Kompaktlader

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Kompaktlader im Baustelleneinsatz. Auffällig ist die kompakte Bauweise und der enge Radstand.
Kompaktlader mit deltaförmigem Kettenlaufwerk.

Der Kompaktlader (engl. skid loader) ist eine Baumaschine und zählt zur Gruppe der Radlader. Diese Geräte eignen sich für den Einsatz unter beengten Bedingungen auf Baustellen, im Garten- und Landschaftsbau oder als Hoflader in der Landwirtschaft, da sie sich durch geringe Abmessungen, geringes Gewicht und hohe Wendigkeit auszeichnen. Kompaktlader sind entweder mit Radlaufwerk oder mit einem Raupenlaufwerk ausgestattet.

Die Räder sind starr montiert. Richtungswechsel erfolgen durch Panzerlenkung (engl. skid steer), indem die seitlichen Radpaare- oder Raupenbänder mit unterschiedlicher Drehzahl oder in entgegengesetzter Laufrichtung angetrieben werden. Kompaktlader können so auf der Stelle drehen.

Durch eine Vielzahl von Anbaugeräten können Kompaktlader als universelle Mehrzweckgeräte eingesetzt werden. Anstelle der Schaufel für Schüttgut können etwa Kehrmaschinen, Erdbohrer, Schneeschilde oder Grabenfräsen angebaut werden.

Komponenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schema Kompaktlader

Der Kompaktlader besteht im Wesentlichen aus vier Komponenten:

  1. Anbaugerät (z. B. Ladeschaufel)
  2. Motor
  3. Radlaufwerk
  4. Fahrerkabine

Kenngrößen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kompaktlader haben je nach Modell Nennleistungen zwischen 10 und 40 kW. Das Betriebsgewicht (Eigengewicht) liegt zwischen 0,7 und 3,5 t, die Nutzlast (Hublast) von 200 kg bis 1500 kg und die Frontschaufel fasst bis zu 1,4 m³. Typische Kompaktlader besitzen einen kurzen Radstand und die Maschinenbreite liegt bei lediglich 0,9 bis 1,75 m.[1]

Technik und Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kinematik eines Kompaktladers

Kompaktlader verfügen über Allradantrieb mit Hydraulikmotoren. Sie erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 20 km/h.

Die Räder sind starr am Rahmen befestigt, die Lenkung wird über eine unterschiedliche Laufrichtung oder Drehzahl der Radpaare jeder Seite bewerkstelligt. Diese von Kettenfahrzeugen bekannte Antriebslenkung ermöglicht ein Drehen auf der Stelle. Der Untergrund sollte zu diesem Zweck befestigt sein, da er ansonsten aufgewühlt wird.

Als Alternative zu Radlaufwerken werden auch Raupenfahrwerke verwendet, die sich insbesondere für den Einsatz auf weichen und rutschigen Untergründen eignen, da das Maschinengewicht auf eine größere Fläche verteilt wird und sich die Traktion verbessert. Geräte mit dreiecksförmigem Kettenverlauf werden auch Deltalader genannt.

Spezielle Ketten üben noch weniger Druck aus, haben kein Profil und sind durchgehend glatt, so dass sie auf besonders empfindlichem Untergrund wie Golfrasen eingesetzt werden können.

Die Ladeschaufel führt gewöhnlich eine radiale Bewegung aus, wodurch sie sich deutlich nach hinten bewegt, wenn das Ladegut in größere Höhe gehoben wird, um dort abgeladen zu werden. Durch die Führung des Schaufelarms an zwei Hebelarmen ergibt sich bei neueren Modellen ein viergelenkiges Koppelgetriebe, das den "Vertikal-Hub" der Schaufel ermöglicht. Dadurch lässt sich gegenüber den Radialhubgeräten auch die Nutzlast steigern, da die Schaufel sich beim Hochschwenken nicht so weit vom Lader entfernt.

Die Steuerung der Geräte ist wahlweise mechanisch, hydraulisch oder elektroproportional.

Um eine vielseitige Verwendung der Geräte zu ermöglichen, sind viele Geräte mit einem zusätzlichen Hydraulikanschluss für Anbaugeräte (über 200 verschiedene) ausgestattet, mit dem hydraulische Geräte mit bis zu 40 kW betrieben werden können.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die geringe Baugröße und die hohe Wendigkeit eignen sich Kompaktlader für Einsätze auf kleineren Baustellen oder im Garten- und Landschaftsbau. Eine große Zahl an unterschiedlichen Anbaugeräten macht die Maschinen universell einsetzbar, zum Beispiel im Straßen-, im Bergbau oder im Winterdienst. Kleine Kompaktlader können auch innerhalb von Gebäuden genutzt werden, da sie schmal und niedrig sind und durch Türöffnungen hindurchpassen.

Wenn die Bodenbeschaffenheit und die Platzverhältnisse das Anlegen einer ausreichend flachen Rampe erlauben, lassen sich mit Kompaktladern auch dort Gruben ausheben, wo möglicherweise für das Herumschwenken des Greifarms eines Minibaggers nicht genügend Platz zur Verfügung steht.

Anbauwerkzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kompaktlader mit Bohrer-Anbauwerkzeug

Neben verschiedener Schaufeln werden über 200 verschiedene Anbaugeräte und Werkzeuge für spezielle Einsatzzwecke angeboten.

Straßenbau:

Landwirtschaft:

  • Greiferschaufel
  • Heuballengabel

Winterdienst:

Allgemeiner Einsatz:

und vieles mehr.

Um Flächen exakt einzuebnen, zum Beispiel im Straßenbau, werden Geräte mit Laser-Niveauregulierung oder Global Positioning System eingesetzt.

Sicherheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die gesetzlichen Unfallverhütungsvorschriften (kurz UVV) sehen für Erdbaumaschinen ab einer Leistung von 15 kW die Ausstattung mit ROPS-Schutzeinrichtung (Roll Over Protective Structure) als auch mit einer FOPS-Schutzeinrichtung (Falling Object Protective Structure) vor.

Bedingt durch die Bauweise sind die Bereiche seitlich oder hinter dem Kompaktlader für den Geräteführer nur schwer einsehbar. Bei Rückwärtsfahrten ist dabei besondere Vorsicht geboten, gegebenenfalls ist ein Einweiser abzustellen.

Hersteller[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geräteklasse Kompaktlader war zunächst ein Nischenprodukt, das nur von wenigen Herstellern gefertigt wurde. Hier konnte sich die Bobcat Company einen Namen machen. Seit den 1990er Jahren begannen zunehmend weitere Unternehmen ihr Maschinenprogramm um diese Geräteklasse zu erweitern. Dazu zählen etwa Case, Gehl Company, Komatsu, Hyundai oder Joseph Cyril Bamford (JCB), Caterpillar und Wacker Neuson.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Kompaktlader – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allgemein:

Deutschland:

  • DGUV Vorschrift 70 „Fahrzeuge“
  • DGUV Regel 100-500 „Betreiben von Arbeitsmittel“

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Manfred Hoffmann: Zahlentafeln für den Baubetrieb, Teubner Verlag, 2006, ISBN 3-519-65220-X, Seite 619