikalische Lachkabinett“ (1887).
  • Oskar Teuber: „Flotte Geschichten aus der uniformierten Welt“ (1890).
  • Egon Hugo Strassburger: „Mit auf die Lebensreise. Weisheiten und Torheiten“. Titelbild und Vignette (1907).
  • Luigi Bertelli: „Max Butziwackel der Ameisenkaiser“ (deutsche Übersetzung. 1920).
  • Johannes Gebhardt: „Alte und neue Märchen“. Mit 6 bunten Tafeln und vielen Bildern im Text von Karl Elleder (1929).
  • Adolf Holst: „Die Kinder im Walde“. Mit Bildern von Karl Elleder (1933).
  • Klara Meister: „Lustiges Leben. Eine Susi-Geschichte in Versen“. Bilder von Karl Elleder (1933).

Auftragsgrafiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Notgeld für die Marktgemeinde Gars am Kamp (1920).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karl Elleder zeichnete auch die Titelseite der von ihm illustrierten deutschen Erstausgabe von „Max Butziwackel“ (1920).
  • Hermann Clemens Kosel (Hrsg.): Biographien der Wiener Künstler und Schriftsteller (= Deutsch-österreichisches Künstler- und Schriftsteller-Lexikon. Bd. 1). Gesellschaft für Graphische Industrie, Wien 1902, Band 1 (1902). S. 244.
  • Friedrich Wilhelm Illing: „Karl Elleder, der Humperdinck des Pinsels“. In: Deutschösterreichische Tages-Zeitung. 4. Jänner 1925.
  • Nachruf: „Ein Märchendichter des Pinsels“. In: Neues Wiener Tagblatt. 12. Juni 1941, S. 5.
  • Andreas Weigel: „Ach, wie arg, dass niemand weiß: Der Maler und Illustrator Karl Elleder“. In: Andreas Weigel: „Stars in Gars. Schaffen und Genießen. Reich bebilderte Geschichte der Sommerfrische Gars-Thunau von ihren Anfängen bis zur Gegenwart.“ In: Stars in Gars. Schaffen und Genießen. Künstler in der Sommerfrische. Herausgegeben vom Museumsverein Gars, Zeitbrücke-Museum Gars (Gars 2017) S. 9–174, hier: S. 78–82. ISBN 978-3-9504427-0-0.

Museale Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „Stars in Gars“-Ausstellung (7. April bis 1. Oktober 2017). Zeitbrücke-Museum, Gars am Kamp.
  • „Kinder und Bücher“-Ausstellung (10. November bis 10. Dezember 2017). Zeitbrücke-Museum, Gars.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Michael Koschers Arbeit über den Wiener Rob-Verlag bietet unter anderem detaillierte Informationen über die Zeitschriften „Mocca“ und „Faun“.
  2. Hermann Clemens Kosel (Hrsg.): Biographien der Wiener Künstler und Schriftsteller (= Deutsch-österreichisches Künstler- und Schriftsteller-Lexikon. Bd. 1). Gesellschaft für Graphische Industrie, Wien 1902, Band 1 (1902). S. 244.
  3. Stars in Gars: Neue Details zum Wahl-Garser Künstler Karl Elleder.
  4. a b Ganzseitiges Werbeinserat in: Österreichische Illustrierte Zeitung. 27. November 1921. S. 17.