Karl Krziwanek

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Revers einer Carte de Visite für W. Högler in Bregenz; Lithografie von „K. Krziwanek, Wien

Karl Krziwanek (um * 1834; † 25. September 1874)[1] war ein österreichischer Händler für Fotografiebedarf und Besitzer einer lithografischen Anstalt. Er war zu Lebzeiten Inhaber der Einzelfirma „Karl Krziwanek“, deren Name nach seinem Tod weitergeführt wurde.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Revers einer CdV des Atelier E. Bieber um 1875

Zur Ausbildung und den familiären Verbindungen von Karl Krziwanek gibt es keine Kenntnisse. Der Nachname war mit und ohne Adelsprädikat zu der Zeit in österreichischen Kaiserreich nicht außergewöhnlich.

Krziwanek hatte für seine Firma zwei Standbeine geschaffen. Von Beginn an betrieb er eine lithographische Anstalt. Hier wurden Kartons geschnitten und die Revers dekoriert. Kartons waren als Unterlage für die hauchdünnen Photopapiere notwendig, die die Neigung hatten, sich aufzurollen. Im Laufe der Zeit lieferte er dann die nahezu vollständige Ausstattung von photographischen Ateliers wie Hintergründe, Mobiliar und anderer Einrichtungsgegenstände. Dafür war er bereits 1868 auf der Ausstellung in Hamburg prämiert worden.[2] Im Laufe der Jahre kamen Objektive, Kameras und Zubehör hinzu. Platten, Fotopapiere und Chemikalien hatte er ebenso im Angebot.

Karl Krziwaneks Firma war erfolgreich. Die Gründung der Firma geschah zu dem Zeitpunkt, als sich die Carte-de-Viste als das geläufigste Format für Photographien durchzusetzen begann. Krziwaneks Firma lieferte 1867 für die Wiener Fotografen rund 1,5 Millionen „Visitkartons“ aus.[3]

Karl Krziwanek war Mitglied der Photographischen Gesellschaft in Wien und zeitweilig deren Kassenprüfer und Mitglied im Comité.

Firma Karl Krziwanek oder K. Krziwanek[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Tod von Karl Krziwanek wurde seine Frau Leonie Inhaberin der 1860 gegründeten Firma.[4] Als Prokurist war Franz Exner 1875 eingetragen.[5] Mindestens bis zum Jahr 1900 blieb er Mitarbeiter in leitender Funktion. Als Leiter der lithographischen Anstalt zeichnete Herr Gärtner verantwortlich. Im Jahr 1900 feierte er sein 25-jähriges Jubiläum. Als Prokuristen zeichneten zeitweilig Heinrich Tausenau († 1891) und Jean Mainguet verantwortlich. Ein weiterer Mitarbeiter war Julius Türk.[6]

Die gesellschaftlichen Verhältnisse sind nicht aufgeklärt. Um das Jahr 1880 wurde der Rechtsanwalt Carl Ritter von Tarnóczy-Sprinzenberg zeitweilig als Geschäftsführer genannt.[7] Nachdem Karl Beck, Buchhalter in Fa. Kühle & Milesche und der Reisende Johann Prihoda 1907 die Firma „Prihoda & Beck“ mit dem Ziel, mit photographischen Bedarfsartikeln zu handeln, gegründet hatten, übernahmen sie im selben Jahr die Firma „Karl Krziwanek“.[8] Der Name „Karl Krziwanek Nachf. Prihoda & Beck“ blieb noch ein paar Jahre erhalten.

Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Camée-Medaillon-Visitkarte, in: Photographische Correspondenz VII. Band, Wien 1870, S. 199–200.

Werbliche Anzeigen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anzeige in Photographische Correspondenz, 6. Jg. 1869, gegenüber S. 17, (online).
  • Anzeige in Photographische Correspondenz, 6. Jg. 1869, nach S. 70, (online), (online)
  • Anzeige in Photographische Correspondenz, 6. Jg. 1869, gegenüber S. 95, (online)
  • Anzeige in Photographische Correspondenz, 6. Jg. 1869, gegenüber S. 236, (online)
  • Anzeige in Photographische Correspondenz, 8. Jg. 1871, gegenüber S. 252, (online)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: K. Krziwanek – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Photographische Correspondenz – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Personalnachricht. „Herr Carl Krziwanek, …, ist am 25. September im Alter von 40 Jahren, … verschieden.“ (Quelle: Photographische Notizen, 10. Jg., Wien 1874, S. 153–154) und (weitere Quelle: Vereins- und Personalnachrichten, in: Photographische Correspondenz, XI. Band, Wien 1874, S. 171–172.)
  2. Photographische Correspondenz V. Band, Wien 1868, S. 279.
  3. Statistisches. In: Ludwig Schrank (Hrsg.): Photographische Correspondenz V. Band, Wien 1868, S. 54.
  4. Anzeige in Neues Wiener Tageblatt, 9. Oktober 1874, Nr. 277, S. 9.
  5. Karl Krziwanek. In: Adolph Lehmann's allgemeiner Wohnungs-Anzeiger, Wien, Band 13, A. Hölder, Wien 1875, S. 648. Widersprüchlich dazu der Titel eines Geschäftsführers (Quelle: Neue Mitglieder, in: Photographische Correspondenz X. Band, Wien 1873, S. 201.) oder Geschäftsleiters.
  6. Die Namen der Mitarbeiter ergeben sich aus div. Berichten und Protokollen von Versammlungen des Photographischen Vereins, in denen sie namentlich erwähnt wurden. Vereinsorgan war die Photographische Korrespondenz.
  7. Protokoll der Jahresversammlung, in: Photographische Correspondenz 18. Band, Wien 1881, S. 1.
  8. Geschäftsnachrichten. In: Photographische Correspondenz, 44. Jg., 1907, S. 599.