Kirowwerk

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Kirowwerk
Rechtsform Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Pflichtparameter fehlt
Gründung 1789
Sitz Sankt Petersburg, Russland
Leitung Georgi Petrowitsch Semenenko
Branche Militärtechnik, Zugmaschinen, Landmaschinen
Website http://www.kzgroup.ru

Das Kirowwerk (auch Kirowfabrik oder Leningrader Kirowwerk, russisch Кировский Завод, Transkription: Kirowski Sawod (LKZ)) ist eine große russische Maschinenfabrik in Sankt Petersburg. Sie wurde 1789 gegründet und steht seit 1801 an ihrem heutigen Standort als Gießerei für Kanonenkugeln.

Putilow Sawod[Bearbeiten]

1848 kaufte Nikolai Putilow das Werk und benannte es in Putilowski Sawod (Putilowwerk) um. Anfangs wurden dort Schienenfahrzeuge hergestellt. Einen ersten Boom erlebten die Werke in den 1890er-Jahren mit der Industrialisierung; die Aufträge vervierfachten sich in einem Jahrzehnt und erreichten 12.400 im Jahre 1900. Die Fabrik stellte vorwiegend Güter für den russischen Staat und die russische Eisenbahn her, was mehr als die Hälfte ihres Ausstoßes ausmachte. Ab 1900 wurden dort auch Geschütze gebaut, wodurch das Putilowwerk zum wichtigsten Lieferanten der kaiserlich-russischen Armee neben dem staatlichen Arsenal wurde. Bis 1917 wuchs die Fabrik zu einem riesigen Unternehmen, dem bei Weitem größten in Sankt Petersburg.

Politische Umtriebe[Bearbeiten]

Im Februar 1917 setzten Streiks in der Fabrik eine Reihe von Ereignissen in Gang, die letztlich zur Februarrevolution führten.

Sawod Krasny Putilowez[Bearbeiten]

Nach der Oktoberrevolution wurde das Werk in Sawod Krasny Putilowez (Rotes Putilow’sches Werk) umbenannt und wurde für die Herstellung der ersten sowjetischen Traktoren bekannt. Der Fordson Putilowez basierte auf dem US-amerikanischen Fordson-Traktor. Zwischen 1933 und 1934 stellte das Unternehmen Automobile her.[1] Der Markenname lautete L 1. Die Limousine bot Platz für sechs Personen und ähnelte einem Modell von Buick. Ein Achtzylindermotor mit 5750 cm³ Hubraum und 105 PS Leistung trieb das Fahrzeug an. Der Radstand betrug 338 cm. Im Gedenken an die Ermordung von Sergei Mironowitsch Kirow 1934 wurde das Werk in Kirowwerk Nr. 100 umbenannt.

Produkte[Bearbeiten]

Im Zweiten Weltkrieg wurde hier der Panzer T-34 gebaut. Ab den 1960er Jahren etablierte sich das Werk national wie international als Hersteller von Großtraktorn unter dem Markennamen Kirowez. In der Sowjetunion und innerhalb des RGW waren die Traktoren des Typs K 700 in der Großraumlandwirtschaft flächendeckend vertreten. Seit etwa 2004 entsteht in dieser Fabrik das Dartz Kombat T98 Luxury Armored Vehicle, ein Fahrzeug ähnlich dem Hummer.

Fabrik Nr. 185 (S.M. Kirow)[Bearbeiten]

Das Kirowwerk wird manchmal mit einer anderen Rüstungsfabrik in St. Petersburg, der Fabrik Nr. 185 (S.M. Kirow) (OKMO), den ehemealigen Obuchow-Werk verwechselt.

Galeriebilder[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • Peter Gatrell: Government, Industry, and Rearmament in Russia, 1900-1914: The Last Argument of Tsarism. Cambridge University Press 1994, ISBN 0-521-46619-9.
  • Vladimir Brovkin: Workers Unrest and the Bolshevik Response in 1919. in: Slavic Review. Band 49, Ausgabe 3 (Herbst 1990), S. 358–361.
  • Harald Linz, Halwart Schrader: Die Internationale Automobil-Enzyklopädie. United Soft Media Verlag, München 2008, ISBN 978-3-8032-9876-8.
  • Kai L. Bremer, J. L. Melzian: Von AMO bis ZIS. Sowjetische Personenwagen und ihre Geschichte. In: Automobil- und Motorrad-Chronik, Ausgabe 2/1981, S. 9–14.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kirowwerk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Linz, Schrader: Die Internationale Automobil-Enzyklopädie.