Kulusuk

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Kulusuk (Vogelrücken)
Kap Dan K'ulusuk
Kulusuk (2006)
Kulusuk (2006)
Kommune Kommuneqarfik Sermersooq
Distrikt Ammassalik
Geographische Lage 65° 33′ 59″ N, 37° 10′ 59″ WKoordinaten: 65° 33′ 59″ N, 37° 10′ 59″ W
Kulusuk (Grönland)
Kulusuk
Einwohner 241
(1. Januar 2019)
Gründung 1909
Zeitzone UTC-3

Kulusuk (2006)

Kulusuk [ˈqulusuk] (eigentlich Qulusuk; nach alter Rechtschreibung K'ulusuk; dänisch Kap Dan) ist eine grönländische Siedlung im Distrikt Ammassalik in der Kommuneqarfik Sermersooq.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulusuk liegt im Nordosten der gleichnamigen Insel am Ausgang des Ammassaliip Kangertiva. Auf dem anderen Ufer liegt 21 km westlich Tasiilaq.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Früher lebten die Tunumiit nomadisch, weswegen nicht bekannt ist, seit wann Kulusuk bewohnt ist.[2] 1909 wurde Kulusuk als Missionsplatz offiziell gegründet. Es wurde ein 53 m² großes gelbes Missionsgebäude errichtet, in dem eine Kirche, ein Schulzimmer und eine Wohnung für den Katecheten und seine Familie eingerichtet wurden.

1920 lebten 74 Menschen in Kulusuk. 1925 wurde eine neue Schulkapelle errichtet.[3] 1930 war die Einwohnerzahl bereits auf 165 Personen angestiegen, wodurch Kulusuk zu dieser Zeit der größte Ort Ostgrönlands war.[2] 1940 wohnten 133 Menschen in Kulusuk und 1950 waren es 197. 1951 wurde von Den Kongelige Grønlandske Handel ein Laden in Kulusuk errichtet, obwohl der Ort offiziell kein Udsted war.[3]

Als die US-Amerikaner den Flugplatz Ikkatteq aufgaben, errichteten sie stattdessen im Jahr 1958 einen Flughafen östlich von Kulusuk.[2] 1960 lebten schon 258 Personen im Ort. 1966 wurde eine neue Schule errichtet, die 1976 ausgebaut wurde, da die Einwohnerzahl bis 1970 schon auf 390 Personen angestiegen war. 1967 wurde ein neuer Laden errichtet. Die Bewohner lebten in dieser Zeit vom Robben- und Fischfang, wobei die Fangzahlen als eher schlecht angesehen wurden.[3]

Der eigentliche Name von Kulusuk lautet Qulusuk. Weil die Dänen den Ortsnamen nicht aussprechen konnten, ersetzte man das Q durch ein K. Damit ist Kulusuk der einzige Ort in Grönland, der aus diesem Grund offiziell umbenannt wurde.[2]

Infrastruktur und Versorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flughafen Kulusuk ist heute der wichtigste Verkehrsknotenpunkt Ostgrönlands. Von hier aus gelangt man sowohl in die anderen Orte Ostgrönlands sowie nach Westgrönland und Island. Im Sommer und Herbst ist das Meer eisfrei und kann für den Schiffsverkehr genutzt werden. Die nähere Umgebung wird mit Hundeschlitten und Schneemobilen befahren. In Kulusuk gibt es zudem ein Taxiunternehmen.

Nukissiorfiit ist für die Strom- und Wasserversorgung in Kulusuk zuständig, während TELE Greenland die Bewohner telekommunikativ anbindet. Müll wird deponiert, verbrannt oder nach Tasiilaq verschifft.[2]

Bebauung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schule von Kulusuk, die Kulusumi Alivarpi, wird von etwa 50 Schülern besucht. Nach Abschließen der 7. Klasse müssen die Schüler auf eine höhere Schule gehen, üblicherweise in Tasiilaq. Zudem gibt es in Kulusuk beispielsweise eine Kita, ein Altenheim, ein Servicegebäude, ein Postgebäude, ein Versammlungshaus, eine Krankenstation und eine Kirche. Am Flughafen befindet sich zudem ein Hotel.[2]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulusuk gehörte früher zu den größten Dörfern Grönlands. In den letzten 40 Jahren hat sich die Einwohnerzahl jedoch beinahe halbiert.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kulusuk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karte mit allen offiziellen Ortsnamen bestätigt vom Oqaasileriffik, bereitgestellt von Asiaq
  2. a b c d e f Kulusuk bei sermersooq2018.gl (.pdf)
  3. a b c Jens Christian Madsen: Udsteder og bopladser i Grønland 1901–2000. Atuagkat, 2009, ISBN 978-87-90133-76-4, S. 214.
  4. Einwohnerzahl Kulusuk 1977–2019 bei bank.stat.gl