Luca Ghini

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Luca Ghini

Luca Ghini (* 1490 in Casalfiumanese bei Imola; † 4. Mai 1566 in Bologna) war Arzt und Botaniker. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Ghini“.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Ghini studierte Medizin an der Universität Bologna, wo er 1527 den Doktorgrad erreichte. Im Februar desselben Jahres erhielt er einen Lehrauftrag, auf den er 1533 wegen Streitigkeiten mit dem Senat der Universität verzichtete. 1534 erhielt er eine Cattedra in Medizin für die Lehre der Heilpflanzen, die jedoch dem allgemeinen medizinischen Lehrstuhl nachgeordnet war. Erst 1539 erhielt er einen fünfjährigen Vertrag für Vorlesungen de simplicibus medicinalibus mit einem erhöhten Gehalt. Im Sommer 1543 nahm er den Ruf des Herzogs von Florenz, Cosimo I., an die Universität Pisa an, der sich an Ghini wandte, da Leonhart Fuchs einen Ruf abgelehnt hatte. Zu den Aufgaben in Pisa gehörte auch die Einrichtung eines Botanischen Gartens, für den es allerdings keinen offiziellen Gründungsakt gibt, Zahlungen an Ghini erfolgten dafür bereits 1543. Nach Ablauf des Vertrages mit Bologna – verbesserte Angebote des Senats für eine Verlängerung lehnte Ghini ab – ging er 1544 nach Pisa. Exkursionen für die Beschaffung von Pflanzen führten Ghini und seine Schüler auf Elba und 1554 zum Monte Baldo am Gardasee, an der unter anderen Ulisse Aldrovandi, Andrea Alpago und Francesco Calzolari teilnahmen. Calzolari, ein Apotheker aus Verona, veröffentlichte 1556 darüber einen detaillierten Bericht in Venedig: Il viaggio di Monte Baldo[1]. Als Berater wirkte Ghini auch für die Botanischen Gärten von Florenz und Padua, dessen erster Präfekt sein Schüler Luigi Squalermo, genannt L'Anguillara, war. Squalermo hatte Ghini bereits beim Aufbau des Gartens in Pisa unterstützt.

1554 kehrte Ghini auf Betreiben Aldrovandis nach Bologna zurück. 1555/1556 hielt er die Abendvorlesungen in Medizin. Er starb in Armut und wurde in der Servitenkirche beigesetzt.

Ghini hatte zu Lebzeiten nichts veröffentlicht, seine Papiere wurden zerstreut. Daher sind nur wenige seiner Schriften bekannt, die von anderen Gelehrten veröffentlicht wurden, unter anderen von Pietro Andrea Mattioli.

Literatur[Bearbeiten]

  • F. A. Meschini: Ghini, Luca. In: Dizionario Biografico degli Italiani Band 53 (online bei treccani.it, italienisch)
  • Siegmund Seybold: Luca Ghini, Leonhard Rauwolff und Leonhart Fuchs. Über die Herkunft der Aquarelle im Wiener Kräuterbuchmanuskript von Fuchs, in: Jahreshefte der Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg 145; Stuttgart, 1990, S. 239-264
  • Luca Ghini: cinquecento anni di scienze botaniche (1490-1990), convegno nazionale, Imola, 27-28 ottobre 1990, Verona : ANMS, 1991 (impr. 1992), P. 185-338, Reihe: Museologia scientifica ; anno 8, núm. 3/4
  • G. Del Guerra e Pier Luigi Mondani: I primi documenti quattrocenteschi sulla sifilide e le lezioni pisane di Luca Ghini (secolo XVI), Pisa: Giardini, 1970, Reihe: Scientia veterum; 163, anno 20, 1970
  • Giuseppe Mazzini: Il medico e naturalista imolese Luca Ghini 1490-1556, Estr. da: Progressi di terapia, 1949, N. 12

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Luca Ghini – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nachweis im Opac des Servizio Bibliotecario Nazionale. Um 1982 eine Faksimileausgabe