Lukahammer

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Lukahammer
Koordinaten: 49° 29′ 23″ N, 12° 27′ 19″ O
Höhe: 545 m
Einwohner: 34 (16. Jan. 2013)[1]
Postleitzahl: 92526
Vorwahl: 09677
Lukahammer, Pirkhof (2013)
Lukahammer

Lukahammer ist ein Ortsteil der Stadt Oberviechtach im Oberpfälzer Landkreis Schwandorf in Bayern.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lukahammer liegt wenige Meter unterhalb der Staatsstraße 2160 und der Ortschaft Pirkhof im Tal der Murach. Der Murach stellt sich südlich von Lukahammer das Granitmassiv des 643 m hohen Roßhaupts in den Weg, so dass sie nach Westen ausweicht. Die aufgestaute Murach bildet bei Lukahammer den Mühlweiher.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Lukahammer wurde vom 15. bis zum 17. Jahrhundert ein Schienhammer betrieben. Er hatte als Hammerzeichen einen Pelikan. Im 16. Jahrhundert wurde von Lukahammer aus, wegen der befürchteten Konkurrenz, vergeblich versucht, die Wiedererrichtung des Hammers in Plechhammer durch Peter Zollatsch aus Waltenried zu verhindern. 1602 saß der Eisengewerke Sandthöfer auf dem Hammer, ihm folgten die Klausewitz.

Im 18. Jahrhundert, nach dem Niedergang des Hammerwerkes, wurden in Lukahammer vier Glasschleifen errichtet, die ab 1762 von den böhmischen Glasmeister-Geschlechtern der Schmauß und Hafenbrädl, vom Freiherrn von Murach und vom Geschlecht der Suckart betrieben wurden. Sie gingen nach dem Ersten Weltkrieg ein. 1872 kaufte Wolfgang Kreuzer das alte Hammerwerk und stellte dort Werkzeug, Schaufeln und Pflugschare her. Sein Sohn Johann Nepomuk Kreuzer erweiterte das Werk um eine mechanische Werkstätte, die Einrichtungen für Schleifwerke erzeugte. Außerdem hatte er dort eine Reparaturwerkstätte für landwirtschaftliche Maschinen und stellte kleine Wasserkraftwerke und Mühleinrichtungen her. Infolge ungünstiger wirtschaftlicher Verhältnisse legte sein Sohn Georg Kreuzer 1930 den Betrieb still.[3]

Zum Stichtag 23. März 1913 (Osterfest) wurde Lukahammer als Teil der Pfarrei Pullenried, Filialkirche Wildeppenried, mit vier Häusern und 34 Einwohnern aufgeführt.[4] Am 31. Dezember 1990 hatte Lukahammer 26 Einwohner und gehörte zur Expositur Wildeppenried.[5]

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt in Lukahammer eine Gastwirtschaft mit Übernachtungsmöglichkeit.[6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heribert Batzl (Hrsg.): Der Landkreis Oberviechtach in Vergangenheit und Gegenwart. Verlag für Behörden und Wirtschaft R. Alfred Hoeppner, Aßling/Obb. und München 1970.
  • Franz Michael Ress: Bauten, Denkmäler und Stiftungen deutscher Eisenhüttenleute. Verfasst im Auftrage des Vereins Deutscher Eisenhüttenleute. Verlag Stahleisen, Düsseldorf 1960, DNB 453998070, S. 173.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einwohnermeldeamt Oberviechtach, Stichtag: 16. Januar 2013
  2. Teresa Guggenmoos: Die Natur. In: Heribert Batzl (Hrsg.): Der Landkreis Oberviechtach in Vergangenheit und Gegenwart. Verlag für Behörden und Wirtschaft R. Alfred Hoeppner, Aßling/Obb. und München 1970, S. 28, 29.
  3. Bruno Bauer: Zur Geschichte der Gemeinden Langau, Pullenried, Wildeppenried. In: Heribert Batzl (Hrsg.): Der Landkreis Oberviechtach in Vergangenheit und Gegenwart. Verlag für Behörden und Wirtschaft R. Alfred Hoeppner, Aßling/Obb. und München 1970, S. 137.
  4. Antonius von Henle (Hrsg.): Matrikel der Diözese Regensburg. Verlag der Kanzlei des Bischöflichen Ordinariates Regensburg, 1916, S. 382
  5. Manfred Müller (Hrsg.): Matrikel des Bistums Regensburg. Verlag des Bischöflichen Ordinariats Regensburg, 1997, S. 551
  6. http://www.pension-hammerschaenke.de/images/schaenke_gut.pdf

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Lukahammer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien