Ludovic Morlot

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Ludovic Morlot (* 11. Dezember 1973[1][2] in Lyon) ist ein französischer Dirigent und Hochschullehrer, der in den Vereinigten Staaten lebt.[3]

Anfänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Jugendlicher begann Morlot eine Ausbildung als Geiger. 1994 wechselte er an die Royal Academy of Music, um sich bei Sir Colin Davis, George Hurst und Colin Metters zum Dirigenten ausbilden zu lassen. Dem schloss sich die Weiterbildung am Royal College of Music an, wo er den von Norman Del Mar gegründeten Studiengang als Konzertmeister belegte. Sein weiterer Weg führte Morlot in die USA, wo er an der von Pierre Monteux gegründeten Schule für Dirigenten und Orchestermusiker in Hancock seine Studien abschloss. 2001 gewann er den Dirigentenpreis der Seiji-Ozawa-Gesellschaft während des Tanglewood-Festivals, einer musikalischen Proben- und Konzertstätte im Berkshire County im US-Bundesstaat Massachusetts.[4]

Künstlerisches Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 2002 bis 2004 war er als Hausdirigent am Orchestre National de Lyon unter David Robertson tätig, bei dem er auch für die beiden Jugendorchester des Hauses verantwortlich zeichnete. Von 2004 bis 2007 wurde er als zweiter Dirigent am Boston Symphony Orchestra engagiert, wo er im April 2005 seine ersten Konzerte in eigener Verantwortung dirigierte.[5] Dazu zählte als zeitgenössische Musik die US-Premiere des Orchesterwerks Gondwana von Tristan Murail im Januar 2009,[6] Helios Choros II (Sun God Dancers) von Augusta Read Thomas im Oktober 2009[7] und die Welt-Premiere von Instances, dem letzten Orchesterwerk Elliott Carters.[8] Noch im selben Jahr, im Oktober 2009, bekam Morlot eine Einladung an die Seattle Symphony als Gastdirigent.[9] Seinen zweiten Auftritt in Seattle hatte er im April 2010. Durch die Folgen des Ausbruchs des Eyjafjallajökull 2010 musste er sein Gastspiel verkürzen und sein Programm als Gastdirigent ändern.[10] Im Juni 2010 gab die Seattle Symphony bekannt, dass Morlot 2011 als Nachfolger von Gerard Schwarz die Stelle als 15. Musikdirektor des Orchesters antreten würde. Die Position war zunächst auf zwei Jahre bis 2012 mit einer Option bis 2016 befristet.[3] Parallel zu seiner Tätigkeit in Seattle verpflichtete sich Morlot 2011 als Gastdirigent ans Opernhaus La Monnaie in Brüssel, wo er ab 2012 ebenfalls die Stelle eines Musikdirektors von Orchester und Oper übernahm. Morlot gab das Amt in Brüssel zum Ende des Jahres 2014 wieder ab,[11] da er wegen der Entfernung beider Institutionen nicht beide Positionen zugleich befriedigend ausfüllen konnte.[12]

Im März 2012 wurde er als Professor an die University of Washington berufen, 2013 übernahm er dort den Lehrstuhl für Orchesterleitung. 2014 wurde er „in Anerkennung seiner bedeutenden Verdienste für die Musik“ zum Fellow der Royal Academy of Music ernannt.[13]

2019 legte Morlot sein Amt als Musikdirektor der Seattle Symphony nieder, der er auch weiterhin als „conductor emeritus“ verbunden bleibt.[14]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2015 war er mit der Seattle Symphony für einen Grammy Award in der Kategorie Beste Orchesterdarbietung für die Aufnahme der ersten Sinfonie und weiterer Werke von Henri Dutilleux nominiert. Die Aufnahme der zweiten Sinfonie brachte 2016 eine weitere Nominierung. An weiteren Grammy-Nominierungen und -Auszeichnungen (Technik, Komposition, Solodarbietungen) war Morlot beteiligt.

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Morlot, seine Ehefreu Ghizlane und seine beiden Töchter Nora und Iman wohnen in Seattle.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Angaben zu Ludovic Morlot in der Datenbank der Bibliothèque nationale de France
  2. David Wright: New York Philharmonic: Green Room – Ludovic Morlot. In: Playbill, 6. Januar 2009. Abgerufen am 13. Dezember 2009. 
  3. a b Melinda Bargreen: Rising French star Ludovic Morlot chosen to replace Schwarz at Seattle Symphony. In: The Seattle Times. 29. Juni 2010, abgerufen am 19. Januar 2020.
  4. Melinda Bargreen: Review: Seattle Symphony with guest conductor Ludovic Morlot. In: The Seattle Times. 23. Oktober 2009, abgerufen am 19. Januar 2020.
  5. Jeremy Eichler: BSO assistant leads first-rate show. In: The Boston Globe, 13. Oktober 2006. Abgerufen am 13. Dezember 2009. 
  6. Steve Smith: Contemporary Storm Amid Classical Waves. In: The New York Times, 9. Januar 2009. Abgerufen am 13. Dezember 2009. 
  7. Jeremy Eichler: Morlot, BSO premiere Thomas work. In: The Boston Globe, 17. Oktober 2009. Abgerufen am 13. Dezember 2009. 
  8. Seattle Symphony Announces Commission by Renowned American Composer Elliott Carter. In: Seattle Symphony Orchestra. 19. April 2012. Archiviert vom Original am 26. Mai 2012. Abgerufen am 18. Mai 2013.
  9. Melinda Bargreen: Seattle Symphony with guest conductor Ludovic Morlot. In: The Seattle Times, 23. Oktober 2009. Abgerufen am 2. Juli 2010. 
  10. Bernard Jacobson: After the volcano, the show goes on at Seattle Symphony. In: The Seattle Times, 23. April 2010. Abgerufen am 2. Juli 2010. 
  11. Serge Martin: Ludovic Morlot quitte la Monnaie. In: Le Soir. 12. Dezember 2014, abgerufen am 19. Januar 2020.
  12. Melinda Bargreen: New Seattle Symphony music director to moonlight in Belgium. In: The Seattle Times, 30. Juni 2011. Abgerufen am 21. Juli 2015. 
  13. About Ludovic Morlot, Conductor and The Harriet Overton Stimson Music Director. Seattle Symphony Orchestra. Abgerufen am 26. September 2015.
  14. Brendan Kiley: Seattle Symphony conductor Ludovic Morlot to step down in 2019. In: The Seattle Times. 21. April 2017, abgerufen am 19. Januar 2020.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]