Lietuvos geležinkeliai

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AB "Lietuvos geležinkeliai"
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Rechtsform Akcinė bendrovė
Gründung 24. Dezember 1991
Sitz Vilnius LitauenLitauen Litauen
Leitung Stasys Dailydka (Generaldirektor)
Mitarbeiter 10.150[1]
Umsatz 429 Mio. Euro[1]
Branche Verkehr und Logistik
Website www.litrail.lt
Stand: 2015 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2015

Diesellok 2M62 im Bahnhof Radviliškis (2005)

Lietuvos geležinkeliai (Audio-Datei / Hörbeispiel Aussprache?/i, Abk. LG) ist ein Staatsbetrieb und die größte Eisenbahngesellschaft in Litauen. Sitz der LG ist Vilnius. Das staatliche Unternehmen SPAB Lietuvos geležinkeliai wurde am 24. Dezember 1991 registriert.[2] 2012 erzielte das Unternehmen den Umsatz von 1,727 Mrd. Litas.[3] In der Zeit der ersten litauischen Unabhängigkeit existierte von 1918 bis 1940 eine Vorgängergesellschaft unter dem gleichen Namen.

Verkehrsbedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

LG-Baureihe ER20 in Paneriai (2008)

Die LG besitzt heute eine große Bedeutung im Gütertransitverkehr und eine (zu Gunsten von Individualverkehr und Überlandbussen) stark nachlassende Bedeutung im Personenverkehr des Landes. Die LG setzt heutzutage im Personenverkehr zunehmend Diesel- und Elektrotriebzüge (im Gegensatz zu den früher häufiger lokbespannten Zügen) ein. Schwerpunkt des weitmaschigen Eisenbahnnetzes ist der Südosten des Landes. Internationale Züge sowie Züge an die Küste nach Klaipeda sind meistens diesellokbespannt.

Rund um Vilnius und Kaunas existiert ein S-Bahn-ähnliches System von Vorortzügen. Die wichtigsten internationalen Verbindungen laufen über Daugavpils nach Sankt Petersburg. Seit Juni 2016 gibt es am Wochenende direkte Zugverbindungen von Polen nach Litauen (BiałystokKaunas); das Umsteigen in Šeštokai entfällt, da die Strecke auf Normalspur umgestellt ist. Daneben ist Litauen ein wichtiges Transitland für den Verkehr von Russland über Weißrussland (Minsk) nach Kaliningrad. Die Verbindung von Grodno/Hrodna nach Vilnius wurde hingegen an der Staatsgrenze gekappt. Von Bedeutung ist außerdem der Gütertransitverkehr. Klaipėda ist ein wichtiger Erdölhafen, der zu einem Großteil durch die LG versorgt wird.

Transportleistung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Transportleistung der LG im Gütertransport lag 2004 bei 50 Mio. Tonnen, 2007 bei 53,5 Mio. Tonnen, wovon 38 % auf den Transitverkehr zwischen Russland und der Oblast Kaliningrad entfielen. Der Anteil am gesamten Güterverkehr konnte im gleichen Zeitraum von 33 % auf 44 % gesteigert werden. Der Marktanteil im Personenverkehr lag dagegen in den beiden Jahren nur bei etwa 2 %, die sich auf etwa 1 Mio. Fahrgäste im Fernverkehr und 6 Mio. im Nahverkehr verteilen.[4]

2015 wurden 14,4 Mio. t lokale Güter, 20,61 Mio. t Importe, 4,09 Mio. t Exporte und 8,92 Mio. t Transitgüter transportiert.[1]

Triebfahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

LG-Baureihe 575 bei Kaunas (2009)

Der Triebfahrzeugpark der LG bestand bei der Neugründung 1991 überwiegend aus Fahrzeugen sowjetischer Fabrikation, hinzu kamen Rangierloks aus der Tschechoslowakei und ungarische Dieseltriebwagen. Seit etwa 2000 begann die LG damit, ihren Triebfahrzeugpark durch Neubeschaffungen und Modernisierungen zu erneuern.

Im Sommer 2005 bestellte die LG bei Siemens Transportation Systems 34 neue sechsachsige dieselelektrische Lokomotiven, die auf der Eurorunner-2007-Plattform, Typenbezeichnung ER 20 CF, basieren. Die LG übernahm dabei die Siemens-Typenbezeichnung als Baureihenbezeichnung. Die Überführung der ersten Lokomotive der neuen LG-Baureihe ER20 nach Litauen fand Anfang Oktober 2007 statt. Eine Option über weitere zehn Maschinen wurde ebenfalls eingelöst, sie kamen 2010 zur Auslieferung. Die Loks werden bislang nur im Güterverkehr eingesetzt, probeweise auch vor D-Zügen. Neben den Neubeschaffungen wurden in erheblichem Umfang ältere Loks tschechischer und sowjetischer Produktion mit neuen Motoren modernisiert und teilweise mit neuen Aufbauten versehen.

Für den Personenverkehr beschaffte die LG verschiedene neue Triebwagen. 1997 wurde durch die Rigaer Waggonfabrik ein Dieseltriebwagen der Baureihe AR2 geliefert. 2008 erhielt die LG von Škoda zwei der ČD-Baureihe 471 entsprechende, als Baureihe 575 bezeichnete Triebwagen für den Verkehr zwischen Vilnius und Kaunas. In den Folgejahren wurden weitere Triebwagen diese Serie geliefert, mit Stand November 2017 verfügte die LG über insgesamt 13 dieser Doppelstocktriebwagen. Neben der wichtigen Strecke zwischen Vilnius und Kaunas werden sie auch im grenzüberschreitenden Verkehr nach Minsk eingesetzt.[5] 2008 wurden vier Dieseltriebwagen des russischen Herstellers Metrowagonmasch als Baureihe 750.05 beschafft. Zwei Dieseltriebwagen von PESA, in Polen als Baureihe 620 bezeichnet, folgten 2009, weitere acht Triebwagen wurden bei PESA 2010 bestellt.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Herman Gjisbert Hesselink, Norbert Tempel: Eisenbahnen im Baltikum. Verlag Lok-Report, Münster 1996, ISBN 3-921980-51-8.
  • Claus Strunden: Litauen im Sommer 2009. In: Lok-Report. 11, 2009, S. 44–51.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Klaus Mölter: Litauens Eisenbahn der Gegenwart. Link.
  • Baltic Railways Magazine. Heft 1 und 2 nur litauisch/russisch, ab Heft 3 litauisch/englisch, Link.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Geschäftsbericht 2015
  2. Registerdaten
  3. Umsatz
  4. Statistik
  5. www.newstix.de: Letzte Doppelstockgarnitur von Škoda Vagonka ist in Litauen eingetroffen, 5. November 2017, abgerufen am 6. November 2017
  6. Bekanntmachung im EU-Amtsblatt (nicht mehr verfügbar)