Kazimierz Marcinkiewicz

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Kazimierz Marcinkiewicz (2006)

Kazimierz Marcinkiewicz (Audio-Datei / Hörbeispiel Aussprache?/i) (* 20. Dezember 1959 in Gorzów Wielkopolski) ist ein konservativer polnischer Politiker und war zwischen dem 31. Oktober 2005 und dem 14. Juli 2006 Ministerpräsident des Landes als Nachfolger von Marek Belka.

Marcinkiewicz wurde im Sommer 2006 kommissarischer Stadtpräsident (Oberbürgermeister) von Warschau, unterlag aber am 26. November 2006 im zweiten Wahlgang seiner liberalen Gegenkandidatin Hanna Gronkiewicz-Waltz von der Platforma Obywatelska (PO, dt. Bürgerplattform).

Bis Oktober 2007 gehörte er der Partei Prawo i Sprawiedliwość (PiS, dt. Recht und Gerechtigkeit) an. Seitdem ist er parteilos.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marcinkiewicz studierte Physik an der Universität Breslau (Abschluss 1984). Anschließend arbeitete er als Grundschullehrer und Vizedirektor in seiner Heimatstadt Gorzów Wielkopolski. Weitere Erfahrungen sammelte er als Mitglied der Solidarność-Bewegung seit 1981 und als Redakteur der Gorzower Untergrundpresse in den 1980er Jahren. Im Jahre 1992 wurde er als Staatssekretär in das Ministerium für Nationale Erziehung berufen (bis 1993). Von 1999 bis 2000 war er Kabinettschef des Ministerpräsidenten Jerzy Buzek. Von 1989 bis 2002 war er Mitglied der Christlich-Nationalen Vereinigung.

Sein überraschender Karrieresprung ist vor allem dadurch zu erklären, dass der Parteivorsitzende Jarosław Kaczyński auf das Amt des Ministerpräsidenten verzichtete, um die Chancen seines Zwillingsbruders Lech bei den Präsidentschaftswahlen nicht zu gefährden. Am 7. Juli 2006 kündigte Marcinkiewicz jedoch seinen Rücktritt als Ministerpräsident Polens an, welcher am 10. Juli erfolgte. Als Grund für den Rücktritt werden unter anderem Differenzen mit Jarosław Kaczyński im Bereich der Personalpolitik vermutet sowie das hohe Ansehen Marcinkiewiczs in der Bevölkerung, welches für Kaczyński eine Bedrohung dargestellt haben könnte.[1] Das politische Komitee der PiS hat anschließend den Parteivorsitzenden Jarosław Kaczyński für die Nachfolge empfohlen.

Privatleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus erster Ehe hatte Marcinkiewicz vier Kinder. Am 21. August 2009 heiratete er im polnischen Konsulat in Barcelona die 28-jährige Bänkerin Izabela Olchowicz, von der er sich im Januar 2016 scheiden ließ.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kazimierz Marcinkiewicz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 9. Juli 2006.
  2. http://www.fakt.pl/wydarzenia/polityka/kazimierz-marcinkiewicz-rozwiodl-sie-z-isabel/073nkzq Fakt, 23. Januar 2016, abgerufen am 23. Mai 2017