Lühnde

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Lühnde
Gemeinde Algermissen
Wappen von Lühnde
Koordinaten: 52° 16′ 27″ N, 9° 57′ 3″ O
Höhe: 82 m ü. NN
Einwohner: 1404 (1. Jan. 2017)[1]
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 31191
Vorwahl: 05126

Lühnde ist ein Ortsteil der Gemeinde Algermissen im Landkreis Hildesheim, Niedersachsen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Lage des Dorfes nahe dem Hassel, der historischen Malstätte des altsächsischen Gaues Astfala, trug wesentlich zu seiner frühen besonderen Stellung bei. Hier entstand die Mutterkirche aller späteren Pfarreien ringsum und der Sitz eines geistlichen Gerichts. Die kreuzförmige romanische Archidiakonatskirche St. Martin aus Bruchstein wurde 1117 erstmals erwähnt. Die ursprüngliche Anlage als Pfeilerbasilika mit Ostquerhaus und drei halbrunden Apsiden aus dem 12. Jahrhundert hat später Umgestaltungen erfahren. Ein Schlussstein der gotischen Gewölberippen zeigt den Kopf des Hl. Stephanus und weist darauf hin, dass in einer der Seitenapsiden ein Stephanusaltar gestanden hat. Kirchen, in denen Stephanus als Nebenpatron verehrt wurde, zählen zu den ältesten christlichen Kirchen Deutschlands. Das Martins-Patronat deutet auf eine Gründung durch fränkische Missionare, vielleicht auch auf hier nach den Sachsenkriegen angesiedelte fränkische Bevölkerungsteile.

Im Mittelalter war Lühnde durch einen Wall mit Graben geschützt. Daran erinnern noch Straßennamen wie Bledelner Tor, Bolzumer Tor und Wätzumer Tor. Rings um die Kirche stehen einige interessante Fachwerkhäuser.

Am 6. September 1944 detonierte eine Bombe in der Feldmark, unweit von Lühnde. Zahlreiche Häuser im Dorf wurden durch den Luftdruck am Dach beschädigt. Zur Beseitigung der Schäden wurden 25.000 Dachziegel benötigt.

Am 1. März 1974 wurde Lühnde in die Gemeinde Algermissen eingegliedert.[2]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Lühnde wurde am 1. Januar 2012 mit den Kirchengemeinden in Algermissen, Groß Lobke, Hotteln, Oesselse und Wirringen-Müllingen-Wassel zur evangelisch-lutherischen Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde Sarstedt-Land im Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt zusammengeschlossen.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbürgermeister ist Lutz Sohns (SPD).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ortswappen enthält einen schrägstehenden Schild mit dem Lüneburgischen Löwen als Symbol des früher in Lühnde ansässigen Freiengericht der Welfen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Flyer "Lühnde feiert 900 Jahre"
  • Arbeitsgruppe Chronik, Lühnde - eine Chronik, Die jüngere Geschichte von Lühnde und die Geschichten von seinen Leuten, mit Anhang "Aus der Geschichte des Dorfes Lühnde, von Friedrich Peine, 1958". Lühnde 2017, erhältlich bei Wolfgang Müller, Bolzumer Tor 38, 31191 Algermissen email

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. [1] Website der Gemeinde Algermissen, abgerufen am 18. März 2018.
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 209.
  3. Kirchliches Amtsblatt für die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers, 2/2012, S. 54 ff.