Klaus Sammer

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Sammer (links) mit Dieter Riedel, 1986

Klaus Sammer (* 5. Dezember 1942 in Gröditz) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler und -trainer.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klaus Sammer begann ab 1954 organisiert bei der TSG Stahl im nordsächsischen Gröditz Fußball zu spielen. Nach seiner Schulausbildung absolvierte er eine Dreherlehre. Zu Beginn der Saison 1962/63 wechselte er 19-jährig zum SC Einheit Dresden, der gerade aus der DDR-Oberliga abgestiegen war. In den folgenden Jahren bemühte sich Einheit vergeblich um den Wiederaufstieg, und als auch in der Spielzeit 1964/65 der Aufstieg verpasst wurde, Lokalrivale Dynamo Dresden aber drei Spieltage vor dem Finale der Oberliga in akuter Abstiegsgefahr schwebte, wechselte der 1,91 m große Sammer gemeinsam mit seinem Clubkollegen Klaus Engels im Mai 1965 zu Dynamo und half dort, den Klassenerhalt zu sichern. Die Aktion war nicht unumstritten, da zu dieser Zeit die Mehrheit der Dresdner Fußballanhänger zum SC Einheit stand. Bis zum Ende seiner aktiven Laufbahn 1975 blieb Sammer bei Dynamo und bestritt dort, wechselweise als Verteidiger oder als Mittelfeldspieler eingesetzt, 183 Oberligapunktspiele (27 Tore) sowie 26 Spiele (2 Tore) in der zweithöchsten Spielklasse (DDR-Liga). Mit Dynamo Dresden wurde Sammer 1971 und 1973 DDR-Fußballmeister und gewann 1971 den DDR-Fußballpokal. In 19 Europapokalspielen erzielte Klaus Sammer zwei Tore.

Sein Debüt in der Fußballnationalmannschaft der DDR gab Sammer am 11. November 1970 gegen die Niederlande, die in einem EM-Qualifikationsspiel im Dresdner Dynamo-Stadion mit 1:0 besiegt wurde. Der Sachse gehörte auch zum Spielerkader, der sich 1974 in der WM-Qualifikation für die Fußball-Weltmeisterschaft 1974 in Deutschland qualifizierte – bei der er selbst jedoch nicht mehr zum Kader der Ostdeutschen gehörte. Auswahltrainer Georg Buschner setzte ihn am 26. September 1973 zum 17. und letzten Mal in der DDR-Fußballnationalmannschaft ein.

Sammer wurde am 14. Februar 1976 vor dem Oberligaspiel Dynamo Dresden – Sachsenring Zwickau aus der Dresdner Oberligamannschaft und der Nationalmannschaft verabschiedet. In dieser Spielzeit 1975/76 trat er in der Zweitvertretung der Dresdner Dynamos letztmals in der Liga als aktiver Fußballer in Erscheinung. Nach seinem Karriereende trainierte Sammer, der ein Diplom als Sportlehrer erworben hatte, ab 1983 seinen Heimatverein SG Dynamo Dresden, den er zu zwei FDGB-Pokalsiegen führte. Sowohl in der Saison 1983/84 (2:1) als auch in der Spielzeit 1984/1985 (3:2) konnte dabei im Berliner Stadion der Weltjugend der Oberliga-Serienmeister, der Berliner FC Dynamo besiegt und am nationalen Double gehindert werden. Eine 3:7-Niederlage gegen Bayer Uerdingen im Viertelfinal-Rückspiel des Europapokals der Pokalsieger am 19. März 1986 (auch als Wunder von der Grotenburg bezeichnet: nach 2:0-Hinspielsieg und 3:1-Halbzeitführung im Rückspiel) war gemeinsam mit der Flucht des Dynamo-Spielers Frank Lippmann der Auslöser, dass Sammer nach der Saison 1985/1986 als Cheftrainer zurücktreten musste und durch Eduard Geyer ersetzt wurde. Sammer hatte Lippmann aus disziplinarischen Gründen eigentlich nicht aufstellen wollen, wurde aber dazu gezwungen, da sich das MfS von einer Aufstellung Lippmanns, der im laufenden Wettbewerb bereits vor dem Rückspiel vier Tore erzielt hatte, größeren sportlichen Erfolg versprach.[1]

Klaus Sammer übernahm 1992/93 noch einmal kurzzeitig den mittlerweile in der Bundesliga spielenden 1. FC Dynamo Dresden und war anschließend in vielfältigen Funktionen für den DFB tätig.

Klaus Sammer ist der Vater des Fußballers, Trainers und jetzigen Sportvorstands des FC Bayern München Matthias Sammer, der seine Karriere unter seinem Vater bei der SG Dynamo Dresden begann.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Klaus Sammer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. WDR Sport Inside vom 13. März 2016, online verfügbar bis 13. März 2017.