Schöder

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Schöder
Wappen Österreichkarte
Wappen von Schöder
Schöder (Österreich)
Schöder
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Murau
Kfz-Kennzeichen: MU
Fläche: 74,93 km²
Koordinaten: 47° 11′ N, 14° 6′ OKoordinaten: 47° 11′ 0″ N, 14° 6′ 0″ O
Höhe: 901 m ü. A.
Einwohner: 940 (1. Jän. 2019)
Postleitzahl: 8844
Vorwahl: 03536
Gemeindekennziffer: 6 14 28
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schöder 12
8844 Schöder
Website: schoeder.gv.at
Politik
Bürgermeister: Rudolf Mürzl (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(9 Mitglieder)
5
2
2
Insgesamt 9 Sitze
  • ÖVP: 5
  • SPÖ: 2
  • Liste Buntstift für Schöder: 2
Lage von Schöder im Bezirk Murau
KrakauMühlenMurauNeumarkt in der SteiermarkNiederwölzOberwölzRantenSankt Georgen am KreischbergSankt LambrechtSt. Peter am KammersbergScheiflingSchöderStadl-PredlitzTeufenbach-KatschSteiermarkLage der Gemeinde Schöder im Bezirk Murau (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Ortsansicht Schöder17.jpg
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Schöder ist eine Gemeinde mit 940 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2019) im Gerichtsbezirk bzw. Bezirk Murau in der Steiermark, Österreich.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Schöder liegt am Fuße des Sölkpasses, der eine Verkehrsverbindung über die Niederen Tauern vom Murtal ins Ennstal herstellt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende drei Ortschaften und gleichnamigen Katastralgemeinden (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2019[1]):

  • Baierdorf (279 Ew., 1.695,27 ha)
  • Schöder (439 Ew., 573,42 ha)
  • Schöderberg (222 Ew., 5.216,17 ha)

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die politische Gemeinde Schöder wurde 1849/50 errichtet.[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BW
Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 9 Mitglieder.

Bürgermeister
  • bis 2015 Alois Gruber (Schöder aktiv 2000)
  • seit 2015 Rudolf Mürzl (ÖVP)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Schöder
  • Bedeutend für die Kultur der Gemeinde ist die Schöderer Marienkirche. Bei einer aufwendigen Restaurierung in den 1960er Jahren wurden schöne mittelalterliche Fresken freigelegt. Die Wallfahrtskirche Maria Schöder wurde im 12. Jahrhundert erbaut und brannte schon einmal fast zur Gänze nieder. Der Friedhof wurde im Zuge der Restaurierung an den Ortsanfang verlegt, geblieben ist der an der Kirchhofmauer angebaute Karner, geweiht der hl. Anna. Der Ruf als Wallfahrtskirche geht auf ein Pestgelübte der Einwohner von Oberzeiring (Bezirk Murtal) zurück. Diese Wallfahrt wird jedes Jahr am 1. Mai durchgeführt, die Wallfahrer gehen die über 40 km zu Fuss in der Nacht, sodass sie zu Beginn der Messe in Schöder sind. Ebenfalls aus dieser Wallfahrt entstand der Brauch des „Schöderer/Zeiringer Vögel“: Der Legende nach sollen die Pilger zu Pestzeiten in Schöder die Vögel eingefangen haben, um sie mit nach Hause zu nehmen, wo nach der Pest alles Leben verschwunden war. Um das in den folgenden Jahren zu verhindern, haben die Einwohner von Schöder den Pilgern Gebäck in Form von Vögeln mitgegeben. Die Geschichten rund um die Pest im Pölstal und Freital, Bezirk Murtal (Judenburg) und der daraus entstehenden Wallfahrt, hat der Schriftsteller und Pfarrer Fridolin von Freytal im Buch „Das Hochgericht im Birkachwald“ niedergeschrieben.

„Dem Volksschriftsteller Fridolin von Freytal Geistl. Rat, Dechant und Pfarrer von Schöder 1877 – 1898 geboren zu Pusterwald am 12.7.1832, gestorben zu Schöder 12.2.1903 zum 30. Todestag von seinen Verehrern am 26.2.1933 gewidmet.“

Inschrift Gedenktafel Pfarrhof
  • Der so genannte Baierdorfer Wehrturm wurde im 11. Jahrhundert unter Erzbischof Gebhart erbaut. Die Wehranlage wurde im Zuge des Aufstandes des steirischen Adels im Landsberger Bund gegen Herzog Albrecht I. im Jahr 1292 belagert, zerstört und 1296 wieder aufgebaut.[3] Der Wehrturm ist 29 m hoch und birgt sechs Stockwerke. Im sechsten Geschoß wohnten bis zum Jahr 1641 die Turmwächter von Baierdorf. Der Turm diente vor allem als Kornspeicher für das Getreide das vom Salzburger Erzbischof als Zehnt eingehoben wurde. Dieser zehnte Teil der Ernte war die Steuer der Bauern an das Erzbistum. Das Fresko des Hl. Christopherus wurde im 16. Jahrhundert aufgemalt und ist das zweitälteste und flächengrößte Fresko der Steiermark.
Natur
Veranstaltungen
  • Beispiele sind das Dorffest (alle zwei Jahre durchgeführt), das Osterkränzchen, der Sportlerball, das Vereinefußballturnier, der Verkehrtenball und der Feuerwehrball zu nennen.
  • Im Zweijahresrhythmus wird die Tradition des Faschingrennens gepflegt. Dabei laufen am Faschingsmontag, angeführt vom Wegauskehrer, die Schell- und die Glockfasching, gefolgt von den Fettln (Darstellungen von verschiedenen Charakteren) von Haus zu Haus durch das gesamte Gemeindegebiet. Den krönenden Abschluss bildet am Faschingsdienstag die Faschinghochzeit am Dorfplatz.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde Schöder gibt es kaum industrielle Betriebe. Darum sind auch Arbeitsplätze rar. Außer Arzt mit Hausapotheke gibt es eine Gemischtwarengeschäft mit Imbissstube, 2 Gasthäuser, eine Pizzeria, eine Bäckerei mit Cafe, sowie einige Gewerbetreibende.

  • Bekannt ist der mehr als 100-mal durchgeführte Schöderer Pferdemarkt. Bei dem jährlich im August stattfindenden Markt werden über 100 Haflinger, Noriker und Ponys vorgestellt oder zum Verkauf angeboten. Dadurch kommen tausende Pferdeliebhaber und Kaufinteressierte in das Katschtal.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kennzeichnend für das Dorf sind seine vielen Vereine. So zählt die Gemeinde folgende Vereine:

  • Stammtisch FC – Neuwirt
  • Landjugend Schöder
  • Musikverein „Edelweiß“ Schöder
  • Chorgemeinschaft (Verein)
  • Die Freiwillige Feuerwehr Schöder pflegt seit dem Jahr 1972 partnerschaftliche Beziehungen zur deutschen Freiwilligen Feuerwehr Oberweyer.
  • Turn- und Sportunion Schöder
  • SC Schöderberg
  • Tennisverein
  • Pferdezuchtgenossenschaft Murau-Oberwölz, Sitz Schöder
  • Reitergruppe Schöder
  • Hutclub
  • Junggesellenverein
  • Modellflugverein Schöder-Ranten

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Turn- und Sportunion Schöder: Der TuS Schöder ist der größte Sportverein in der Gemeinde Schöder und gliedert sich in mehrere Sektionen. Die Schwerpunkte liegen im Winter bei Ski alpin und im Sommer bei Fußball. Die Kampfmannschaft des TuS Schöder spielt aktuell in der Gebietsliga Murtal.
  • TC Schöder: Als zweiten Sportverein gibt es den Tennisclub Schöder, der auf seiner Anlage regelmäßig Sportveranstaltungen abhält.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bus: Öffentliche Verkehrsanbindung ist nur geringfügig durch Busse der Steir. Landesbahnen gegeben, die vor allem zum Schülertransport genutzt werden.

Sicherheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In Schöder befindet sich eine Polizeiinspektion.
  • Die Freiwillige Feuerwehr Schöder sorgt für den Brandschutz und die allgemeine Hilfe insbesondere im Gemeindegebiet.

Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schöder war Schauplatz des Spielfilms Die Leute von St. Benedikt und des Spielfilms „Jakob, der Letzte“.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde
  • Otto Ponholzer (* 2. Februar 1908 in Baierdorf; † 1. Jänner 1991[4]), Architekt, Bürgermeister-Stellvertreter (1953–1956) und Stadtrat (1949–1953) der Stadt Salzburg
  • Ina Duscha (* 10. Dezember 1935), Schauspielerin
  • Manfred Wolff-Plottegg (* 16. Juli 1946), Architekt und Designer
  • Willi Pürstl (* 10. Jänner 1955), Skispringer, Sieger der 23. Vierschanzentournee (1974/75), danach Trainer von Skisprungnationalteams, wie z. B.: Spanien und Kanada, 1988 wanderte er nach Kanada aus
  • Klement Tockner (* 1. November 1962), Biologe, Gewässerökologe und Hochschullehrer

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Walter Brunner: Schöder. Festschrift zur 800-Jahr-Feier. Schöder 1981

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schöder – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2019 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2019), (CSV)
  2. Allgemeines Landesgesetz- und Regierungsblatt für das Kronland Steiermark, 21. Stück, 7. Oktober 1850, Nr. 378.
  3. Walter Kleindel: Österreich Chronik. Daten zur Geschichte und Kultur. Dortmund. Chronik Verlag (Lizenzausgabe Carl Ueberreuter Verlag Wien 1978). S. 66.
  4. Stadt Salzburg, Suche nach einem Grab (Suche: Ponholzer 1991) (Memento vom 15. April 2015 im Internet Archive), abgerufen am 23. Mai 2015