Leto (Film)

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Filmdaten
OriginaltitelLeto
ProduktionslandRussland, Frankreich
OriginalspracheRussisch
Erscheinungsjahr2018
Länge128 Minuten
AltersfreigabeFSK 12[1]
Stab
RegieKirill Serebrennikow
DrehbuchMikhail Idov, Lily Idova, Kirill Serebrennikow
ProduktionIlya Stewart, Murad Osmann, Pavel Buria, Mikhail Finogenov
KameraVladislav Opelyants
SchnittYury Karikh
Besetzung
Synchronisation

Für die deutsche Synchronisation war die Firma Eurosync GmbH in Berlin zuständig.

Synchronbuch: Christian Gundlach Synchronregie: Christian Gundlach

  • Wiktor Zoi: Konrad Bösherz
  • Mike Naumenko: Florian Hoffmann
  • Natascha Naumenko: Nadine Zaddam

Leto (Russisch: Лето, Bedeutung: Sommer) ist ein russischer Film von Kirill Serebrennikow über den sowjetischen Rockmusiker Wiktor Zoi und seine Band Kino. Leto feierte seine Premiere am 9. Mai 2018 im Rahmen des internationalen Wettbewerbs der Internationalen Filmfestspiele von Cannes und kam am 8. November 2018 in die deutschen Kinos.[2]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film spielt Anfang der 1980er Jahre in Leningrad. Er handelt von der Beziehung zwischen dem 19-jährigen Wiktor Zoi, dem 26-jährigen Mike Naumenko und seiner Frau Natascha. Angetrieben von der Musik von David Bowie, Lou Reed, Iggy Pop, T. Rex, Talking Heads und Blondie ebneten sie der Rockmusik in Russland den Weg. Für die Handlung diente lose die Biografie des sowjetischen Rockpioniers Wiktor Zoi als Inspiration.[3][4]

Wiktor Zoi, 1986

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der russische Regisseur Kirill Serebrennikow wurde am 22. August in St. Petersburg während der Dreharbeiten zu Leto festgenommen, sodass er den Film im Hausarrest fertigstellen musste.[5] Ihm wird vorgeworfen, zwischen 2011 und 2014 rund 68 Millionen Rubel unterschlagen zu haben. Die Verhaftung löste weltweit Empörung aus.[6] Der Petition Freiheit für Kirill Serebrennikov schlossen sich über 54.000 Unterstützerinnen und Unterstützer an, unter anderem Cate Blanchett, Lars Eidinger, Volker Schlöndorff und Maren Ade.[7] Vor der Eröffnung der 71. Internationalen Filmfestspiele von Cannes wandte sich Festivalleiter Thierry Frémaux an den französischen Außenminister Jean-Yves Le Drian, der sich in einem Brief an Wladimir Putin für den Auftritt Serebrennikows in Cannes einsetzte, jedoch ohne Erfolg. Der Prozessauftakt fand am 17. Oktober 2018 statt, die erste öffentliche Anhörung soll am 25. Oktober stattfinden.[8]

Der in Köln geborene koreanische Schauspieler Teo Yoo spielte die Hauptrolle, obwohl er kein Russisch spricht und zuvor noch nie in Russland war.[9]

Regisseur Kirill Serebrennikow, 2012

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film wurde von der Presse mehrheitlich positiv aufgenommen.

Hannah Pilarczyk von Spiegel Online lobt in ihrer Rezension: „Die Bilderwelten, die Serebrennikow dabei schafft, voller Schnitte, Gegenschnitte und sogar Animationen, ergeben keinen Sinn im Film, wohl aber im Pop und der aus ihm heraus entwickelten Ästhetik des Musikvideos. Stärker kann man die buchstäbliche Schaffenskraft von Pop kaum zum Ausdruck bringen, weshalb Leto trotz seines sehr spezifischen Settings und Figurenensembles auch ein allgemeingültiger Film über Pop ist.“[10]

Auch wenn für Andreas Busche vom Tagesspiegel der Film zu unpolitisch ist, lobt er doch seine Leichtigkeit, „in der eine unterschwellige Sentimentalität genauso mitschwingt wie die ungestüme Energie des Punk.“[11]

Daniel Kothenschulte von der Berliner Zeitung findet, dass die Qualität von Leto unter Serebrennikows Hausarrest gelitten hat und der Film „sympathisch, aber nicht wirklich rundum gelungen wirkt.“[12]

Maja Ellmenreich vom Deutschlandfunk sieht in Leto einen großartigen Film, der „in bestechenden Schwarz-Weiß-Bildern von der Aufbruchsstimmung einer ganzen Generation erzählt, die vor Zorn und Leidenschaft zu platzen scheint und – noch namenlos – Gorbatschows Perestroika-Politik herbeisehnt.“[13]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Leto. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF; Prüf­nummer: 182586/K).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. Release Info IMDb, 19. Oktober 2018.
  3. Leto Inhaltsangabe & Details Filmstarts, 19. Oktober 2018.
  4. Rhythmus in Unfreiheit Zeit Online, 19. Oktober 2018.
  5. Der Fall Serebrennikow: Kritischer Freigeist unter Hausarrest Deutsche Welle, 19. Oktober 2018.
  6. Die totale Verunsicherung Spiegel Online, 19. Oktober 2018.
  7. Freiheit für Kirill Serebrennikov Change.org, 19. Oktober 2018.
  8. Prozess gegen russischen Regisseur beginnt Zeit Online, 19. Oktober 2018.
  9. Vor dem Ausbruch, in: Süddeutsche Zeitung, 8. November 2018, S. 13.
  10. Die Kinder der Revolution lassen sich nicht täuschen Spiegel Online, 19. Oktober 2018.
  11. Am zweiten Tag wird Cannes politisch Tagesspiegel, 19. Oktober 2018.
  12. Starkino Das Festival in Cannes enttäuscht mit Asghar Farhadis Eröffnungsfilm Berliner Zeitung, 19. Oktober 2018.
  13. Ein leerer Stuhl Deutschlandfunk, 19. Oktober 2018.
  14. Jury Unveils First Eight EFA Winners 2018. Artikel vom 15. November 2018, abgerufen am 16. November 2018.