Kletten-Ringdistel

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Kletten-Ringdistel
Carduus personata 3.jpg

Kletten-Ringdistel (Carduus personata)

Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Carduoideae
Tribus: Cynareae
Gattung: Ringdisteln (Carduus)
Art: Kletten-Ringdistel
Wissenschaftlicher Name
Carduus personata
(L.) Jacq.

Die Kletten-Ringdistel (Carduus personata), auch Kletten-Distel genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Ringdisteln (Carduus) innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Sie ist hauptsächlich in den Gebirgen Mitteleuropas und der Balkanhalbinsel verbreitet. Der gelegentlich verwendete Name Berg-Distel ist wegen Verwechslungen mit Carduus defloratus nicht zu empfehlen.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration
Blütenstand

Die Kletten-Ringdistel wächst als ausdauernde, krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von meist 50 bis 120, selten bis zu 180 Zentimetern. Der Stängel ist schmal kraus geflügelt und bis (fast) zum oberen Ende beblättert. Die Laubblätter sind oberseits grün, unterseits mehr oder weniger graufilzig, am Rand weich dornig, am Grund abgerundet oder halb stängelumfassend. Die oberen und mittleren Blätter sind fast ungeteilt, die unteren gelappt bis fiederspaltig, und haben einen großen Endabschnitt.

Die Blütezeit reicht von Mitte Juni bis August. In den Gesamtblütenständen stehen die körbchenförmigen Teilblütenstände knäuelig gehäuft zusammen. Die Blütenkörbchen weisen einen Durchmesser von 15 bis 25 Millimeter auf. Das Involucrum ist halbkugelig und kaum behaart. Die mittleren Hüllblätter sind nicht eingeschnürt, die äußeren fast so lang wie die inneren. In einem Blütenkörbchen stehen viele Röhrenblüten zusammen. Die Blütenkrone ist dunkel purpurfarben.

Die Achäne ist am oberen Ende etwas verschmälert.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18 oder 22.[1]

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kletten-Ringdistel ist ein Hemikryptophyt.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kletten-Ringdistel ist ein praealpines Florenelement mit zerstreuten Vorkommen vor allem in den Gebirgen Mitteleuropas und der Balkanhalbinsel. Der Verbreitungsschwerpunkt reicht von den Alpen, dem Alpenvorland bis zum Apennin. Isolierte Vorkommen liegen beispielsweise in den Vogesen, im Schwarzwald, in der Rhön, im Erzgebirge und in den Sudeten. In den Allgäuer Alpen steigt sie in Vorarlberg am Höfergrat bei Schröcken bis zu 2130 m Meereshöhe auf.[2]

Die Kletten-Ringdistel braucht stickstoffreiche, feuchte, tonige Böden. Sie kommt meist in den Gesellschaften des Alnetum incanae oder des Phalarido-Petasitetum hybridi, aber auch in Gesellschaften der Verbände Adenostylion, Polygono-Trisetion oder Rumicion alpini vor.[1]

In Deutschland besiedelt sie Ufer, Ödland, Hochstaudenfluren und Viehläger in der Rhön, Thüringen, Sachsen, im Südschwarzwald, in der Baar, südlicher findet man sie im Schwäbischen, Fränkischen und Schweizer Jura, im Voralpengebiet und in den Alpen bis zur Waldgrenze in lockeren Beständen zerstreut bis gebietsweise fehlend.

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Man kann folgende Unterarten unterscheiden[3]:

  • Carduus personata subsp. albidus (Adamović) Kazmi: Sie kommt in Italien, auf der Balkanhalbinsel, in Rumänien und in der Ukraine vor.[3]
  • Carduus personata subsp. personata

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Otto Schmeil, Jost Fitschen (Begr.), Siegmund Seybold: Die Flora von Deutschland und der angrenzenden Länder. Ein Buch zum Bestimmen aller wild wachsenden und häufig kultivierten Gefäßpflanzen. 95. vollst. überarb. u. erw. Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01498-2.
  • Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. 2. Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-8001-4990-2.
  • Oskar Sebald, Siegmund Seybold, Georg Philippi, Arno Wörz (Hrsg.): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. Band 6: Spezieller Teil (Spermatophyta, Unterklasse Asteridae): Valerianaceae bis Asteraceae. Eugen Ulmer, Stuttgart 1996, ISBN 3-8001-3343-1
  • Dietmar Aichele, Heinz-Werner Schwegler: Die Blütenpflanzen Mitteleuropas, Franckh-Kosmos-Verlag, 2. überarbeitete Auflage 1994, Band 4, ISBN 3- 440-08048-X
  • Kletten-Ringdistel. In: FloraWeb.de.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe, Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 963.
  2. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, Seite 637. IHW-Verlag, Eching bei München, 2004. ISBN 3-930167-61-1
  3. a b Werner Greuter (2006+): Compositae (pro parte majore). – In: W. Greuter & E. von Raab-Straube (ed.): Compositae. Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Datenblatt Carduus personata In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kletten-Ringdistel (Carduus personata) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Bilder: