Lehel

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Das Lehel (bairisch teilweise mit kurzem Vokal und ch-Laut ausgesprochen: Lächl), veraltet auch St.-Anna-Vorstadt, ist ein Stadtteil der bayerischen Landeshauptstadt München. Zusammen mit dem Stadtteil Altstadt bildet er den Münchner Stadtbezirk Nr. 1 Altstadt-Lehel.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Lehel wird von der Isar im Osten und dem Englischen Garten und dem Thomas-Wimmer-Ring / Karl-Scharnagel-Ring im Westen sowie der Max-Joseph-Brücke im Norden und der Zweibrückenstraße im Süden begrenzt. Auch der Nordteil der Museumsinsel sowie die Praterinsel gehören zum Lehel.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lehel vom Maximilianeum aus gesehen (1890–1905)

Zur Zeit von Ludwig dem Bayern zu Beginn des 14. Jahrhunderts nutzten viele Arme, die nicht in der Stadt leben durften, das von vielen Bächen durchzogene Auenwaldgebiet. Die Ersterwähnung war 1525 mit „auf den lehen“ (Lohe, lichter Wald).[1] Das Lehel gehörte ursprünglich bereits zum Münchner Burgfrieden, der Herzog hatte sich jedoch gewisse Rechte vorbehalten. Erst als Kurfürst Maximilian II. Emanuel 1724 auf diese Vorbehalte verzichtete, fiel das Lehel voll unter die Gerichtsbarkeit der Stadt. Oft wird das etwas ungenau als „Eingemeindung“ nach München bezeichnet. Da andere Gebiete des Burgfriedens im Vorfeld der Stadt wesentlich dünner besiedelt waren, kann das Lehel als erste Münchner Vorstadt gelten. Bis 1812 hieß es auch „äußeres Graggenauer-Viertel“. Im Zuge der großen Stadterweiterungen wurde das Gebiet 1812 in Analogie zu den anderen Vorstädten wie Maxvorstadt offiziell „St.-Anna-Vorstadt“ genannt. Dieser Name setzte sich jedoch nicht durch. Mitte des 19. Jahrhunderts lebten vor allem Tagelöhner und Wäscher im Lehel, das zum beliebten Wohngebiet wurde. Im Zweiten Weltkrieg nur wenig zerstört, besteht das Viertel heute größtenteils aus repräsentativen Altbauten aus der Zeit des Deutschen Kaiserreiches. Dadurch und wegen der äußerst zentralen Lage zählen die Immobilienpreise mit zu den höchsten in München. Auch der Einzelhandel und die Gastronomie (größere Geschäfte sind kaum zu finden) sind eher der gehobenen Kategorie zuzuordnen.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Zur Herkunft der Bezeichnung des Stadtteils gibt es verschiedene Theorien. Die häufiger vertretene weist auf einen Zusammenhang mit der Bezeichnung Lohe für einen lichten Auwald hin, wie er auf der Münchner Schotterebene früher an vielen Orten anzutreffen war und in Restbeständen heute noch beispielsweise in der Gegend von Aubing und Eching zu finden ist. Viele Ortsbezeichnungen in der Gegend weisen noch auf diese Auwälder hin, so Lohhof oder Keferloh. Zu beachten ist hierbei, dass die Lohe mit Rachenlaut ausgesprochen wurde, also etwa Loche, was bei einigen Ortsbezeichnungen im Laufe der Zeit zu einer angepassten Orthografie führte, beispielsweise Lochham oder Lochhausen. Der Name Lehel bezeichnete hiernach ein kleines Auwäldchen, ein Löhel, hierzu passt auch, dass die alten Bewohner des Viertels ihren Stadtteil bis heute als Lächl aussprechen und erst in jüngster Zeit durch die vielen zugewanderten Bewohner die Aussprache sich zum schrifttreuen Lehel mit einem hell und gedehnt gesprochenem e in der ersten Silbe und durch Hauchlaut eingeleiteter zweiter Silbe mit kurz gesprochenem e verschoben hat.

Eine andere, seltenere Theorie vertritt die Ansicht, Lehel bezöge sich eventuell auf ein früher dort gelegenes kleines Lehen, ein kleines Lehel also im bairischen Diminutiv.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Lehel ist reich an Sehenswürdigkeiten. So finden sich hier die Sakralbauten der Pfarrkirche St. Anna im Lehel (St.-Anna-Str. 19), der Klosterkirche St. Anna im Lehel (St.-Anna-Platz 5) sowie von St. Lukas (Thierschstr. 28). Zugleich beherbergt dieses Viertel herausragende Museen und Kulturinstitute wie das Haus der Kunst (Prinzregentenstr. 1), das Museum Fünf Kontinente (Maximilianstr. 42), das Bayerische Nationalmuseum (Prinzregentenstr. 3), die Schackgalerie (Prinzregentenstr. 9), das Alpine Museum sowie das Tschechische Zentrum (Prinzregentenstr. 7) und das Polnische Kulturzentrum (Prinzregentenstr. 7). Weitere Wahrzeichen sind das Maxmonument (auf Höhe von Maximilianstr. 50), der Fortunabrunnen (Isartorplatz) sowie der Monopteros und Chinesische Turm im Englischen Garten.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fernsehserie Meister Eder und sein Pumuckl wurde großteils in einem Hinterhof der Widenmayerstraße 2 gedreht, in der Meister Eder seine Schreinerwerkstatt hatte. Auch die Münchner Geschichten wurden hier gedreht, das Wohnhaus der Häuslers befand sich dabei in der Tattenbachstraße 3.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Horst Feiler: Das Lehel: Die älteste Münchner Vorstadt in Geschichte und Gegenwart. MünchenVerlag, München 2006, ISBN 3-937090-13-4.
  • Helmuth Stahleder: Haus- und Straßennamen der Münchner Altstadt. Hugendubel, München 1992, ISBN 3-88034-640-2, S. 199–212.
  • Lorenz Wandinger: Das Lehel: Die älteste Münchner Vorstadt in Geschichte und Gegenwart. Buchendorfer, München 1994, ISBN 3-927984-27-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lehel – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.tz.de/muenchen/stadt/viertel-alter-muenchen-tz-1064110.html

Koordinaten: 48° 8′ 20″ N, 11° 35′ 18″ O