Louis III. de Bourbon, prince de Condé

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Louis III. de Bourbon; unbekannter Künstler, Schloss Versailles

Louis III. de Bourbon (* 11. Oktober 1668 in Paris; † 4. März 1710 ebenda) war ein französischer Hochadliger, Prinz von Geblüt und Pair von Frankreich.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Herzog von Bourbon, wie Ludwig genannt wurde, war der zweite Sohn Henri Jules de Bourbons und der Pfalzgräfin Anna Henriette von Pfalz-Simmern. Er kam im Hôtel de Condé in Paris zur Welt. Er wird als kurz gewachsen, mit großem Kopf und gelblicher Gesichtsfarbe beschrieben, außerdem als notorisch übelwollend und ärgerniserregend.

Er übernahm 1685 von seinem Vater das Amt des Großmeisters von Frankreich und wurde im folgenden Jahr Ritter des Ordens vom heiligen Geist. 1688 folgte er dem Dauphin zur Belagerung von Philippsburg und dem König, Ludwig XIV., zur Belagerung von Mons, 1691, und Namur, 1692. Er kämpfte auch in den Schlachten bei Schlacht bei Steenkerke und Schlacht bei Neerwinden. 1694 fungierte er als Lieutenant-général in Flandern.

Nach dem Tode seines Vaters 1709 erbte er dessen Titel und Ämter. Da aber nach dessen Tod der Titel eines Ersten Prinzen von Geblüt an den Herzog von Orléans übergegangen war, nannte er sich nicht mehr - wie es bisher dem Prinzen von Condé zugestanden hatte - Monsieur le Prince, sondern behielt die Anrede Monsieur le Duc für den Herzog von Bourbon. Auch den Titel Prince de Condé führte er deshalb nicht.

Er starb im folgenden Jahr sehr plötzlich - wie es heißt an einem Schlaganfall.

Familie und Nachkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Louis III. de Bourbon war ab dem 24. Juli 1685 in Versailles mit Louise Françoise de Bourbon verheiratet, einer legitimierten Tochter Ludwigs XIV. mit der Madame de Montespan. Mit Louise-Françoise hatte er neun Kinder:

  1. Marie Anne Gabrielle Eleonore (* 22. Dezember 1690; † 29. August 1766), trat am 20. Mai 1706 in die Abtei Fontevrault ein und starb als Äbtissin von St.-Antoine-des-Chams in Paris
  2. Louis IV. Henri de Bourbon, prince de Condé (1692–1740), Großhofmeister des königlichen Hauses, Präsident des Regentschaftsrates während der Minderjährigkeit Ludwigs XV. und später dessen Premierminister
  3. Louise-Elisabeth de Bourbon-Condé (* 22. November 1693; † 28. Mai 1775), Mademoiselle de Charolais, später mademoiselle de Bourbon, heiratete am 19. Juli 1718 Louis Armand II. de Bourbon, prince de Conti
  4. Louise-Anne de Bourbon-Condé (* 23. Juni 1695; † 8. April 1758), mademoiselle de Sens, später mademoiselle de Charolais genannt; erhielt im September 1734 den Titel Mademoiselle, wobei zugleich festgesetzt wurde, dass derselbe in Zukunft samt den damit zusammenhängenden Ehrenbezeugungen und Pensionen immer auf die älteste Prinzessin des königlichen Hauses fallen sollte
  5. Marie-Anne de Bourbon-Condé, mademoiselle de Clermont (* 16. Oktober 1697; † 11. August 1741), wurde 1725 surintendante (Oberhofmeisterin), eine Stelle, die samt dem Gehalt von 70.000 Livres nach ihrem Tod wieder eingezogen wurde; heiratete heimlich Louis de Melun, Herzog von Joyeuse
  6. Charles de Bourbon-Condé, comte de Charolais (1700–1760)
  7. Elisabeth-Alexandrine (* 15. September 1701; 13. April 1765), mademoiselle de Gex (die Baronie Gex bei Genf war als Pfand an das Haus Condé gekommen), später mademoiselle de Sens genannt; sie vertauschte 1761 ihre Apanage, die Grafschaft Charolais, gegen Palaiseau an den König
  8. Henriette-Louise Marie Françoise Gabrielle (* 15. Januar 1703; † 19. September 1772), mademoiselle de Vermandois, starb als Äbtissin von Beaumont-les-Tours
  9. Louis de Bourbon-Condé, comte de Clermont (1709–1771), Kirchenmann, General und Libertin; Oberbefehlshaber der Rheinarmee im Siebenjährigen Krieg

Außerdem mit einer Mademoiselle de Blanchefort:

  1. Louise Charlotte (1700–1754), mademoiselle de Dampierre, 1726 legitimiert; heiratete 1726 Nicolas de Changy, comte de Roussillon

Titel und Ämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Louis III. de Bourbon trug im Laufe seines Lebens zahlreiche Adelstitel. Dazu zählten: Titularherzog von Bourbon, „duc de Bourbonnais“, 4. Herzog von Enghien, Herzog von Châteauroux, 2. Herzog von Guise, seit 1709 6. Fürst von Condé und „duc de Seurre-Bellegarde“, Marquis von Brézé und Graf von Charolais.

1685 wurde er zum Großmeister von Frankreich, 1686/88 zum Ritter des Ordens vom heiligen Geist ernannt. Als Militär bekleidete er das Amt des Gouverneurs von Burgund und Bresse.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]