Kuoni
| Kuoni Reisen Holding AG | |
|---|---|
| Rechtsform | Aktiengesellschaft |
| Gründung | 1906 |
| Sitz | Zürich, Schweiz |
| Leitung | Zubin Karkaria (Vorsitzender der Geschäftsleitung) Heinz Karrer (VR-Präsident) |
| Mitarbeiterzahl | 11'621 (Jahresdurchschnitt 2013)[1] |
| Umsatz | 5,669 Mrd. CHF (2013)[1] |
| Branche | Reiseunternehmen/Tourismus |
| Website | www.kuoni.com |
Das Unternehmen Kuoni Group wurde 1906 von Alfred Kuoni (1874–1943) in Zürich gegründet. Es war ein internationaler Reisekonzern mit Sitz in Zürich und war an der SIX Swiss Exchange kotiert. Die Kuoni Group war vorwiegend in den Bereichen Ferienreisen und Incoming-Services tätig. Der Bereich Geschäftsreisen wurde im Dezember 2003 verkauft, die europäischen Reiseveranstalteraktivitäten im Herbst 2015. Am 8. Februar 2008 wurde bekannt gegeben, dass die Edelweiss Air (Schweiz) an die Swiss verkauft wird und somit nicht mehr zur Kuoni Group gehört.
Am 27. Juni 2017 gab Rewe bekannt, dass die Kuoni Reisen AG per Ende Juli 2017 in DERTOUR Suisse AG umfirmiert wird.[2]
International trat die Kuoni Group unter folgenden Marken auf:
- Scanditours: Frankreich
- Celtic Tours: Frankreich
- Vacances Fabuleuses: Frankreich
- Special Traffic: Niederlande
- Travel Keys: Niederlande
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]1906 gründete Alfred Kuoni (1874–1943) am Zürcher Bellevue ein Reisebüro für Individualreisen als Teil des Speditionsunternehmens seiner Brüder. Der erste Ausflug im Gründungsjahr erfolgte als Gruppenreise mit der Uetlibergbahn auf den Uetliberg, für einen Franken pro Person. 1909 führte erstmals eine begleitete Reise nach Ägypten. 1912 machte sich das Unternehmen unter dem Namen Reisebüro Alfred Kuoni selbstständig. Die erste Niederlassung eröffnete Kuoni 1924 in St. Moritz. 1925 wurde die Firma in eine Aktiengesellschaft umgewandelt mit dem Mitarbeiter Harry Hugentobler als Partner, der das Unternehmen bis 1970 leitete. 1925 eröffnete die «Reisebureau A. Kuoni AG» ihre erste Niederlassung im Ausland. 1928 übernahm die Firma ein Reisebüro in Paris. Während der Wirtschaftskrise und des Zweiten Weltkriegs bot das Unternehmen Gesellschaftsreisen an. Nach dem Krieg wurde die Expansion ins Ausland verstärkt. Mit der Verbreitung der Flugreisen ab 1950 wuchs Kuoni rasch. 1951 bot Kuoni als erster europäischer Veranstalter organisierte Safaris nach Kenia an. 1976 erfolgten die ersten Charterflugreisen nach Bangkok. 1965 organisierte Kuoni die erste Weltreise mit der Swissair. 1970 wurde die Firma in Reisebüro Kuoni AG umbenannt. 1981 besass das Unternehmen 60 Tochtergesellschaften und Filialen im Ausland, davon 16 in Übersee. Es beschäftigte 1983 weltweit 2200 Mitarbeiter, davon 1200 in der Schweiz. 1983 wurde die Helvetic Tours mit Angeboten im günstigeren Preissegment gegründet und 1995/1996 die Charterfluggesellschaft Edelweiss Air übernommen. Als Folge der Krise in der Tourismusbranche wurden ab 2001 unter anderem die Beteiligungen in Skandinavien abgebaut. 2002 hatte Kuoni insgesamt 7900 Angestellte (Umsatz 2002: rund 3,7 Mrd. Franken). 2008 verkaufte Kuoni die Edelweiss Air an die Swiss, 2015 das Reisegeschäft an die Rewe Group bzw. deren Touristiksparte DER Touristik. Die Kuoni Reisen AG wurde 2017 in DER Touristik Suisse AG umfirmiert.[3][4]
Der Verkauf des Reiseveranstaltergeschäfts an die REWE Group
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die negative Marktlage rund um Kuoni spitzte sich 2014 zu, als zum dritten Mal in Folge eine Umsatzeinbusse in Kauf genommen werden musste und drei der vier Geschäftssegmente beim Betriebsergebnis (EBIT) schlechter als im Vorjahr abschnitten.[5] Am 14. Januar 2015 wurde die Einleitung eines Devestitionsprogramms kommuniziert und der Ausstieg aus dem Reiseveranstaltergeschäft verkündigt.[6] Per 11. September 2015 wurde der Verkauf der europäischen Reiseveranstalteraktivitäten vollzogen, und zwar an die deutsche Rewe Group bzw. deren Touristiksparte DER Touristik. Kuoni Schweiz und die Kuoni Gruppe gehen seither getrennte Wege.
Die zuständigen europäischen Wettbewerbsbehörden hatten der Transaktion vorbehaltlos zugestimmt. Der Kaufpreis wurde nicht publiziert, allerdings wurde eine Wertberichtigung des Goodwills von über 100 Mio. Fr. ausgewiesen. Im ersten Semester 2015 wurden die von Kuoni als „nicht fortgeführte Aktivitäten“ bezeichneten Bereiche mit 340 Mio. Fr. belastet.[7][8] Fortan will sich Kuoni nur noch als Dienstleister für die Reiseindustrie betätigen.[6] Am 5. November 2015 wurde Zubin Karkaria, der bisherige Leiter der Visasparte VFS, zum CEO und Nachfolger Peter Meiers ernannt, welcher dieses Amt seit März 2014 innehatte.[6][9]
Eigentümer
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die an der Schweizer Börse gehandelten 3'748'500 Namensaktien B (Stand Ende 2013) machten zwar den Hauptteil des Aktienkapitals aus. Daneben gab es jedoch noch 1'249'500 Inhaberaktien A mit einem Nennwert von einem Fünftel der B-Aktien, welche an keiner Börse gehandelt wurden. Für beide Aktientypen galt das Prinzip von einer Aktie gleich einer Stimme.[10] Obschon die Inhaberaktien A nur 6,25 % des Aktienkapitals ausmachten, repräsentierten sie 31,3 % der Stimmen. Als Besitzerin vieler A-Aktien sicherte sich die Kuoni + Hugentobler-Stiftung ihren Einfluss. Ein Stiftungsrat dieser Stiftung ist David Schnell, welcher deren Interessen als Verwaltungsrat der Kuoni-Gruppe vertritt. An der Generalversammlung der Kuoni-Gruppe vom 25. April 2014 wurde über einen Antrag von zCapital[11] abgestimmt, eine Einheitsaktie einzuführen und damit die Privilegien der Inhaber von A-Aktien abzuschaffen. Der Antrag wurde zwar abgelehnt, erhielt aber 48 % der Stimmen.[12]
Der Wert der börsengehandelten Aktie sank in den letzten 8 Jahren zwischen Ausbruch Finanzkrise Mitte 2007 und Abschluss des Verkaufs der Reisesparte (14. September 2015) um 70 %.[13]
Am 2. Februar 2016 gab die schwedische Investmentgruppe EQT bekannt, alle sich in Publikumsbesitz befindlichen B-Namenaktien der Kuoni Reisen Holding AG zu einem Preis von CHF 370 zu übernehmen.[14] Das entspricht einem Kaufpreis von rund CHF 1.4 Milliarden.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Kuoni-Kurzportrait ( des vom 2. Mai 2014 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑
- ↑ Martin Leonhard: Kuoni. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 19. Februar 2020, abgerufen am 2. September 2026.
- ↑ Über Kuoni - Kuoni Reisen. In: kuoni.ch. Abgerufen am 2. September 2026.
- ↑ St. Galler Tagblatt, 17. März 2015 ( vom 22. Dezember 2015 im Internet Archive)
- 1 2 3 Bilanz
- ↑ NZZ
- ↑ Handelszeitung
- ↑ Kuoni Homepage ( des vom 6. Dezember 2015 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑ Kuoni-Finanzbericht 2013 (englisch) ( des vom 2. Mai 2014 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑ Website des Vermögensverwalters zCapital ( des vom 2. Mai 2014 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑ Kuoni, AFG, NZZ – Die neue Macht der Aktionäre, Handelszeitung, Nr. 18, 30. April 2014, S. 24
- ↑ Swissquote
- ↑ EQT VII unterbreitet öffentliches Übernahmeangebot für Kuoni
