Lainbach (Loisach)

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Lainbach
Holzverbauungen in der Schmiedlaine oberhalb des Lainbachs

Holzverbauungen in der Schmiedlaine oberhalb des Lainbachs

Daten
Gewässerkennzahl DE: 16292
Lage Oberbayern, Deutschland
Flusssystem Donau
Abfluss über Loisach → Isar → Donau → Schwarzes Meer
Ursprung Zusammenfluss von Schmiedlaine und Kotlaine nordwestlich der Benediktenwand
47° 41′ 7″ N, 11° 26′ 38″ O
Quellhöhe 749 m[1]
Mündung bei Benediktbeuern in die LoisachKoordinaten: 47° 41′ 42″ N, 11° 22′ 8″ O
47° 41′ 42″ N, 11° 22′ 8″ O
Mündungshöhe 597 m
Höhenunterschied 152 m
Länge 5 km[2]
Einzugsgebiet 10,29 km²
Linke Nebenflüsse Pessenbach
Schwemmholzrechen am Schluchtausgang vor Ried

Schwemmholzrechen am Schluchtausgang vor Ried

"Lainbach"-Wasserfall im Laingraben

"Lainbach"-Wasserfall im Laingraben

Der Lainbach, auch Loanbach von bayer. Loan etwa Schmelze, ist ein Gebirgsbach in den Bayerischen Voralpen. Er beginnt nordwestlich der Benediktenwand und mündet bei Benediktbeuern als rechter Nebenfluss in die Loisach. Wegen besonderer Hochwassergefahr ist er technisch aufwendig verbaut.

Der Lainbach beginnt als Zusammenfluss der Schmiedlaine und der Kotlaine auf 749 Metern ü. NN am Brandenberg im Gemeindegebiet von Benediktbeuern. Er führt entlang des Wanderwegs 655 durch ein schluchtartiges Tal westlich der Söldneralm, bis er nach rund drei Kilometern den Ort Ried erreicht, der auf dem Schwemmkegel des Bachs im Murnauer Moos liegt. Im Ortsgebiet von Ried unterquert er die Bundesstraße 11 sowie die Bahnstrecke Tutzing-Kochel und nimmt im Murnauer Moos den Pessenbach auf, bevor er nach einer gesamten Fließstrecke von rund sieben Kilometern auf 599 Metern ü. NN in die Loisach mündet.

Hochwasserereignisse und Verbauung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Lainbach entwässert ein rund 20 Quadratkilometer großes Gebiet mit zahlreichen Steilhängen und kann nach Gewitterregen extreme Hochwasserspitzen zeigen. Erste Verbaungen des Lainbachs sind für das Jahr 1886 bekannt, 1911 begannen systematische Maßnahmen zum Erosions- und Hochwasserschutz. Kleinere Überschwemmungen in Ried gab es nach Gewittern in den Jahren 1958 und 1966, dabei wurden eine Brücke zerstört und der Deich im Ortsbereich beschädigt. In den 1970er und 1980er Jahren wurde daraufhin der Schluchtbereich saniert, 1983 der Deich verstärkt und auf einen Abfluss von 65 Kubikmetern Wasser pro Sekunde ausgelegt.

Im Jahr 1990 trat ein Hochwasser mit einem Abfluss von rund 210 Kubikmetern pro Sekunde auf. Durch Schwemmholz kam es zu Verklausungen an den Brücken in Ried und nachfolgend zu großflächigen Überschwemmungen im Ort, die einen Sachschaden von umgerechnet rund 1,75 Millionen Euro verursachten. Von 1992 bis 2002 wurden deshalb für 7,2 Millionen Euro umfassende Baumaßnahmen zum Hochwasserschutz umgesetzt. Unter anderem wurde das Bachbett streckenweise verlegt und durch Vertiefung und Verbreitung auf einen Abfluss von 110 Kubikmeter ausgelegt. Am Schluchtausgang errichtete das Wasserwirtschaftsamt einen Treibholzrechen aus einer V-förmigen Formation von 28 Stahlpfeilern, die Baumstämme zurückhalten und eine Verklausung der Brücken verhindern sollen.

Über die Besonderheiten von Gebirgsbächen und den Hochwasserschutz am Lainbach informieren zehn Schautafeln des Wasserwirtschaftsamts, die einen Lehrpfad entlang des Wanderwegs von Ried zur Söldneralm bilden.

Laingraben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die touristisch bedeutenden, sogenannten Lainbach-Wasserfälle südöstlich von Kochel liegen nicht im Verlauf des Lainbachs, sondern im Laingraben. Beide Fließgewässer sind nicht miteinander verbunden. Der Laingraben ist nur rund drei Kilometer lang, überwindet aber von der Quelle bis zur Mündung in den Kochelsee eine Höhendifferenz von rund 700 Metern.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Klaus Wagner: Naturgefahrenbewusstsein und -kommunikation am Beispiel von Sturzfluten und Rutschungen in vier Gemeinden des Bayerischen Alpenraums, Freising-Weihenstephan 2004

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BayernViewer der Bayerischen Vermessungsverwaltung
  2. LfU Gewässerverzeichnis, Flussgebiet 16 Isar

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lainbach (Loisach) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien