Kirchenstrafe

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Unter Kirchenstrafe wird eine rechtliche Beschränkung verstanden, die die römisch-katholische Kirche jenen Gliedern auferlegt, die gegen ihre Ordnung in wichtiger Sache und in schuldhafter und anrechenbarer Weise verstoßen haben.

Beispiele für bekannte Kirchenstrafen sind:

Die Verhängung von Kirchenstrafen ist im kanonischen Recht geregelt (seit 1983 in den cann. 1311 - 1399 CIC). Etliche der oben genannten Strafen werden heute nicht mehr oder nicht in der früher üblichen Weise angewandt. So hat der Kirchenbann seit langem keine weltlichen Rechtsfolgen mehr und entspricht seit Abschaffung der Unterscheidung zwischen „kleinem“ und „großem“ Bann im Jahre 1869 der Strafe der Exkommunikation. Die Straffolge der Infamie wurde 1983 abgeschafft; und das Interdikt beschränkt sich heute im Regelfall auf die persönliche Untersagung der Mitwirkung an Gottesdiensten und sakramentalen Handlungen gegenüber einem Kleriker oder Amtsträger, während so genannte Lokalinterdikte über ganze Orte, Territorien oder Gebiete im geltenden Recht nicht mehr ausdrücklich vorgesehen sind.

Literatur[Bearbeiten]

Albin Eser: Strafrecht in Staat und Kirche. Einige vergleichende Beobachtungen (PDF; 2,5 MB), in: Dieter Schwab (Hrsg.): Festschrift für Paul Mikat, Berlin 1989, S. 493–513