Kuupik Kleist

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Kuupik Kleist

Jakob Edvard Kuupik Kleist (* 31. März 1958 in Qullissat, Grönland) ist ein grönländischer Politiker der linkssozialistischen Inuit Ataqatigiit (IA) und war vom 12. Juni 2009 bis zum 5. April 2013 Premierminister (grönl. Naalakkersuisut siulittaasuat).

Kleist wurde in Qullissat als Sohn des Telegrafenmeisters Nikolaj Kleist geboren. Dort besuchte er 1966–1972 die Volksschule, 1972–1975 die Realschule in Sisimiut und 1975–1978 ein Gymnasium im dänischen Birkerød. 1983 schloss er sein Studium als Sozionom an der Universität Roskilde ab. Er lebt mit seiner Partnerin Aviâja Vandersee und fünf Kindern in Nuuk.[1]

1985 war er Vizechef des Bildungsdirektorats der grönländischen Selbstverwaltung, 1988–1999 Direktor der grönländischen Journalistenschule, 1991–1995 grönländischer Verkehrsminister, 1995–1996 Mitglied des grönländischen Landstings, 1996–1999 Leiter des Auswärtigen Büros der Selbstverwaltung, 2000–2001 Sekretär der Selbstverwaltungskommission und seit 2004 deren Mitglied.

2001 bis 2007 war Kleist einer der beiden grönländischen Abgeordneten im dänischen Folketing und eins von drei Mitglieder der Nordatlantischen Gruppe im Folketing. Er ist seit 2007 Vorsitzender der IA, die bei den Landstingswahlen am 2. Juni 2009 stärkste Kraft wurde.[2] Kleist wurde Premierminister. Bei den Wahlen am 12. März 2013 erreichte die IA jedoch nur noch den zweiten Platz und ging in Opposition. Kleist musste sein Amt als Premierminister an Aleqa Hammond von der siegreichen Partei Siumut abgeben.

Kleist ist Eigentümer und Direktor der Unternehmensberatung NIKISI Aps. Weiter war er 1995–1997 Vorstandsmitglied der Inuit Circumpolar Conference (ICC) und von Nunatta Naqiterivia (Südgrönländische Buchdruckerei), 1999–2002 Chef von Tele Greenland und des Plattenlabels ULO.

Kuupik Kleist ist auch als Musiker bekannt und wird als „grönländische Antwort auf Leonard Cohen“ bezeichnet.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Grönlands notwendige Stimme (dänisch) information.dk, 15. Januar 2012, abgerufen am 16. Januar 2012
  2. Historischer Machtwechsel nach 30 Jahren FAZ, 3. Juni 2009
  3. Der König von Grönland ließ letzte Nacht die Muskeln spielen (dänisch) Politiken, 3. Juni 2009
Vorgänger Amt Nachfolger
Hans Enoksen Premierminister von Grönland
12. Juni 2009 – 5. April 2013
Aleqa Hammond