Karlstal

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Karlstal
Karlstal 101.jpg
Lage Rheinland-Pfalz, Deutschland
Gewässer Moosalb
Gebirge Pfälzerwald (Pfälzisches Holzland)
Geographische Lage 49° 20′ 58,8″ N, 7° 45′ 26,7″ OKoordinaten: 49° 20′ 58,8″ N, 7° 45′ 26,7″ O
Karlstal (Rheinland-Pfalz)
Karlstal

Das Karlstal der Moosalb ist ein Naturschutzgebiet bei Trippstadt im Pfälzerwald (Rheinland-Pfalz) und unter der Nummer 335 055 als Karlstalschlucht registriert.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Karlstal liegt etwa zehn Kilometer südlich von Kaiserslautern in der Nähe des Luftkurorts Trippstadt. Die rund drei Kilometer lange Karlstalschlucht kann über einen Wanderweg begangen werden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Auftrag von Freiherr Karl Theodor von Hacke, Inhaber der Herrschaft Trippstadt, († 1792, Enkel des Ludwig Anton von Hacke)[1] war Friedrich Ludwig von Sckell, der in Deutschland die ersten Landschaftsgärten gestaltete, in den 1780er Jahren mit dem Um- und Ausbau des Trippstadter Schlossgartens befasst. Dabei lernte er das nahegelegene Karlstal kennen und charakterisierte es so:

Eines der schönsten Thäler, die ich in dieser Art gesehen ... habe ..., liegt in der Herrschaft Trippstadt ..., damals das Karlstal genannt.

Friedrich Ludwig von Sckell

Auf Wunsch des Freiherrn nahm Sckell im gut einen Kilometer langen Zentrum der Schlucht Veränderungen vor und passte einen Wanderweg mit kleinen Holzbrücken und einem hölzernen Pavillon (erneuert) so in das Tal ein, dass der naturnahe Gesamteindruck eher noch verstärkt wurde. Das südwestlich unterhalb des Schlossparks liegende Karlstal sollte quasi dessen verlängerte, natürliche Fortsetzung sein. Ursprünglich hieß es Wüstetal, dann erhielt es nach Freiherr Karl Theodor von Hacke den Namen Karlstal.[2]

Das gesamte Dominalgut Trippstadt, mit Schloss und Karlstal, wurde 1833 von Reichsrat Ludwig von Gienanth erworben.

Eine Eisentafel am Taleingang weist auf fürstlichen Besuch hin: Exkönig Ludwig I. von Bayern, Großherzog Ludwig III. von Hessen-Darmstadt sowie Erzherzogin Hildegard von Österreich samt Gefolge besichtigten das Tal am 9. August 1862. Der König war bereits 1858 schon einmal hier gewesen.[3]

Landschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karlstal

Die von der Moosalb durchflossene und weitgehend naturbelassene Felsenschlucht gehört wegen der großen Gesteinstrümmer aus dem roten Buntsandstein der Region, der zahlreichen kleinen Wasserfälle sowie des alten Laub- und Nadelbaumbestandes zu denjenigen Zielen im Pfälzerwald, die von den für Tourismus Verantwortlichen als sehenswert angeboten werden.

Am linksseitigen Hang des Karlstales, nur auf einem kaum befestigten Pfad zu erreichen, liegt eine ehemals bewohnte Felsenhöhle, weiter oben auf ebenem Gelände die Amseldell, eine früher parkartig gestaltete, heute verfallene Anlage aus dem 19. Jahrhundert, die ursprünglich mit einem Irrgarten, einem Schießstand und einer Hütte ausgestattet war.[4][5]

Weitere Sehenswürdigkeiten in der Umgebung sind im Artikel Moosalb behandelt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historische Ansicht um 1900, mit altem Pavillon
Gedenktafel an den Königsbesuch von 1862

An seinem westlichen Ende befand sich entlang der Biebermühlbahn einst der Haltepunkt Karlsthal, der mangels Rentabilität jedoch in den 1980er Jahren aufgelassen wurde. Nächster Bahnhof ist seither Schopp.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Dammbrück: Die letzte Bewohnerin der Felsenhöhle am Aufgang zur „Amseldell“, das „Felsenweib“ vom Trippstadter Karlstal. In: Blätter zur Heimatgeschichte von Trippstadt. Nr. 6, 1996, S. 40–42.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Karlstal (Moosalb) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genealogische Seite zu Karl Theodor von Hacke
  2. Andreas Stieglitz: Wandern im Pfälzerwald, DuMont Reiseverlag, 2013, S. 139, ISBN 377018033X; Digitalscan
  3. Webseite zur Amseldell Trippstadt
  4. Wolfgang Dammbrück (s. Literatur)
  5. Hermann-Josef Ehrenberg: Tag des offenen Denkmals. Der andere Garten von Trippstadt. 2007, abgerufen am 18. März 2010 (PDF; 389 kB).

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]