Kilian Kleinschmidt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Kilian Kleinschmidt

Kilian Kleinschmidt (* 1962 in Essen, Deutschland[1]) ist ein deutscher Unternehmer, Leiter von Flüchtlingslagern und ehemaliger Mitarbeiter des Flüchtlingskommissariats der Vereinten Nationen (UNHCR).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kleinschmidt wuchs in Berlin auf und arbeitete als Dachdecker.[2] 1988 lernte der Sohn eines Lehrers bei einer Motorradtour durch Mali Entwicklungshelfer kennen und schloss sich ihnen an.[1] In der Folge war er für die Vereinten Nationen beziehungsweise ihre Hilfswerke in verschiedensten Krisenregionen der Erde beschäftigt.

1991 war er für das UN-Welternährungsprogramm im Südsudan tätig und erlebte das „Massaker von Bor“ mit. Anschließend wurde er von UNHCR nach Somalia geschickt, von wo er nach der Schlacht von Mogadischu 1993 abgezogen wurde. Im Zweiten Kongokrieg war Kleinschmidt maßgeblich an der Einrichtung einer Luftbrücke nach Kinshasa beteiligt.[2]

Von 2013 bis 2014 war Kleinschmidt Leiter des Flüchtlingscamps Zaatari und baute in diesem eine Verwaltung auf. Sein Plan war es, aus dem Lager eine Stadt zu machen – statt Essensausgaben sollten etwa privat geführte Geschäfte entstehen, in denen die Flüchtlinge mit Bons einkaufen können. Das Vorhaben scheiterte, Kleinschmidt kündigte und zog nach Wien. Seit September 2015 ist er als Berater für das Erstaufnahmezentrum Traiskirchen tätig.[3]

2014 gründete er das Startup Switxboard, das darauf abzielt, Unternehmen mit Flüchtlingslagern und -projekten zu vernetzen, um so Unternehmensspenden durch ressourcenreiche Firmen zu ermöglichen. Bisherige Partnerschaften inkludieren Refugee Open Ware, das 3D-Drucker für medizinische Zwecke in Krisengebieten einsetzen will, More Than Shelters, das flexible Wohnmodule herstellt, oder mFieldwork, das Informationsaufbereitungssysteme für Organisationen bietet.[4]

Kleinschmidt ist regelmäßig als Sprecher bei Veranstaltungen wie der TEDx Hamburg, dem Forum Alpbach, der „Cities of Tomorrow“ Konferenz der New York Times oder an der SAIS geladen. Er ist verheiratet und Vater von sechs Kindern.[5]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kilian Kleinschmidt,‎ Regina Carstensen: Weil es um die Menschen geht: Als Krisenhelfer an den Brennpunkten der Welt. Econ - Ullstein Buchverlage GmbH, Berlin 2015, ISBN 978-3-430-20180-3.
  • Jenny Schuckardt,‎ Kilian Kleinschmidt: Beyond Survival: Flucht. Ankunft. Zukunft. Kinder erzählen ihre Geschichte (DuMont Welt - Menschen - Reisen). DuMont Reiseverlag, Ostfildern 2016, ISBN 978-3-7701-9919-8.
  • Kilian Kleinschmidt,‎ Sören Kittel: Tod dem Helfer (DuMont True Tales). DuMont Reiseverlag, Ostfildern 2017, ISBN 978-3-7701-9899-3.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b [1]
  2. a b Calm Boss Overseeing a Syrian Refugee Camp’s Chaos. New York Times, 24. Mai 2013, abgerufen am 5. April 2016.
  3. Kim Son Hoang: Kilian Kleinschmidt: Der „Löwe“ knöpft sich Traiskirchen vor. 2. September 2015, abgerufen am 5. April 2016.
  4. Projects – switxboard.net, abgerufen am 5. April 2016
  5. Kilian Kleinschmidt auf nytcitiesfortomorrow.com