Kerstenhausen

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Kerstenhausen
Koordinaten: 51° 3′ 50″ N, 9° 13′ 0″ O
Höhe: 195 m ü. NHN
Fläche: 5,32 km²[1]
Einwohner: 508 (Jan. 2016)[2]
Bevölkerungsdichte: 95 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Eingemeindet nach: Kleinenglis
Postleitzahl: 34582
Vorwahl: 05682
Kerstenhausen und die Schwalmpforte
Kerstenhausen und die Schwalmpforte

Kerstenhausen ist ein Stadtteil von Borken im Schwalm-Eder-Kreis.

Am südlichen Ortsrand fließt die Schwalm vorbei, kurz bevor sie durch die Schwalmpforte in die Schwalmaue bei Borken durchbricht. Kerstenhausen wird durch die Bundesstraße 3 zerschnitten. Im Osten liegt die Anschlussstelle Borken zur Bundesautobahn 49.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung des Orts stammt aus dem Jahre 1044 als „Christinehysen“ in einer im Stift Gandersheim ausgestellten Urkunde, die sich heute im Staatsarchiv von Luzern befindet.

Evangelische Dorfkirche

Im Jahr 1344 wird die zum benachbarten Dorf Kleinkerstenhausen gehörende Margarethenkirche erstmals urkundlich erwähnt. Kleinkerstenhausen lag an der heutigen Straße von Arnsbach nach Kerstenhausen. Es schrumpfte im Laufe der Jahrhunderte zu einem einzelnen Hof zusammen und wurde 1578 letztmals erwähnt; die Bewohner zogen nach (Groß-)Kerstenhausen. Die Margarethenkirche verfiel, und in der Folge wurde die Kirche in (Groß-)Kerstenhausen erweitert, um Platz für die angewachsene Gemeinde zu schaffen. Dokumentiert sind der Kirchenneubau im Jahr 1742 und ein Umbau des Kirchenraumes im Jahr 1864.

Kerstenhausen und die Schwalmpforte, Blick von Südwesten

Bis zur Eröffnung der Eisenbahnlinie Marburg-Kassel im Jahr 1850 befand sich in Kerstenhausen eine bedeutende Poststation, da der Ort an einer der ältesten deutschen Postrouten lag. Bereits im Mittelalter war die „Cassel-Frankfurter-Straße“ eine wichtige Nord-Süd-Verbindung. Die Straße von Fritzlar nach Kerstenhausen, heute Teilstück der Bundesstraße 3, wurde 1803–1804 gebaut; dabei wurden unterhalb der Hundsburg Hügelgräber und Graburnen gefunden.[3] Von 1807 bis 1814 gehörte Kerstenhausen zum Königreich Westphalen, und das französische Gouvernement ordnete die Errichtung weiterer „Postrelais“ an der Strecke Kassel-Frankfurt an. Nach dem Wiener Kongress wurde der Posthof in Kerstenhausen von der Thurn-und-Taxis-Post übernommen. Mit der Aufnahme des Eisenbahnverkehrs auf der Main-Weser-Bahn verlor die Handels- und Postverbindung auf der Frankfurter Straße an Bedeutung.

Am 31. Dezember 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde in die Nachbargemeinde Kleinenglis eingegliedert. Diese kam am 1. Januar 1974 zu Borken.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kerstenhausen, Gemeinde Borken. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 8. September 2011). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. Stadtinfo der Stadt Borken (Hessen) - Einwohnerzahlen, abgerufen im Januar 2016
  3. Georg Landau: „Beiträge zur hessischen Ortsgeschichte“, in: Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde, Achter Band, Kassel, 1860 (S. 96–97)
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 392 und 393.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kerstenhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien