Lord of the Weed – Sinnlos in Mittelerde

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Lord of the Weed)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Originaltitel Lord of the Weed – Sinnlos in Mittelerde
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2003
Länge 20 Minuten
Stab
Schnitt LCTron
Besetzung

Lord of the Weed – Sinnlos in Mittelerde (LotW, auch LOTW, seltener SiM) ist eine zwanzigminütige, parodistische Neusynchronisierung (sog. Fandub) der Anfangsminuten des ersten Teils der Herr der Ringe-Filmtrilogie. Der Titel ist nicht nur an den englischen Originaltitel (The Lord of the Rings) des Spielfilms von Peter Jackson angelehnt, sondern bezieht sich auch auf die Star-Trek-Parodie Sinnlos im Weltraum (SiW).

Hinter dem Projekt steht eine Gruppe damals 18- bis 21-Jähriger aus dem Raum Duisburg, die unter dem Namen „Bloodpack Entertainment“ (kurz BPK-Entertainment) bekannt sind.[1] Inspiriert von Sinnlos im Weltraum, begannen die Macher im März 2003 mit dem Austausch der Stimmen und Soundeffekte. Vorab kam ein Trailer in den Umlauf, der momentan nicht mehr online zu sehen ist und der sich in Details von finalen Versionen unterschied. Mitte Dezember 2003 wurde der 20 Minuten und 18 Sekunden lange erste Teil veröffentlicht. Im Vordergrund der Handlung steht der parodistisch übertriebene Konsum von Drogen[2] und Gebrauch von Jugendsprache.[3]

Im Herbst 2004 erschien der Trailer zum zweiten Teil, im August 2005 eine überarbeitete Version des ersten Teils, 8 Sekunden länger als das Original. Außerdem erschien ein Pre-release für Part 2.

Haupthandlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Neusynchronisation spielt (wie das Original) auf dem fiktiven Kontinent Mittelerde. In der Vorgeschichte erfährt der Zuschauer, dass in dieser Welt Ringe existieren, welche dem Träger dauerhaft THC injizieren, und dass der Orkkönig Sauron eine „Riesenbong“ erschaffen hat, mit Hilfe derer er exorbitante Massen von Marihuana konsumiert. Aufgrund zunehmender Knappheit an Marihuana kommt es zu einem Konflikt zwischen dem Menschenkönig und Sauron, woraufhin dieser den Menschen den Krieg erklärt. Im Kampf verliert Sauron jedoch seinen Ring, der ihn unbesiegbar machte. Dieser gelangt über Isildur und Ollum schließlich an Don Bilbo.

Viele Jahre später besucht der drogensüchtige Gandalf das Auenland und erfährt von dem homosexuellen Hobbit Frodo, dass Don Bilbo inzwischen ein gefragter Dealer geworden ist. Als Gandalf von dem Ring erfährt, versucht er vergeblich, ihn in seinen Besitz zu bringen.

Beide gehen abends auf Wacken, eine Party, auf der sich einmal im Jahr alle Metaller aus Mittelerde treffen. Bei ihrer Heimkehr versucht Gandalf erneut, durch eine List Bilbo den Ring abzuluchsen. Er erzählt ihm, dass es bei Elrond McBong, einem Dealer im Elbental, fünf von den Ringen gebe. Erst nachdem er Bilbo physisch bedroht, kommt er an den Ring. Bilbo macht sich daraufhin auf den Weg ins Elbental.

Als Frodo in der Hütte von Bilbo eintrifft, findet er den unter starkem Cannabiseinfluss stehenden Gandalf auf. Dieser hat die Selbstkontrolle verloren und überreicht Frodo den Ring, bevor er in einer durch das Cannabis ausgelösten Paranoia aus der Hütte stürzt. Wenig später kehrt er zurück und fordert von Frodo weitere Drogen. Damit endet Teil 1.[4]

Teil 2 Preview[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gandalf hat von seinem Homie Jamal erfahren, dass auf dem Ring „das Geheimnis für den ultimativen Flash“ steht, also wirft er ihn ins Feuer, um die geheime Inschrift lesen zu können. Nachdem der Ring das Geheimnis offenbart hat, verlassen Frodo und Gandalf die Hütte und brechen mit Sam zu einem nicht erwähnten Ort auf.

Später verlässt Gandalf die beiden um seinen Vater Saruman zu besuchen, der ihn aber nicht sonderlich herzlich willkommen heißt. Die beiden streiten, diskutieren über Frisuren und Gandalf meint, dass er nur gekommen sei, um Saruman seinen „neuesten Move“ zu zeigen, er sei seit neuestem nämlich „Breaker-Gandalf“.

Figuren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erzähler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In LotW treten zwei Erzähler auf, zum einen der nicht näher bezeichnete „Erzähler“, zum anderen der „Türke“. Der „Erzähler“ ist stark an den ursprünglichen Film angelehnt, auch dort wird die Vorgeschichte aus dem Off rekapituliert. Außerdem ist der Erzähler durch seine aufgesetzte eigenartige Sprechweise ein Hinweis auf die Unernsthaftigkeit der Synchronisation. Der „Türke“ ist eine Art Spiegelbild des „Erzählers“. Er spricht in normaler Tonlage, dafür aber starke „Kanak Sprak“. Um selbst erzählen zu können, schlägt er seinen Kollegen, fordert ihn aber wenig später auf, weiterzumachen, um selbst vor der Polizei fliehen zu können.

Don Bilbo[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bilbo ist der wichtigste Dealer im Auenland. Zu seinem Sortiment gehören außer Drogen auch Pornos, Sexspielzeug und Süßigkeiten. Bilbo verkauft Drogen aber nicht nur, er gibt den Kindern auch Tipps für ihre eigenen Dealerkarrieren. Bilbos hohe Position birgt aber auch Gefahren: Bilbo fürchtet sich permanent vor Anschlägen.

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In LotW werden zahlreiche Songs eingespielt, um die Handlung des Originalfilms zu parodieren. Sie stellen eine sehr zentrale Rolle dar, indem sie vorrangig die oftmals zweideutigen Gesten und die überzogene Mimik unterstreichen. Sie sind allerdings auch Grund für die unklare Urheberrechtslage.

Verwendete Lieder im ersten Teil
Spielzeit Interpret Titel
01:35 Nightwish 10th Man Down
01:47 Jimi Jamison's Survivor I’m Always Here (Baywatch)
02:05 The Immortals Mortal Kombat Theme
02:08 Carl Orff Carmina Burana
05:44 Rob Zombie Dragula (Hot Rod Herman Remix)
06:29 DJ Skinhead Extreme Terror (The Pain Mix)
06:52 DJ Gizmo Dopeman (Org. Mix)
08:34 Daddy DJ Daddy DJ
08:46 Omar Santana Necronomicon (Neophyte Remix)
09:52 Katrina and the Waves Walking On Sunshine
11:28 SITD Snuff Machinery (Club Version)
12:23 Dimmu Borgir Blessings Upon The Throne of Tyranny
12:45 Amon Amarth Death In Fire
14:44 John Carpenter Halloween Theme
15:17 Hans Zimmer The Battle (aus Gladiator)
15:41 Peter Tosh Johnny B. Goode
17:59 Bernard Herrmann Psycho Theme
18:28 Wham! Wake Me Up Before You Go-Go
Pre-release The Police Walking on the moon
Trailer Part 2 SITD Rose-coloured skies
Trailer Part 2 System of a Down Aerials
Trailer Part 2 Rednex Cotton eye Joe
Trailer Part 2 Refused New noise
Trailer Part 2 Tony Holiday Tanze Samba mit mir

Sounds[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geräusche sind, wie die Musik, mit Ausnahme derer, die Bloodpack selbst eingespielt hat, nicht lizenziert.

Kult[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Erscheinen von LotW wurden der erste Teil und der Trailer des zweiten Teils viele tausend Male heruntergeladen, LotW ist neben Sinnlos im Weltraum eine der bekanntesten Fan-Synchronisationen im Web.[5] Durch die Beliebtheit von Sinnlos im Weltraum und Lord of the Weed entstanden viele weitere Gruppen, die Fan-Synchronisationen zu ihrem Hobby machten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vera Cuntz-Leng: Creative Crowds: Perspektiven der Fanforschung im deutschsprachigen Raum, Büchner-Verlag, Darmstadt 2014

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. "Parodien auf Der Herr der Ringe", PC Games
  2. "Unsinns-Synchronisationen", Spiegel
  3. Jasmin Liese: Der Ethnolekt und seine mediale Verbreitung: Jugendliche Kontrasprache oder Wandelerscheinung?, Seite 13, Grin Verlag GmbH, München 2013
  4. Offizielles Script (Memento vom 18. März 2016 im Internet Archive)
  5. "Fan-Synchros - Von Star Trek bis Stirb Langsam", Giga