Karl Hartmann (Dichter)

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Karl Hartmann (* 26. März 1857 in Eiserfeld; † 9. Februar 1910 in Betzdorf) war ein deutscher Lehrer sowie ein Heimat- und Mundartdichter.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Heimathaus in Eiserfeld, Elternhaus von Karl Hartmann

Dr. phil. Hartmann wuchs als Sohn des Johann Heinrich Hartmann, eines Bergmanns und Schichtmeisters in Eiserfeld auf. Der Vater verstarb früh, seine Mutter Sophie Catharine Baumgarten heiratete 1859 den vermögenden Eiserfelder Gewerken Friedrich Stolz. Sein Elternhaus war das heutige Eiserfelder Heimathaus (Museum). Hartmann besuchte in Siegen die Realschule, machte sein Abitur in Duisburg, studierte Sprachen und Naturwissenschaften in Bonn, Berlin, Freiburg und Münster und erhielt 1889 die Doktorwürde. Hartmann promovierte 1889 in Marburg im romanischen Seminar von Eduard Stengel über einen provenzalischen Text, Über die Eingangsepisoden der Cheltenhamer Version des Girart de Viane[1]. Eine stille Beteiligung am Alten Hammer, einem Walzwerk seines Halbbruders Wilhelm Stolz, machten ihn finanziell unabhängig.

1906 siedelte er nach Betzdorf über, fand am Progymnasium eine Anstellung, gab Privatstunden und gründete ein Internat für englische Schüler. Im Jahre 1884 heiratete er die Lehrerstochter Anna Ronte und hatte mit ihr vier Kinder. Am 9. Februar 1910 starb er in Betzdorf und wurde dort beigesetzt. Sein Grab ist mit Quarzsteinen aus dem Reinhold Forster Erbstollen eingefasst. Es ist das Erzbergwerk, an dem sein Stiefvater Friedrich Stolz Anteile hatte und welches die finanzielle Grundlage zu seinem Studium bildete.

Leistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hartmann bediente sich in seinen Heimatgedichten erstmals einer inneren Ernsthaftigkeit. Dadurch unterschied er sich merklich von allem, was bisher in Reimen oder Prosa in Siegerländer Mundart geschrieben wurde.

Bekannt ist heute vor allem noch das Lied: „Wo die Sieg in weitem Bogen …“ und auch das Mundart-Gedicht: „Iserfeäll, min Heimatdeärfche, grad wie eänem Blomekärfche läijste doa eäm deefe Grond …“ (auf Hochdeutsch: „Eiserfeld, mein Heimatdörfchen, gerade wie ein Blumenkörbchen liegst du da im tiefen Grund …“)

Eine Karl-Hartmann-Straße in Siegen erinnert noch an den ersten Siegerländer Heimatdichter.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Professor aus Kalau auf der internationalen Kunstausstellung verbunden mit grosser Gartenbau-Ausstellung zu Düsseldorf 1904 in Knittelversen u. dito Prosa ... Münster, 1904. (Digitalisat)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eintrag im Abschnitt Marburg in: Deutschsprachige Dissertationen (D, A, CH) des Jahres 1889–90. Bearbeitet von Stuart Jenks