Lago di Carmena

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Lago di Carmena
Diga di Carmena.jpg
Lage: Valle Morobbia bei Giubiasco
Zuflüsse: Morobbia
Abfluss: Morobbia
Grössere Städte in der Nähe: Bellinzona
Lago di Carmena (Kanton Tessin)
Lago di Carmena
Koordinaten 725896 / 114136Koordinaten: 46° 10′ 1″ N, 9° 4′ 7″ O; CH1903: 725896 / 114136
Daten zum Bauwerk
Sperrentyp: Bogenstaumauer
Bauzeit: 1968–1970
Höhe des Absperrbauwerks: 39 m
Höhe der Bauwerkskrone: 639 m ü. M.
Bauwerksvolumen: 8 600 m³
Kronenlänge: 99 m
Basisbreite: 5,1 m
Kraftwerksleistung: 15 MW
Betreiber: Aziende Municipalizzate di Bellinzona
Daten zum Stausee
Höhenlage (bei Stauziel) 636,5 m ü. M.
Wasseroberfläche 2,4 ha
Stauseelänge 400 km
Stauseebreite 120 km
Speicherraum 300 000 m³
Gesamtstauraum: 250 000 m³
Einzugsgebiet 34 km²
Bemessungshochwasser: 270 m³/s

Der Lago di Carmena ist ein Stausee im Valle Morobbia bei Giubiasco im Kanton Tessin in der Schweiz. Er dient dem Betrieb des Kraftwerks Morobbia, das die Stadt Bellinzona mit Strom versorgt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine erste Konzession zur Nutzung des Wassers der Morobbia wurde 1884 an die Gotthardbahn-Gesellschaft erteilt, aber nie genutzt. Die Energie wäre für die damals neu eröffnete Unterhaltswerkstatt in Bellinzona bestimmt gewesen. Die Stadt Bellinzona beantragte daraufhin die Konzession, die ihr 1900 erteilt wurde.[1] Das erste Kraftwerk wurde 1903 fertiggestellt und verwendete eine Wasserfassung an der Stelle der heutigen Staumauer. Die Anlage erzeugte Strom für Beleuchtungszwecke und die lokale Industrie.[2]

In den 1960er-Jahren war das bestehende Kraftwerk veraltet und abgenutzt, gleichzeitig war der Energiebedarf von Bellinzona stark gestiegen, sodass die Produktion erhöht werden sollte. Es wurden verschiedene Projekte untersucht, darunter eines mit dem Namen Grande Morobbia, das auch das Wasser aus dem Valle di Arbedo und dem Valmaggina sowie der im Val d’Isone fliessenden Vedeggio einbezogen hätte. Wegen technischen und zu erwartenden politischen Schwierigkeiten bei der Umsetzung des Projektes wurde auf dieses verzichtet und anstelle dessen ein Wochenspeicher bei Carmena auf dem Boden der damaligen Gemeinde Sant’Antonio gebaut. Das Projekt wurde vom Ingenieurbüro Lombardi betreut. Der See mit der Staumauer wurde zusammen mit dem erneuerten Kraftwerk am 22. März 1972 in Betrieb genommen.[1]

Staumauer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Diga di Carmena hat ihre Krone auf einer Höhe von 639 m über Meer. Die Bogenstaumauer besteht aus acht Segmenten, die 12 bis 15 m breit sind. Das Einlaufbauwerk für den Druckstollen zum Kraftwerk und der Grundablass des Stausees sind in einem gemeinsamen Bauwerk angeordnet.[3] Die Staumauer wird durch ein Schwimmlot und 10 Thermometer im mittleren Segment überwacht. Zusätzlich überwachen 8 Extensometer im Fels die Bewegung des Mauerfundamentes.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b G. Gendotti: Richiesta preliminare per il rinnovo della concessione della Morobbia al Comune di Bellinzona. 1. Juli 2004.
  2. W. E. Bossard: Die Wasserkräfte der Schweiz. II. Teil: Ausgenutzte Wasserkräfte am 1. Januar 2014. Hrsg.: Schweizerisches Departement des Innern, Abteilung für Wasserwirtschaft. Band 4. Bern 1916, S. 308–309.
  3. a b Fabio Tognola: Carmena. (PDF; 489 kB) Schweizerisches Talsperrenkomitee, abgerufen am 29. Dezember 2018.