Kehlen (Luxemburg)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kehlen
Wappen Karte
Wappen von Kehlen Lage von Kehlen im Großherzogtum Luxemburg
Basisdaten
Staat: Luxemburg
Koordinaten: 49° 40′ N, 6° 2′ OKoordinaten: 49° 39′ 57″ N, 6° 1′ 50″ O
Kanton: Capellen
Einwohner: 5475 (1. Januar 2016)[1]
Fläche: 28,2 km²
Bevölkerungsdichte: 194,3 Einw./km²
Gemeindenummer: 00009006
Website: www.kehlen.lu
Politik
Bürgermeister: Aloyse Paulus (LSAP)
Wahlsystem: Proporzwahl

Kehlen (luxemburgisch Kielen) ist eine Gemeinde im Großherzogtum Luxemburg und gehört zum Kanton Capellen.

Zusammensetzung der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus den Ortschaften:

  • Dondelange
  • Kehlen und Kehlen-Brameschhof
  • Keispelt
  • Meispelt
  • Nospelt
  • Olm gliedert sich auf in drei Teile: Olm-Duerf, Olm-Kraizwee und Olm-Huesekneppchen
  • Drei Gehöfte: Direndall, Weidendall und Quatre-Vents

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name „Kehlen“ kommt her aus dem lateinischen Callidovilla (Landhaus des Callido), die Ansiedlung ist nachgewiesen ab 636. Auf frühere Ansiedelungen weisen archäologische Grabungen sowie die Entdeckung keltischer Grabstätten um Kehlen hin, gallo-römische Friedhöfe und römische Villen in der Umgebung von Nospelt sowie merowingische Gräber zwischen Nospelt und Dondelingen.

Ausgrabungen einer gallo-römischen Villa

Auf der Höhe von Schoenberg nahe Kehlen, an der Kreuzung zweier römischer Straßen, existierte höchstwahrscheinlich eine Ansammlung gallo-römischer Gebäude, worauf der Fund eines Sockels hindeutet, der vier Gottheiten darstellt. Das Original wird im Staatsmuseum aufbewahrt; eine Replikation wurde vor dem Friedhof von Schoenberg aufgestellt. Dass Schoenberg in die Liste nationaler Denkmäler aufgenommen wurde, verdankt es der Kapelle (Chor der ehemaligen Kirche) und den alten Grabsteinen, die bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts zurückdatieren. Die ehemalige Pfarrkirche von Schoenberg, deren Register bis zum Jahre 1637 zurückgehen, war in Abhängigkeit zur Abtei St. Maximin in Trier. Der Legende nach soll auf dem Plateau von Schoenfels ein Dorf existiert haben, das nach einer Pest verschwunden sei; doch keine Spuren wurden gefunden.

Die Ortschaften Keispelt und Meispelt entwickelten sich infolge umfangreicher Rodungen, die durch die fränkischen Adligen und die Abtei St. Maximin gefördert wurden. Im Mittelalter gehörten sie zur Herrschaft Ansemburg, für welche Keispelt als Hauptort fungierte.

Dondelingen (frz.: Dondelange) war in der Vergangenheit bekannt für seine beiden Kornmühlen, die schon für 1280 und 1328 nachgewiesen sind; sie gibt es aber nicht mehr. Die Fenster der St. Hubert geweihten Kapelle in Dondelingen stellen Jagdwild dar.

Die Ortschaft Olm, Name abgeleitet vom Ulmenbaum, wurde zum ersten Male 1528 auf einem „Feuerstättenverzeichnis“ erwähnt. Sie zählt heute über 1500 Einwohner, davon ungefähr 1200 im Neubaugebiet Huesekneppchen.

Die Sozialgeschichte der Gemeinde ist geprägt durch Bauern und Handwerker. Mit der Industrialisierung des Landes sowie dem Strukturwandel nach dem Zweiten Weltkrieg ist heutzutage der überwiegende Teil der Einwohnerschaft im Dienstleistungssektor beschäftigt.[2]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Grossteil der Bevölkerung gehört der katholischen Konfession an, die 3 Pfarrverbände Kehlen/Olm, Nospelt/Dondel und Keispelt/Meispelt, wurden zu Beginn des 21-Jahrhunderts in einen überregionalen Pfarrverband mit Namen Mamerdall (kommend vom gleichnamigen Fluss,welche die 3 Gemeinden durchkreuzt) gebildet, demselbigen gehören noch die Gemeinden Kopstal und Mamer an.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen und Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Nospelt befand sich eines der ältesten Zentren der Herstellung von Küchengeräten aus Ton; das Töpferhandwerk („Aulebäcker“, 1819: 17 Betriebe; bis 1914) war über die Grenzen des Landes hinaus bekannt. Ein weiterer Augenschmaus ist das Töpfermuseum, welches in der Werkstatt des "Dittjes Neckel" untergebracht ist auf ( 8, rue des Potier Nr.13 ). Hier ist vor allem der seit zu Beginn des 20-Jahrhunderst gebaute alte Brennofen zu bewundern, in dem das Töpfermaterial noch bis in die 1930er Jahre gebrannt wurde. Auch weiß der emsige Betreiber des Museums der angesiedelte Syndicat d'Iniative regelmäßig mit sehenswerten Ausstellungen, und Detailrekonstruktionen das Publikum zu begeistern. 1973 wurde in der Ortsmitte ein Block aus rotem Sandstein aufgestellt, in den der Bildhauer Léon Nosbusch das Relief eines an der Scheibe arbeitenden Töpfers gemeißelt hat. Ein ca. 8 km langer Wanderweg führt über die Nospelter Gemarkung zum Naturschutzgebiet „Telpeschholz“, eine Heide- und Ginsterlandschaft, ein weiterer Wanderweg vor kurzen fertiggestellt mit einer Länge von ca.10 km wird ebenfalls den Wanderer und Naturliebhaber angeboten. Ein seit mehreren Jahrzehnten angesiedelter Verein, die „Georges Kayser Altertumsforscher“ mit ca. 1200 Mitgliedern, führt regelmäßige Grabungen keltischer und römischer Zeit durch. Ein sehenswertes Museum befindet sich in Nospelt selbst auf dem Place de l'Eglise, wo zum Teil die Besiedlung der Römer und der Kelten anhand von Bildern, Kleidung und Maqueten nachgestellt wird. Sehenswert sind auch die Fundgegenstände der Region.

Brauchtum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Ostern wird „Emaischen“[3] gefeiert, was an die Tradition der Töpferei in Nospelt anknüpft. Am Ostermontag an den Verkaufsständen werden „Péckvillercher“ angeboten.

Der Peckvillchen ist ein sogenannter Pfeifvogel, welcher vor vielen Jahren als Kinderspielzeug diente und über 2 Töne verfügte. Interessant ist vor allem das Angebot an den verschiedensten Töpferwaren. In den letzten Jahren konnten regelmäßig über 15.000 Besucher begrüßt werden. Vor allem sind die beiden in der Ortschaft angesiedelten Museen sehenswert und dem Besucherstrom geöffnet, die beiden Museen beinhalten eine alte Töpferwerkstatt aus den Anfängen des 20-Jahrhunderst, in welchem noch bis in die 30-Jahre gearbeitet wurde, das andere sehenswerte Museum ist der Römer-und Keltenzeit gewidmet.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kehlen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. STATEC Luxembourg – Population par canton et commune 1821–2015 (franz.)
  2. Histoire.
  3. Eemaischen in der letzeburgischsprachigen Wikipedia
  4. [http://www.journal.lu/index.php?id=8&tx_m65xml2db_pi1[uid]=9763&cHash=d786d9cbe9 Nospelter „Emaischen“ 2010.] In: Lëtzebuerger Journal, 30. März 2010.