Trippstadt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Trippstadt
Trippstadt
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Trippstadt hervorgehoben
Koordinaten: 49° 22′ N, 7° 46′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Kaiserslautern
Verbandsgemeinde: Kaiserslautern-Süd
Höhe: 406 m ü. NHN
Fläche: 43,74 km2
Einwohner: 3046 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 70 Einwohner je km2
Postleitzahl: 67705
Vorwahl: 06306
Kfz-Kennzeichen: KL Vorlage:Infobox Verwaltungseinheit in Deutschland/Wartung/Kfz enthält Kleinbuchstaben
Gemeindeschlüssel: 07 3 35 047
Gemeindegliederung: 20 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Pirmasenser Straße 62–64
67655 Kaiserslautern
Webpräsenz: www.trippstadt.de
Ortsbürgermeister: Manfred Stahl
Lage der Ortsgemeinde Trippstadt im Landkreis Kaiserslautern
Karte

Trippstadt ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Kaiserslautern-Süd an, innerhalb derer sie gemessen an der Einwohnerzahl die größte Ortsgemeinde darstellt. Trippstadt ist ein staatlich anerkannter Luftkurort.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trippstadt liegt im Herzen des Pfälzerwaldes 15 Straßenkilometer südlich von Kaiserslautern im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Vosges du Nord. Der Südosten der Gemarkung ist Teil des Pfälzischen Holzlandes, das in östlicher Richtung in die Frankenweide übergeht. Der Ort selbst liegt auf einer Höhe von etwa 406 m ü. NHN. Nachbargemeinden sind - im Uhrzeigersinn - Kaiserslautern, Elmstein, Wilgartswiesen, Leimen (Pfalz), Heltersberg, Schmalenberg, Schopp und Stelzenberg.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Hauptort gehören über 20 Ortsteile, die zum Teil nur aus einzelnen Häusern bestehen:

Antonihof, Aschbacherhof, Bartelsberg, Bergfeld, Gutenbrunnen, Hasenberg, Heidenkopf, Johanniskreuz, Karlstalhaus, Langensohl, Lauberhof, Meiserspring, Meisertal, Mittelhammer, Neuhof, Oberhammer, Sägmühle, Tiefenteich, Unterhammer, Weiherfelderhof, Wilensteinerhof, Wilensteinermühle.

Erhebungen und Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der höchste Punkt der Gemarkung ist der Steinberg mit 528 m. Im Tal südwestlich des Hauptortes fließt die Moosalbe, die im Osten der Gemarkung entspringt. Vor Ort nimmt die mehrere Nebenbäche wie den Ehebach auf. Im Südosten entspringt der Schwarzbach, der die Trippstadter Gemarkung nach rund einem Kilometer verlässt. Von links nimmt dieser den Pferdsbach auf, der die Grenze zu Leimen bildet.Der Aschbach im Norden des Gemeindegebiets unweit der Grenze zu Kaiserslautern.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Jahresniederschlag beträgt 941 mm. Die Niederschläge sind hoch. Sie liegen im oberen Viertel der in Deutschland erfassten Werte. An 81 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der April, die meisten Niederschläge fallen im Dezember, 1,6-mal mehr als im April. Die Niederschläge sind recht gleichmäßig übers Jahr verteilt. An 28 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barockes Grabdenkmal der Freiherren von Hacke in der katholischen Schlosskirche St. Joseph (1783)

Trippstadt wurde 1293 als Driebescheit erstmals urkundlich erwähnt. Es gehörte zur Herrschaft Wilenstein der Grafschaft Falkenstein, gelangte an die Kurpfalz und wurde 1716, zusammen mit den Ortschaften Mölschbach und Stelzenberg, dem Kurpfälzer Oberstjägermeister bzw. Oberstforstmeister Freiherr Ludwig Anton von Hacke (1682–1752) zu Lehen aufgetragen. Die Familie von Hacke machte Trippstadt zu ihrer Residenz und ließ dort ihr Schloss mit der katholischen Schlosskirche St. Joseph errichten, die auch ihre Grablege wurde.[3] Die Herrschaft der Familie dauerte bis Ende des 18. Jahrhunderts.

Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Trippstadt in den Kanton Kaiserslautern eingegliedert und besaß eine eigene Mairie, die zusätzlich Krickenbach, Mölschbach und Stelzenberg umfasste. Im selben Jahr wurde er Österreich zugeschlagen. Bereits ein Jahr später wechselte der Ort wie die gesamte Pfalz in das Königreich Bayern.[4] Von 1818 bis 1862 gehörte er dem Landkommissariat Kaiserslautern an; aus diesem ging das Bezirksamt Kaiserslautern hervor.

Seit 1939 ist die Gemeinde Bestandteil des Landkreises Kaiserslautern. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Trippstadt innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde der Ort 1972 in die neu geschaffene Verbandsgemeinde Kaiserslautern-Süd eingegliedert. Zum 1. Juli 2019 wird Trippstadt in die Verbandsgemeinde Landstuhl wechseln.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Trippstadt, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2][1]

Jahr Einwohner
1815 1.227
1835 1.576
1871 1.391
1905 1.375
1939 1.371
1950 1.637
Jahr Einwohner
1961 1.914
1970 2.145
1987 2.478
1997 2.916
2005 3.150
2016 3.046

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2014 waren 38,7 Prozent der Einwohner evangelisch und 30,7 Prozent katholisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[5] Die Katholiken gehören zum Bistum Speyer, die Evangelischen zur Protestantischen Landeskirche Pfalz.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Trippstadt besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[6]

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2014 5 4 11 20 Sitze
2009 6 4 10 20 Sitze
2004 7 6 7 20 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Trippstadt e.V.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Trippstadt
Blasonierung: „Geteilt und oben gespalten, oben rechts in Gold ein rotes Schräggitter, oben links von Blau und Silber und Rot geteilt, unten in Silber zwei aufgerichtete, gegeneinander gewölbte, von Rot und Gold und Blau gestreifte Regenbogen.“[7]
Wappenbegründung: Es wurde 1927 vom Bayerischen Staatsministerium des Innern genehmigt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Trippstadt
Burg Wilenstein
Karlstal

In Trippstadt existiert ein Eisenhüttenmuseum, in dem gezeigt wird, wie Schmiede vor 2000 Jahren gearbeitet haben. Das Museum ist in einer renovierten früheren Schmiede untergebracht. Des Weiteren gibt es einen Skulpturenweg. In Unterhammer im Karlstal werden aktuell Ausstellungen gezeigt und Konzerte durchgeführt. Außerdem gibt es im Park umfangreiche Informationstafeln über die Industriegeschichte der Region.

Erwähnenswerte Bauwerke in Trippstadt sind das Trippstadter Schloss, die katholische Schlosskirche mit dem barocken Grabdenkmal der Freiherrn von Hacke, die Burg Wilenstein, die Klug’sche Mühle, der Brunnenstollen, das ehemalige Kurbad Gutenbrunnen, das ehemalige Eisenhammerwerk und heutige Industriedenkmal Unterhammer (im Karlstal) und die Evangelische Kirche dar. Sehenswert sind weiterhin der Schlossgarten mit ehemaligem Arboretum, das Karlstal mit der Moosalb und die Amseldell oberhalb des Karlstales.

Bei drei internationalen Bildhauersymposien entstand zwischen 1990 und 1996 der Skulpturenweg Trippstadt-Stelzenberg. Wie auch der Skulpturenweg Karlstal entlang der Moosalb und des Karlstals ist er Teilstück des Skulpturenwegs Rheinland-Pfalz.

In der Nähe der Burg Wilenstein befindet sich zudem ein mennonitischer Friedhof.

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An jedem ersten September-Wochenende findet das Kohlenbrennerfest statt, an jedem zweiten Samstag im Oktober wird in der Karlstalhalle das Oktoberfest der Musikkapelle Trippstadt veranstaltet. Die AG Song hielt vom 10. bis zum 12. September 1976 ein Treffen in der Gemeinde ab.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 1991 gegründete Plattenfirma Mons Records hat ihren Sitz in Trippstadt.

Institutionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Trippstadter Schloss ist die Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft des Landes Rheinland-Pfalz untergebracht. Die Gesellschaft für Dienste im Alter betreibt vor Ort ein Wohnstift.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es existiert die TSG 04 Trippstadt, die mit Hussein Assane einen Teilnehmer an den Deutschen Pétanque-Meisterschaften von 2008 stellte. Der Bikepark Trippstadt bildet eine Sonderstrecke des Mountainbikepark Pfälzerwald.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Gemeinde verlaufen die Kreisstraße 50 und der Pfälzer Waldpfad. Nächstgelegener Bahnhof ist Schopp an der Biebermühlbahn.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thilo Berg (* 1959) betreibt in Trippstadt eine Schallplattenfirma.
  • Christoph Friedrich Cotta (1758–1838), Jurist und Jakobiner, starb vor Ort.
  • Carola Dauber (1898–1985), Politikerin (SPD), war zeitweise Ortsvorsitzende ihrer Partei und Mitglied im Gemeinderat.
  • Leopold Wilhelm von Dobschütz (1763–1836), preußischer General, war am Gefecht bei Trippstadt beteiligt.
  • Anton Fooß, auch Anton Foohs (1871–1940), Prälat, 1908 Begründer des Pfälzer Katholikentages in Johanniskreuz, war von 1906 bis 1910 katholischer Pfarrer von Trippstadt.
  • Ernst Germer (1901–1987), deutscher Künstler, war Kunsterzieher und Hochschullehrer.
  • Ludwig von Gienanth (1767–1848), Unternehmer, führte die Eisenwerke in Trippstadt und errichtete das Herrenhaus in Trippstadt-Unterhammer.
  • Joachim Gießner (1913–2003) lebte von 2002 bis zu seinem Tod in einem Seniorenheim vor Ort.
  • Sigmund Jacob Haeckher (1720–1772) entwarf das Trippstadter Schloss.
  • Ferdinand Kobell, (1740–1799), deutscher Maler, Kupferstecher und Radierer
  • Peter Leibfried (1947–2014), starb vor Ort und war Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kaiserslautern-Süd von 1980 bis 2000.
  • Jakob Anton Leyser (1830–1897), Pfarrer und Schriftsteller
  • Franz Josef Reinl (1903–1977), österreichischer Komponist, verbrachte seine letzten Lebensjahre in Trippstadt.
  • Axel Roeder, (* 1941) Direktor der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft in Trippstadt, Träger des Verdienstordens des Landes Rheinland-Pfalz
  • Bernd Rosenberger (* 1944), Mathematiker, war von 1979 bis 1984 Mitglied des Gemeinderats.
  • Wolfgang Rumpf (1936–2006) war von 1966 bis 1971 Dozent an der Landesforstschule in Trippstadt.
  • Gerhard Stammwitz, Träger des Bundesverdienstkreuzes
  • Hubert Zintl (1936–2016), Förster in Johanniskreuz, Heimatforscher und Autor

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Trippstadt – Sammlung von Bildern
 Wikivoyage: Trippstadt – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Bundesamt – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2016 (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Website zur St.-Joseph-Kirche Trippstadt
  4. Peter Gärtner: Geschichte der bayerisch-rheinpfälzischen Schlösser, Band 1, S. 140 u. 141, Speyer; 1854; (Digitalscan)
  5. KommWis, Stand: 31. Dezember 2014
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  7. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3
  8. Erich Schmidt: Hahn, Ludwig Philipp. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 10, Duncker & Humblot, Leipzig 1879, S. 371 f.