Kleinhennersdorfer Stein

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Kleinhennersdorfer Stein
Ansicht von Westen

Ansicht von Westen

Höhe 392,1 m ü. HN
Lage Sachsen (Deutschland)
Gebirge Elbsandsteingebirge
Koordinaten 50° 54′ 30″ N, 14° 7′ 47″ OKoordinaten: 50° 54′ 30″ N, 14° 7′ 47″ O
Kleinhennersdorfer Stein (Sachsen)
Kleinhennersdorfer Stein
Typ Tafelberg
Gestein Sandstein Stufe d
Alter des Gesteins Oberes Turon

Der Kleinhennersdorfer Stein (392 m) ist ein Tafelberg in der linkselbischen Sächsischen Schweiz in Sachsen. Er steht seit 1979 als Flächenhaftes Naturdenkmal unter Schutz.[1]

Lage und Umgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kleinhennersdorfer Stein befindet sich etwa vier Kilometer südöstlich von Königstein und etwa zwei Kilometer südlich von Bad Schandau inmitten einer Hochebene (Ebenheit), die noch durch weitere gleichartige Felsberge dominiert wird. Umliegende Berge sind der Gohrisch, der Papststein und die Lasensteine. Touristisch wird diese Mikroregion in der Sächsischen Schweiz oft auch als das Gebiet der Steine benannt. Am Fuß des Kleinhennersdorfer Steins liegen die kleinen Orte Kleinhennersdorf und Papstdorf, welche zur Gemeinde Gohrisch gehören. An der Südseite – nahe am Sattel zum benachbarten Papststein – befinden sich drei recht bekannte Höhlen der Sächsischen Schweiz, die Lichterhöhle, die "Eishöhle" und die Hampelhöhle.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1461 wird der Kleinhennersdorfer Stein erstmals urkundlich als Heynersdorfer Stein erwähnt. Am Fuß des Nordabsturzes führte im 16. Jahrhundert der von Kleinhennersdorf nach Königstein verlaufende Kirchsteig entlang.

Sandgewinnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Südseite des Felsmassives befindet sich die heute etwa 20 Meter lange und 15 Meter breite Lichterhöhle, eine Schichtfugenhöhle. Ihre heutige Ausdehnung erhielt die Höhle, als um 1870 der Königsteiner Einwohner Friedrich Herrmann Hempel mit dem gewerbsmäßigen Abbau von Sandstein begann, welcher zerkleinert und gemahlen als Scheuersand an Gasthäuser und Seifenfabriken verkauft wurde. Die beiden Einsturzhöhlen an der Südseite wurden durch den Abbau erheblich vergrößert, sodass die Gewinnung dort später behördlich verboten wurde. Am 17. Dezember 1918 verlor Hempel durch den Einsturz eines Felsens im Vorgelände sein Leben.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sandsteine des Kleinhennersdorfer Steins gehören der Stufen c und d an, welche in der geologischen Zeitskala in den Oberen Turon der Kreide eingeordnet werden. In neueren Publikationen werden diese auch als Schrammsteinschichten bezeichnet. Typisch für diesen Sandstein ist eine Verwitterung zu Waben und Sanduhren.

Zwischen den Sandsteinstufen c und d befindet sich in einer Höhe von ca. 350 m (im Norden des Kleinhennersdorfer Steins) bzw. 365 m (im Süden des Kleinhennersdorfer Steins) eine mit γ3 bezeichnete Zwischenschicht aus tonig-schluffigen Sedimenten, die wasserstauend wirkt und dadurch leicht zur Verwitterung und Höhlenbildung neigt. Innerhalb dieses Horizontes sind die Höhlen am Kleinhennersdorfer Stein („Lichterhöhle“, „Eishöhle“, „Hampelhöhle“) ausgebildet.

Aussicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der geringen Höhe, der starken Bewaldung und der bereits stark fortgeschrittenen Erosion und Zergliederung des Gipfelplateaus bietet der Kleinhennersdorfer Stein im Gegensatz zu den benachbarten Steinen keine umfassende Aussicht.

Allerdings ist von der Ebenheit am Südostfuß des Berges ein weiter Blick in Richtung Westen auf Falkenstein, Hohe Liebe, Schrammsteine, Großen Winterberg, Kohlbornstein und Hinterer Laasenstein möglich.

Wege zum Gipfel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausgangspunkt für eine Wanderung ist zumeist das Dorf Kleinhennersdorf. Von hier führen ausgeschilderte Wege zum Kleinhennersdorfer Stein. Zugänge sind sowohl von nördlicher wie südlicher Richtung möglich. Der Malerweg, der Hauptwanderweg der Sächsischen Schweiz, verläuft auf seinem Abschnitt von Schmilka nach Gohrisch unmittelbar am südöstlichen Fuß des Kleinhennersdorfer Steins vorbei. Vom Malerweg zweigt auch der südöstliche Hauptzugang zum Kleinhennersdorfer Stein ab.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Staatliches Umweltfachamt Radebeul (Hrsg.): Flächenhafte Naturdenkmale im Landkreis Sächsische Schweiz. Stand 31. Dezember 1998. Radebeul 1999, S. 37

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gebiet Königstein, Sächsische Schweiz (= Werte der deutschen Heimat. Band 1). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1957.
  • Alfred Meiche: Historisch-Topographische Beschreibung der Amtshauptmannschaft Pirna. Dresden 1927
  • Roland H. Winkelhöfer: Durch Höhlen der Sächsischen Schweiz. Höhlenführer und Katasterdokumentation. (1998 / 2010) Verlag DER HÖHLENFORSCHER, Dresden ISBN 3-00-002609-6

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kleinhennersdorfer Stein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien