Lloyd Cole

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Lloyd Cole (2010).

Lloyd Cole (* 31. Januar 1961 in Buxton, England) ist ein britischer Sänger und Songwriter, der seine größten Erfolge in den 1980er Jahren mit seiner Band Lloyd Cole and The Commotions hatte.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lloyd Cole, etwa 1987.

Der Philosophie-Student Lloyd Cole und einige seiner Mitstudenten an der Universität Glasgow gründeten 1982 die Band The Commotions. Ursprünglich als große Soul-Band gegründet, reduzierte sich die Mitgliederzahl rasch auf fünf: Neben Cole als Sänger waren dies der Keyboarder Blair Cowan, der Gitarrist Neil Clark, der Bassist Lawrence Donegan und der Schlagzeuger Stephen Irvine. Bereits 1984 veröffentlichte die Band bei dem Major Polydor das Debütalbum Rattlesnakes. Die erste Single Perfect Skin (UK 26) konnte bereits die Top 30 im Vereinigten Königreich erreichen. Das Nachfolge-Album Easy Pieces warf mit Lost Weekend (UK 17) und Brand New Friend (UK 19) zwei veritable Radiohits ab. Das dritte Album Mainstream war 1987 zugleich Höhepunkt und Ende der Bandkarriere. Die Single My Bag (UK 46) erreichte sogar die Disco-Charts.

Lloyd Cole zog nach New York City und war weiter als Solo-Künstler tätig. Während sein Debüt – 1990 unter dem Namen Lloyd Cole erschienen und mit Fred Maher (Schlagzeug), Robert Quine (Gitarre) und Matthew Sweet (Bass) eingespielt – noch dem Independent-Werk mit den Commotions ähnelte, vollführte das 1991er Album Don't Get Weird on Me, Babe eine Wendung zu aufwendig produziertem (Paul Buckmaster) und Streicher-lastigem Pop.

Der große kommerzielle Erfolg blieb aus, und so hatte Cole Schwierigkeiten, für sein 1993 erschienenes Album Bad Vibes einen US-Vertrieb zu finden. Mit dem Album Love Story fand Cole 1995 zurück zu seinen Wurzeln mit den Commotions, nicht zuletzt, weil Neil Clark wieder die Gitarre spielte. Das Verhältnis zu Polydor war aufgrund unbefriedigender Verkaufszahlen gestört, obwohl Lloyd Cole erstmals seit mehreren Jahren mit Like Lovers Do (UK 24) wieder einen Top 30 Hit in den UK-Charts hatte. Die Plattenfirma weigerte sich, das 1996 eingespielte Album Etc. zu veröffentlichen. Eine 1998 herausgebrachte Compilation mit dem Namen Collection verkaufte sich wiederum nicht gut genug, als dass man ein neues Album auf den Markt bringen wollte.

Lloyd Cole und Jill Sobule (links) bei einem Konzert in Seattle, Washington.

Erst 2000/2001 konnte sich Cole vertraglich wie künstlerisch befreien und sowohl mit seiner 1-Album-1-Tour-Band The Negatives (mit Jill Sobule, Dave Derby, Adam Schlesinger und Michael Kotch) das Album The Negatives (produziert von Stephen Street) veröffentlichen, als auch in rascher Folge das Album Etc. endlich herausbringen, seinen Ausflug in die Electronica Plastic Wood und ein Bootleg Loaded: Live in New York den Fans vorstellen.

2003 folgte das Album Music in a Foreign Language mit dem Nick-Cave-Cover People Ain't No Good. Zum 20-jährigen Jubiläum des Debütalbums gab Polydor 2004 eine Deluxe-Edition von Rattlesnakes heraus. Für eine kurze Tournee in Irland und Großbritannien mit insgesamt fünf Konzerten in Dublin, Glasgow, Manchester und London fanden sich Lloyd Cole and The Commotions im Oktober 2004 wieder in Originalbesetzung zusammen. 2006 erschien das Album Antidepressant. 2007 erschienen drei BBC-Aufnahmen Live at the BBC, davon zwei Live-CDs von Lloyd Cole And The Commotions (u. a. ein Mitschnitt des Glastonbury-Auftritts 1985) und eine Live-CD aus dem Jahr 1995 mit Solostücken von Lloyd Cole. Im April und Juni 2008 kam Lloyd Cole für 16 Konzerte nach Großbritannien und Irland, wo im April 2008 während zweier Konzerte in Dublin Mitschnitte für eine Live-CD aufgenommen wurden. Diese erste Live-CD von Lloyd Cole ist Ende Januar 2009 zusammen mit einer Aufnahme von Radio Bremen aus dem Oktober 2003 unter dem Titel Folksinger Vol 1 und 2 erschienen. Ebenfalls Ende Januar 2009 wurde von Tapete Records in Hamburg eine Reihe von Raritäten (B-Seiten, Album Outtakes, Promo- und Cover Versionen) aus den Jahren 1989 bis 2006 auf insgesamt vier CDs unter dem Titel Cleaning Out The Ashtrays veröffentlicht.

Im April 2009 tourte Lloyd Cole zu insgesamt sechs One-Man-Show Club-Konzerten (Berlin, Hamburg, Oldenburg, Münster, Köln & Karlsruhe) durch Deutschland.

Am 10. September 2010 erschien bei Tapete Records in Hamburg das neue Album Broken Record. Erstmals seit mehreren Jahren gab es mit dem am 27. August erschienenen Writers Retreat! auch wieder eine Singleauskopplung, die ausschließlich als Vinylsingle veröffentlicht wurde. Mit seiner neuen Band The Small Ensemble (Matt Cullen und Mark Schwaber) ist Lloyd Cole im November 2010 im Rahmen einer Europa-Tournee auch wieder für insgesamt sieben Konzerte nach Deutschland gekommen. Ebenso ist Lloyd Cole im Frühjahr 2011 mit The Small Ensemble erneut für eine ausgedehnte Tournee durch Deutschland und Westeuropa gereist.

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lloyd Cole ist ein passionierter Golf-Spieler mit einem Handicap von 5.3.[1] Cole ist verheiratet und lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Easthampton, Massachusetts.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Musiklabel
Chartplatzierungen[2][3] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK
1984 Rattlesnakes
Polydor 823 683
300! 13 Gold
(30 Wo.)
Erstveröffentlichung: 8. Oktober 1984
mit The Commotions
Produzent: Paul Hardiman
1985 Easy Pieces
Polydor 827 670
300! 5 Gold
(18 Wo.)
Erstveröffentlichung: 18. November 1985
mit The Commotions
Produzenten: Clive Langer, Alan Winstanley
1987 Mainstream
Polydor 833 691
300! 9 Gold
(20 Wo.)
Erstveröffentlichung: 26. Oktober 1987
mit The Commotions
Produzent: Ian Stanley
1990 Lloyd Cole
Polydor 841 907
38
(9 Wo.)
11 Silber
(6 Wo.)
Erstveröffentlichung: 13. Februar 1990
Produzenten: Fred Maher, Lloyd Cole, Paul Hardiman
1991 Don’t Get Weird on Me Babe
Polydor 511 093
300! 21
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 16. September 1990
Produzenten: Fred Maher, Lloyd Cole, Paul Hardiman
1993 Bad Vibes
Fontana 518 318
300! 38
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 11. Oktober 1993
Produzent: Adam Peters
1995 Love Story
Fontana 528 529
300! 27
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 25. September 1995
Produzenten: Adam Peters, Stephen Street
2010 Broken Record
Tapete 946 902
58
(1 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: 10. September 2010
Produzenten: Dave Derby, Lloyd Cole
2013 Standards
Tapete 261
98
(1 Wo.)
74
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 24. Juni 2013
Produzent: Lloyd Cole

weitere Studioalben

  • 2000: The Negatives (mit The Negatives; XIII BIS Records 155 482)
  • 2001: Plastic Wood (The Establishment 139 002; VÖ: Juni)
  • 2001: Etc: Lost Songs, Tunes 1996–2000 (The Establishment 139 012; VÖ: 4. Oktober)
  • 2003: Music in a Foreign Language (Sanctuary 182; VÖ: 9. Mai)
  • 2006: Antidepressant (Sanctuary 429; VÖ: 25. September)
  • 2015: 1D Electronics 2012~2014 (Bureau B 211; VÖ: 4. September)

Livealben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1985: In Concert – 370 (mit The Commotions; Aufnahme: Hammersmith Odeon am 1. September 1985; BBC Transcription Services 4675; VÖ: 16. Dezember)
  • 1986: In Concert – 370 (mit The Commotions; Aufnahme: Glastonbury Festival am 21. Juni 1986; BBC Transcription Services 4675; VÖ: 14. Oktober)
  • 2004: 15th October 2004 Hammersmith Apollo (mit The Commotions; 2 CDs; Aufnahme: Hammersmith Apollo, zum 20. Jahrestag der Rattlesnake-Veröffentlichung; Instant Live 00015; VÖ: 14. Oktober)
  • 2007: Live at the BBC Volume One (mit The Commotions; Aufnahme: 1984 für BBC Radio 1; Polydor 984 950 4)
  • 2007: Live at the BBC Volume Two (mit The Commotions; 2 CDs; Aufnahme: 1985/86 für BBC Radio 1; Polydor 984 951 1)
  • 2009: Folksinger Volume 1: Radio Bremen (Aufnahme: Sendesaal Radio Bremen am 1. Oktober 2003; Tapete 149)
  • 2009: Folksinger Volume 2: The Whelan (Aufnahme: Whelan’s, Dublin, 25. bis 27. März 2008; Tapete 150)
  • 2010: Slaughterhouse Studios 01/22/2010 (The Lloyd Cole Small Ensemble; Aufnahme: Januar 2010; Tapete 197)
  • 2016: Live at the Brooklyn Bowl (mit The Leopards; 2 CDs; Aufnahme: 19. August 2016; Live Here Now; VÖ: 9. Dezember)
  • 2016: Live at the Union Chapel (2 CDs; Aufnahme: Union Chapel, Islington, 3. Oktober und 4. November 2016; Live Here Now; VÖ: 9. Dezember)

Kompilationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Musiklabel
Chartplatzierungen[2][3] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK
1989 1984–1989
Polydor 837 736
300! 14 Gold
(7 Wo.)
Erstveröffentlichung: 26. März 1989
mit The Commotions
1999 The Collection
Mercury 538 104
300! 24
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: 11. Januar 1999
inkl. 8 Tracks mit The Commotions

weitere Kompilationen

  • 2002: The Bigger Picture (Chrysalis Music UK)
  • 2004: The Singles (inkl. 10 Tracks mit The Commotions; Universal 982 404 7)
  • 2009: Cleaning Out the Ashtrays: Collected B-Sides & Rarities 1989–2006 (Box mit 4 CDs; Tapete 138)
  • 2015: Don’t Look Back: An Introduction to Lloyd Cole and Lloyd Cole and the Commotions (inkl. 10 Tracks mit The Commotions; Spectrum Music 2205; VÖ: 23. März)
  • 2015: Collected Recordings 1983–1989 (Box mit 5 CDs + DVD; Universal International Music B.V.; VÖ: Juni)
  • 2017: In New York Collected Recordings 1988–1996 (Box mit 6 CDs; Universal International Music B.V.; VÖ: 17. März)

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Album
Charts[2][3] Anmerkungen
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK
1984 Perfect Skin
Rattlesnakes
26
(10 Wo.)
Erstveröffentlichung: April 1984
mit The Commotions
Autor: Lloyd Cole
1984 Forest Fire
Rattlesnakes
41
(6 Wo.)
Erstveröffentlichung: 13. August 1984
mit The Commotions
Autor: Lloyd Cole
1984 Rattlesnakes
Rattlesnakes
65
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 29. Oktober 1984
mit The Commotions
Autoren: Lloyd Cole, Neil Clark
1985 Brand New Friend
Easy Pieces
16
(9 Wo.)
Erstveröffentlichung: 2. September 1985
mit The Commotions
Autoren: Lloyd Cole, Blair Cowan
1985 Lost Weekend
Easy Pieces
17
(7 Wo.)
Erstveröffentlichung: 28. Oktober 1985
mit The Commotions
Autoren: Lloyd Cole, Blair Cowan, Lawrence Donegan
1986 Cut Me Down
Easy Pieces
38
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: 6. Januar 1986
mit The Commotions
Autor: Lloyd Cole
1987 My Bag
Mainstream
46
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: 22. September 1987
mit The Commotions
US-Dance-Charts: Januar 1989 Platz 48 (1 Wo.)[4]
Autoren: Lloyd Cole and the Commotions
1988 Jennifer She Said
Mainstream
31
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: 28. Dezember 1987
mit The Commotions
Backing Vocals: Nicky Holland
Autoren: Lloyd Cole and the Commotions
1988 From the Hip (EP)
Mainstream
59
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 11. April 1988
mit The Commotions
inkl. From the Hip, Please, Lonely Mile, Love Your Wife
Autoren: Lloyd Cole and the Commotions
1990 No Blue Skies
Lloyd Cole
42
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: 22. Januar 1990
Backing Vocals: Matthew Sweet, Nicky Holland
Autor: Lloyd Cole
1990 Don’t Look Back
Lloyd Cole
59
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 28. März 1990
Backing Vocals: Nicky Holland
Autor: Lloyd Cole
1991 She’s a Girl and I’m a Man
Don’t Get Weird on Me Babe
55
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 19. August 1991
Autoren: Lloyd Cole, Robert Quine
1993 So You’d Like to Save the World
Bad Vibes
72
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 13. September 1993
Autor: Lloyd Cole
1995 Like Lovers Do
Love Story
24
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 4. September 1995
Autor: Lloyd Cole
1995 Sentimental Fool
Love Story
73
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 20. November 1995
Autor: Lloyd Cole
1996 Baby
Love Story
99
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 29. April 1996
Autor: Lloyd Cole

weitere Singles

  • 1983: Down at the Mission (mit The Commotions)
  • 1988: Forest Fire (Remix) (mit The Commotions; VÖ: 3. April)
  • 1990: Downtown (VÖ: Oktober)
  • 1991: Weeping Wine (VÖ: 21. Oktober)
  • 1992: Butterfly (VÖ: 2. März)
  • 1993: Morning Is Broken
  • 1998: That Boy
  • 1999: Fool You Are
  • 2000: Impossible Girl (mit The Negativs)
  • 2001: What’s Wrong with This Picture? (mit The Negativs)
  • 2003: No More Love Songs
  • 2003: Cutting Out
  • 2010: Writers Retreat! (VÖ: 30. August)
  • 2010: That’s Alright

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. golfdigest.com
  2. a b c Chartquellen: DE UK
  3. a b c Gold-/Platin-Datenbank UK
  4. Joel Whitburn: Hot Dance/Disco 1974–2003, ISBN 978-0-89820-156-7

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lloyd Cole – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien