Kreta-Diät

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Die Kreta-Diät ist eine Ernährungsform, die inspiriert ist von der traditionellen Küche in den verschiedenen Mittelmeer-Ländern, die umgangssprachlich oft als Mittelmeerküche bezeichnet wird; sie ist aber nicht mit dieser identisch. Die Ernährungsweise in diesen Ländern gilt als besonders gesund, da mehrere Studien in den vergangenen Jahrzehnten ergeben haben, dass die Bewohner der Mittelmeer-Regionen seltener an Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden und gerade die Menschen auf der Insel Kreta eine über dem europäischen Durchschnitt liegende Lebenserwartung haben.

Diät-Prinzipien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die unter dem Begriff Kreta-Diät oder Mittelmeer-Diät publizierten Ernährungsempfehlungen stellen eine spezielle Auswahl von Lebensmitteln dar, die im Mittelmeerraum regelmäßig gegessen werden. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Gemüse, Salat, Obst, Fisch, Knoblauch, wenig rotem Fleisch, der Verwendung von Olivenöl sowie täglich maximal einem Glas Rotwein. Die Zubereitungsempfehlungen unterscheiden sich jedoch stark von der traditionellen Mittelmeerküche, in der grundsätzlich reichlich Fett zum Braten verwendet und häufig Frittiertes gegessen wird. Durchschnittlich konsumiert jeder Einwohner Kretas 31 Liter Olivenöl pro Jahr.[1] Nur in Küstengebieten und auf Inseln dominiert tatsächlich der Verzehr von Fisch und Meeresfrüchten; es wird auch deutlich mehr Wein konsumiert.

Es gibt Varianten der Mittelmeer-Diät, die speziell als Reduktionsdiät beworben werden. Grundsätzlich handelt es sich dabei jedoch um eine abgestimmte Mischkost, die als Dauerernährung konzipiert ist. Ohne entsprechend geringere Zufuhr von Nahrungsenergie ist von dieser Kost keine Gewichtsabnahme zu erwarten.

Studien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die geringste Krankheitsrate gab es damals auf Kreta, außerdem war die Lebenserwartung der Menschen signifikant höher. Es gab kaum Fälle von Arteriosklerose und deutlich weniger Herzinfarkte als im Durchschnitt.[2]

Laut Udo Pollmer ermittelte Keys die Ernährungsweise auf Kreta zur vorösterlichen Fastenzeit und ließ so den üblichen Fleisch- und Käsekonsum der Inselbewohner unberücksichtigt.[3]

Keys wurde dafür kritisiert, auf Kreta den Einfluss des religiösen Fastens unterschätzt zu haben. 60 % der männlichen Inselbewohner folgen an ~180 Tagen des Jahres den Fastengeboten der griechisch-orthodoxen Kirche, was den insgesamt niedrigen Konsum von Fleisch auf Kreta erklärt. Hätte Keys die Kohorte genauer zwischen Fastendem und Nichtfastenden unterschieden, wären die Ergebnisse aussagekräftiger gewesen.[4]

Laut WHO starben in den 1980er Jahren in den USA fast 40-mal mehr Menschen an Erkrankungen der Herzkranzgefäße als auf Kreta.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. GEO. Ausgabe 4/2005, S. 33.
  2. Antje Zimmermann: Kreta-Diät. (Memento vom 29. September 2007 im Internet Archive) WDR-Bericht
  3. Udo Pollmer: Cholesterin schadet? Alles erfunden! In: Mahlzeit, Deutschlandfunk Kultur, 5. Juni 2015.
  4. Christos M. Hatzis, Dimitra Sifaki-Pistolla, Anthony G. Kafatos: History of the Cretan cohort of the Seven Countries Study In: Hormones 2015, 14(2):326-329. PMID 26158658. doi:10.14310/horm.2002.1587.
  5. Quarks & Co. (Memento des Originals vom 27. September 2006 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.quarks.de