Labastida

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Labastida
Labastida – Ortsansicht
Labastida – Ortsansicht
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Labastida
Labastida (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: BaskenlandBaskenland Baskenland
Provinz: Álava
Comarca: Cuadrilla de Laguardia-Rioja Alavesa
Koordinaten 42° 35′ N, 2° 48′ WKoordinaten: 42° 35′ N, 2° 48′ W
Höhe: 555 msnm
Fläche: 38,17 km²
Einwohner: 1.454 (1. Jan. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 38,09 Einw./km²
Postleitzahl: 01330
Gemeindenummer (INE): 01028 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Website: Labastida

Labastida (baskisch: Bastida) ist ein Ort und eine Gemeinde (municipio) mit 1.454 Einwohnern (Stand 1. Januar 2017) in der Provinz Álava in der Autonomen Gemeinschaft Baskenland im Norden Spaniens. Der Ort gehört zur Weinbauregion Rioja.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Labastida liegt in einer Höhe von etwa 555 Metern ü. d. M. im äußersten Süden der Provinz Álava nahe der Grenze zur Autonomen Gemeinschaft La Rioja. Nächstgelegene größere Stadt ist das etwa 25 Kilometer (Fahrtstrecke) nordwestlich gelegene Miranda de Ebro in der Region Kastilien-León; die Kleinstadt Haro befindet sich gut sechs Kilometer südwestlich.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1960 1970 1981 1991 2001 2011
Einwohner 936 1.073 986 971 1.269 1.489

Im 19. Jahrhundert hatte die Gemeinde meist über 1.500 Einwohner. Die Reblauskrise im Weinbau hatte nur geringen Einfluss auf die Bevölkerungszahlen, doch infolge der Mechanisierung der Landwirtschaft sanken die Einwohnerzahlen zwischenzeitlich unter die Grenze von 1.000 Einwohnern ab.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In frühen Jahrhunderten lebten die Bewohner hauptsächlich von den landwirtschaftlichen Produkten der näheren Umgebung, zu denen auch der Wein gehörte. Der Ort selbst fungierte als Markt- und Handelszentrum, aber auch Handwerker ließen sich hier nieder. Die zunehmende Bedeutung des Weinbaus und des Weintourismus in der Rioja wirkt sich in den letzten Jahrzehnten auch wieder positiv auf die Beschäftigung aus.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kelten, Römer, Westgoten und Mauren haben – trotz der Nähe zum Ebro-Tal – keine archäologisch verwertbaren Spuren auf dem Gemeindegebiet hinterlassen. Wahrscheinlich entstand der Ort erst im Zuge der Rückeroberung (reconquista) und Wiederbesiedlung (repoblación) der von den Mauren besetzten Gebiete im 10. und 11. Jahrhundert. Um das Jahr 1200 gab es wiederholte Auseinandersetzungen zwischen dem Königreich Navarra und der kastilischen Krone, in welchen Kastilien trotz andauernder Konflikte die Oberhand behielt. Ferdinand III. gewährte dem Ort Labastida im Jahr 1242 Privilegien (fueros). Im Jahre 1379 belehnte König Heinrich II. von Kastilien den Marschall Diego Gómez Sarmiento mit den Orten Labastida und Salinillas de Buradón, das heute ebenfalls zur Gemeinde gehört. Im 17. und 18. Jahrhundert erlebte Labastida Jahrzehnte der Ruhe und des Wohlstands.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche Nuestra Señora de la Asunción
Rathaus (Casa consistorial)
  • Ältestes Bauwerk ist die etwas außer- und oberhalb des Ortes gelegene Ermita del Santo Cristo, in der sowohl spätromanische Elemente (z. B. im Archivoltenportal) als auch spätgotische Bauteile (z. B. Apsisfenster) zu sehen sind.
  • Nur wenige Meter oberhalb der Ermita befindet sich der Arco de Toloño, eine Renaissance-Pforte in der Stadtmauer mit einer Muttergottesfigur.
  • Die im Stil der Renaissance erbaute Pfarrkirche Nuestra Señora de la Asunción wurde im 16. Jahrhundert erbaut und zu Beginn des 17. Jahrhunderts eingeweiht; die Ausstattung mit mehreren Altarretabeln stammt hingegen im Wesentlichen aus der Zeit des Barock. Architektonischer Höhepunkt des Bauwerks ist die mit einem Okulus versehene Kuppel über der mit Fresken ausgemalten Vierung. Der vergoldete Retabel der Hauptapsis ist im spätbarocken Stil des Churriguerismus gestaltet; sein Mittelfeld wird von einer Skulpturengruppe der von Engeln begleiteten Himmelfahrt Mariens (asunción) eingenommen.
  • Das Rathaus (Casa consistorial) befindet sich in einem zweigeschossigen Gebäude des 18. Jahrhunderts, dessen Fassade durch antikisierende Elemente wie kanelierte Pfeiler und einen Metopen-Triglyphenfries unterhalb der Dachtraufe auffällt. Das Erdgeschoss ist durch Arkaden geöffnet; im Obergeschoss befinden sich drei Balkone mit aufwendig gerahmten Fenstern, die jeweils von kleinen Rundfenstern (Okuli) und Bögen überfangen werden. Das seitlich abgewalmte Ziegeldach ist kaum sichtbar, da es von einer Balustrade mit Vasenaufsätzen umgeben ist.
  • Der in der Nähe stehende und ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert stammende zweigeschossige Palacio de los Salazar ist Ende des 20. Jahrhunderts restauriert worden und dient heute als Touristenbüro und Kulturhaus.
  • Der Palacio de los Paternina ist ein breitgelagerter Bau aus dem 17. Jahrhundert mit drei Balkonen. Im Innern befindet sich eine sehenswerte Diele (zaguán) und ein Innenhof (patio).

Salinillas de Buradón

  • Etwa fünf Kilometer nordwestlich befindet sich der noch in Teilen von einer spätmittelalterlichen Stadtmauer (muralla) umgebene Ort Salinillas de Buradón (baskisch: Gatzaga). Interessant, aber leider weitgehend zerstört ist der aus dem 15. Jahrhundert stammende zweigeschossige Palacio de los Condes de Oñate, zu dem auch der dreigeschossige Torre de los Sarmientos y los Ayalas gehört.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Labastida – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).