Wackersberg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Wackersberg
Wackersberg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wackersberg hervorgehoben
Koordinaten: 47° 44′ N, 11° 33′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Bad Tölz-Wolfratshausen
Höhe: 735 m ü. NHN
Fläche: 64,83 km2
Einwohner: 3523 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 54 Einwohner je km2
Postleitzahl: 83646
Vorwahl: 08041
Kfz-Kennzeichen: TÖL, WOR
Gemeindeschlüssel: 09 1 73 145
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bachstr. 8
83646 Wackersberg
Webpräsenz: www.wackersberg.de
Bürgermeister: Alois Bauer (Wählergem.Oberfischbach)
Lage der Gemeinde Wackersberg im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen
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Über dieses Bild

Wackersberg ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen nahe der Kurstadt Bad Tölz im Isarwinkel.

Wackersberg
Wackersberg von Südosten
Wackersberg von Osten

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Pfarrdorf Wackersberg liegt einen Kilometer westlich der Isar und vier Kilometer südlich von Bad Tölz auf einem kilometerlangen Hügel oberhalb der Stadt Bad Tölz. Dieser Hügel, der sich während der letzten Eiszeit formte, liegt am Fuße der Berge Heigelkopf, Zwiesel und Blomberg. Der Ortsteil Arzbach liegt auf halber Strecke zwischen Bad Tölz und Lenggries, Oberfischbach grenzt unmittelbar nördlich an Tölz.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Wackersberg hat folgende 60 amtlich benannte Gemeindeteile:[2]

  • Abberg
  • All
  • Allhofen
  • Arzbach
  • Auf der Höh
  • Aug
  • Bach
  • Bibermühle
  • Blaika
  • Bocksleiten
  • Buchberg
  • Bürg
  • Burger
  • Fiecht
  • Fischbach
  • Fischbachmühl
  • Fürholzen
  • Glaswinkl
  • Hahnbauer
  • Haunleiten
  • Heimkreit
  • Höfen
  • Hoheneck
  • Hub
  • Huppenberg
  • Kellershof
  • Kiefersau
  • Kloiber
  • Knapp
  • Lain
  • Lechen
  • Lehen
  • Leitzing
  • Leitzingerau
  • Lochen
  • Nodern
  • Oberfischbach
  • Ochsenwöhr
  • Prösteln
  • Reit
  • Rimslrain
  • Rothenrain
  • Rothmühle
  • Sauersberg
  • Schnait
  • Schnegg
  • Schwaig
  • Sonnershof
  • Spiegl
  • Stallau
  • Steinbach
  • Steinsäge
  • Straß
  • Thal
  • Untermberg
  • Voglsang
  • Wackersberg
  • Weiglhof
  • Wolfsöd
  • Zollhaus

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals wird im Jahre 1195 die Siedlung mons, qui dicitur Wakkersberch, als Rodung des Klosters Schäftlarn, urkundlich erwähnt. Erst mit der Säkularisation wird das Bauerndorf unabhängig. Früher noch taucht der Name Vispach (das heutige Fischbach) auf. Das Dorf Arzbach wird erstmals als Ertspach (abgeleitet von Erz) erwähnt. Ein Knecht hatte dort einst an der Probstwand Erz entdeckt und bis ins 16. oder 17. Jahrhundert wurde daher dort nach Erz geschürft.
siehe auch Burgstall Hoheneck

Arzbach, das ab dem 15. Jahrhundert besiedelt wurde und immer unter der Herrschaft der Herren von Tölz oder Hohenburg stand, diente vor allem als Heimat für Flößer, Holzer und Kalkbrenner. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Wackersberg von der Pest schwer getroffen, als 1634/35 fast alle Einwohner von der Seuche dahingerafft wurden. Diese wurden von den wenigen Überlebenden in einem großen Hügelgrab beigesetzt und 1638 wurde die Pestkapelle errichtet. Ab 1652 gab es in Arzbach und ab 1714 in Wackersberg eigene Schulbetriebe. Wackersberg gehörte zum Rentamt München und dem Landgericht Tölz.

Der Ort Wackersberg wurde 1818 im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern eine selbstständige politische Gemeinde.

19. bis 21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1846 entdeckte der Jaudbauer am Blomberg Deutschlands stärkste Jodquellen. Obwohl genau genommen auf Wackersberger Gebiet liegend, machten diese Tölz später zum bekannten Kurort. Aufgrund seiner Lage auf dem Hügel war Wackersberg von vielen politischen Ereignissen isoliert. Doch zu Ende des Zweiten Weltkrieges, Anfang Mai 1945, lieferten sich dort anrückende amerikanische Truppen letzte Gefechte mit der SS-Division „Götz von Berlichingen“. Dabei wurden drei Höfe und mehrere Scheunen zerstört und einige unbeteiligte Frauen des Dorfes kamen ums Leben. In Wackersberg fanden zu Kriegsende viele Flüchtlinge Unterkunft, so dass der Ort seine Einwohnerzahl zu dieser Zeit vorübergehend mehr als verdoppelte.

Wackersberg und Oberfischbach waren eigene Gemeinden, bis sie bei der Gemeindegebietsreform 1978 zu einer Gemeinde zusammengefasst wurden.

Im Jahr 2006 stand das Dorf Arzbach auf der Nominierungsliste für das schönste Dorf Bayerns, errang den Titel jedoch nicht.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1978 drohte Wackersberg im Zuge der Gemeindegebietsreform die Eingemeindung nach Bad Tölz. Man fand jedoch eine Lösung, indem man am 1. Mai 1978 mit der Gemeinde Oberfischbach fusionierte, die dennoch einen kleinen Teil an Bad Tölz verlor.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Nach der letzten Kommunalwahl am 2. März 2008 hat der Gemeinderat 16 Mitglieder. Die Wahlbeteiligung lag bei 71,2 %. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:

  Freie Wählergemeinschaft Wackersberg-Arzbach     4 Sitze  (26,2 %)
  Wählergemeinschaft Oberfischbach 6 Sitze (37,2 %)
  Unabh.Wgem. Wackersberg-Oberfischbach 6 Sitze (36,7 %)

Weiteres Mitglied und Vorsitzender des Gemeinderates ist der Bürgermeister.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: „Über blauem Wellenschildfuß, darin ein silberner Fisch, in Silber ein grüner Schützenhut mit schwarzem Rand und schwarzer Feder, geschmückt mit einem Strauß roter Blumen.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arzbach
St. Johannes d. T. in Fischbach
Die Dachshöhle bei Wackersberg (Geotopnummer 173H001)

Sehenswert ist die spätgotische katholische Pfarrkirche St. Nikolaus in Wackersberg, die im 15. Jahrhundert errichtet und ab 1688 umgestaltet wurde und weitgehend ihr heutiges Aussehen erhielt. 1759 erhielt sie den neuen Hochaltar, 1768 wurde das Chorgewölbe ausgemalt und 1829 wurde das Langhaus ausgebaut und die Chormauern erhöht. Der Satteldachturm entstand im 1872 neu, ebenso wie ein neuer Hochaltar. Die Ausstattung der Kirche stammt zum Großteil aus dem späten 17. Jahrhundert. Am nördlichen Rand des Dorfes findet man zudem die Auferstehungskapelle, die 1706 erbaut und 1712 erweitert wurde.

Reizvoll sind im Dorf die, vor allem in der Dorfstraße und in der Kirchstraße, liegenden alten Bauernhäuser aus dem frühen 19. Jahrhundert und das Pfarrhaus von 1904. Am Fuße der Kirche liegt außerdem das Denkmal an die Gefallenen der beiden Weltkriege.

Arzbach besitzt die Filialkirche, mit quadratischem Turm und Spitzhelm, die zwar erst 1949/50 erbaut wurde, jedoch eine Ausstattung aus dem 18. Jahrhundert besitzt. Zudem befindet sich dort die Kapelle Unsere Liebe Frau, die 1730 erbaut und 1739 erweitert wurde. Auch in Arzbach gibt es, hier vor allem in der Angerstraße, der Kalkofenstraße und der Hauptstraße, zahlreiche alte Bauern- und Handwerkerhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert.

In Fischbach steht die katholische Filialkirche St. Johannes d. T., die von Caspar Feichtmayr in den Jahren von 1671 bis 1676 im Auftrag von Graf Herwarth von Hohenburg erbaut wurde.[4] Geweiht wurde die stattliche Barockkirche mit dem Zwiebelturm, die die zuvor abgerissene spätgotische Kirche an gleicher Stelle ersetzte, jedoch erst 1693. Einen Besuch wert sind die nahe Wackersberg einsam liegende Pestkapelle mit dem Hügelgrab, die große Dachshöhle im Wald Richtung Tölz und die Almen, wie die Waldherralm, sowie das Längental mit Probstenwand und der Kirchsteinhütte.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Blomberg mit Lift, Sommerrodelbahn, Winterrodelbahn und Skiabfahrt
  • Buchberg mit Lift und Skiabfahrt
  • Zahlreiche Loipen, Wanderwege und Nordic Walking-Routen
  • geräumiges Sportheim in Arzbach
  • Freibad Arzbach
  • Tennisplätze Arzbach
  • Campingplatz Arzbach
  • Golfplatz Wackersberg

Veranstaltungen und Feste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Maibaum-Aufstellen
  • Jährliches Volksfest mit Bierzelt
  • Sommerfest des SV Wackersberg-Arzbach am Sportheim in Arzbach
  • Fronleichnam-Prozession
  • Schützenkompanie

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stephan Bammer: Vom tiefen Tal bis zur Rothmühle - Chronik der Gemeinde Wackersberg, Gemeinde Wackersberg (Hrsg.), 2008

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Wackersberg in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. Mai 1970 bis 31. Dezember 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 569.
  4. Denkmalliste (PDF; 149 kB) des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wackersberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien