Konrad-Duden-Gymnasium Wesel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Konrad-Duden-Gymnasium Wesel
Schulhofseite des Konrad-Duden-Gymnasiums
Schulform Gymnasium
Schulnummer 166121
Gründung 1342 erste Erwähnung, wahrscheinlich 13. Jahrhundert
Adresse

Barthel-Bruyn-Weg 54

Ort Wesel
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 51° 40′ 50″ N, 6° 36′ 0″ OKoordinaten: 51° 40′ 50″ N, 6° 36′ 0″ O
Schüler 1150
Leitung Karen Schneider
Website www.kdg-wesel.de

Das Konrad-Duden-Gymnasium Wesel ist die älteste Schule in Wesel und zählt zu den ältesten heute noch existierenden Schulen in Deutschland.

Aktuelle Situation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Derzeit werden im Konrad-Duden-Gymnasium Wesel über 1150 Schüler in 28 Klassen der Jahrgangsstufen 5 bis 9 und in drei Oberstufen-Jahrgängen (10 bis 12) von 80 Lehrern unterrichtet. Das Konrad-Duden-Gymnasium bietet geeigneten und interessierten Schülern die Möglichkeit, dort den bilingualen Zweig zu besuchen (deutsch-englisch). Das Fremdsprachenangebot umfasst außerdem die Fächer Französisch, Latein und Spanisch. Auch gibt es einen naturwissenschaftlichen Zweig, in dem die Fächer Chemie, Physik und Biologie mit einer höheren Wochenstundenzahl unterrichtet werden. Seit Anfang des Schuljahres 2016/17 trägt die Schule das Zertifikat „MINT-freundliche Schule“.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Konrad-Duden-Gymnasium Wesel wurde 1342 als Städtische Lateinschule erstmals erwähnt. Das Jahr gilt heute als Gründungsdatum, obwohl eine frühere Gründung (1241 oder 1277) wahrscheinlich ist. Der Beweis dafür, dass die Schule 1342 schon stand, ist eine Rechnung über Reparaturen am Gebäude; da Rechnungen der Stadt Wesel von vor 1342 nicht mehr im Stadtarchiv zu finden sind, kann man das exakte Jahr (noch) nicht feststellen.

Das erste Schulgebäude stand in der Niederstraße gegenüber dem Westportal des Willibrordi-Doms. Im 16. Jahrhundert hieß die Schule „schola christiana et reformata“, wobei christiana seit 1540 in Wesel evangelisch bedeutete, reformata dagegen für Reform von Lerninhalten und Lehrmethoden stand. Erst ab 1612 ist die Bezeichnung „Gymnasium“ geschichtlich greifbar.

In der französischen Zeit Anfang des 19. Jahrhunderts war es das „Collège de Wesel“, in Preußischer Zeit die „Vereinigte höhere Bürgerschule und Gelehrtenschule“, ab 1868 „Gymnasium und höhere Bürgerschule zu Wesel“ und ab 1882 „Gymnasium und Realprogymnasium zu Wesel“. Am 1. April 1887 ging die Schule als „Königliches Gymnasium zu Wesel“ in die Trägerschaft des Staates über, hieß ab 1898 „Königliches Gymnasium nebst Realschule zu Wesel“ und ab 1918 „Staatliches Gymnasium mit Realschule zu Wesel“ und in den Dreißiger Jahren „Staatliche Oberschule für Jungen in Wesel“. Nach dem Zweiten Weltkrieg hieß sie ab 1950 „Staatliches alt- und neusprachliches Gymnasium Wesel“, ab 1977 „Städtisches Gymnasium Wesel Nord“. Auf Beschluss des Rates der Stadt vom 10. Mai 1984 trägt es die Bezeichnung „Konrad-Duden-Gymnasium“ zu Ehren von Konrad Duden, der 1846 dort das Abitur abgelegt hat.

In der Pausenhalle wurde eine Gedenktafel zu Ehren der in den beiden Weltkriegen gefallenen Lehrer und Schüler angebracht.

Schüler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Konrad Duden

Bei den folgenden Schülern ist es sehr wahrscheinlich, dass sie Schüler an dieser Schule waren, beide lebten in ihrer Jugend in Wesel und kamen aus bürgerlichen Familien, bei denen es üblich war, dass sie schon damals Schulen besuchten. Aus diesen Jahrhunderten existieren jedoch keine Schülerlisten mehr.

  • Hans Lipperhey (auch: Jan Lipperhey oder Hans Lippershey) (1570–1619), Brillenmacher, Erfinder des holländischen Fernrohres (Galileo Galilei benutzte ein solches)
  • Peter Minuit († 1638), Seefahrer und vermeintlicher Begründer von New York

Lehrer und Schulleiter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alexander Hegius (1439/1440–1498), Humanist, von 1469 bis 1474 Rektor
  • Johannes Peringius, Humanist, 1518–1520, 1522–1532 und 1535–1539 Rektor in Wesel
  • Friedrich Spee von Langenfeld (1591–1635) war ein deutscher Jesuit, der sich als Moraltheologe, Lyriker und Schriftsteller ausgezeichnet hat. Er wurde bekannt als Hexentheoretiker und Kritiker der Hexenprozesse
  • Karl Straube (1873–1950), Organist und Chorleiter
  • Rudolf Weynand (1875–1952), Altphilologe, Archäologe, Lehrer 1912–1917, Direktor 1917–1919

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]