Oberviechtach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Oberviechtach
Oberviechtach
Deutschlandkarte, Position der Stadt Oberviechtach hervorgehoben
Koordinaten: 49° 28′ N, 12° 25′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Schwandorf
Höhe: 507 m ü. NHN
Fläche: 62,41 km²
Einwohner: 4948 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 79 Einwohner je km²
Postleitzahl: 92526
Vorwahl: 09671
Kfz-Kennzeichen: SAD, BUL, NAB, NEN, OVI, ROD
Gemeindeschlüssel: 09 3 76 151
Stadtgliederung: 43 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Nabburger Straße 2
92526 Oberviechtach
Webpräsenz: www.oberviechtach.de
Bürgermeister: Heinz Weigl (Parteilose Wählergruppe)
Lage der Stadt Oberviechtach im Landkreis Schwandorf
Altendorf Bodenwöhr Bruck in der Oberpfalz Burglengenfeld Dieterskirchen Fensterbach Gleiritsch Guteneck Maxhütte-Haidhof Nabburg Neukirchen-Balbini Neunburg vorm Wald Niedermurach Nittenau Oberviechtach Östlicher Neubäuer Forst Pfreimd Schmidgaden Schönsee Schwandorf Schwarzach Schwarzenfeld Schwarzhofen Stadlern Steinberg am See Stulln Teublitz Teunz Thanstein Trausnitz Wackersdorf Weiding Wernberg-Köblitz Winklarn Wolferlohe Bayern Landkreis Amberg-Sulzbach Landkreis Regensburg Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Landkreis Cham Tschechien Landkreis Neustadt an der WaldnaabKarte
Über dieses Bild
Oberviechtach (2015)
Industriegebiet I (2015)
Doktor-Eisenbarth-und-Stadtmuseum (2015)

Oberviechtach ist eine Stadt im Oberpfälzer Landkreis Schwandorf und staatlich anerkannter Erholungsort.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberviechtach liegt im Naturpark Oberpfälzer Wald.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberviechtach grenzt an folgende Gemeinden: Teunz, Niedermurach, Dieterskirchen, Winklarn, Schönsee, Eslarn, Moosbach.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die politische Gemeinde Oberviechtach hat 43 amtlich benannte Ortsteile:[2]

Die folgenden Ortsteile sind unbewohnt oder werden nicht mehr als separate Ortsteile geführt:[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberviechtach im Nordgau (Bayern) wurde etwa 1130 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. 1337 erhielt es als „Viechtach“ Marktrechte. In den Hussitenkriegen wurde die Stadt zweimal zerstört, 1420 und erneut 1432. 1580 wurde im Zuge einer Landesvisitation erstmals eine Schule erwähnt, mit negativem Urteil. Der Ort gehörte zum Rentamt Amberg und zum Landgericht Murach im Kurfürstentum Bayern.

Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. Im Jahre 1913 wurde eine Bahnstrecke von Nabburg über Oberviechtach nach Schönsee fertiggestellt. 1952 wurde Oberviechtach zur Stadt erhoben und 1961 zur Garnisonsstadt durch den Einzug des Panzergrenadierbataillons 122.

Bis zur Gebietsreform in Bayern vom 1. Juli 1972 war die Stadt Sitz des Landkreises Oberviechtach (Kfz-Kennzeichen „OVI“). Mit der Kreisreform verlor die Stadt das Landratsamt und weitere wichtige Ämter. Der Landkreis Oberviechtach war mit etwa 15.000 Einwohnern der kleinste und einer der Landkreise Bayerns mit geringem Einkommen. Am 1. Juli 1972 wurde er im Zuge der Gebietsreform in Bayern aufgelöst und zusammen mit den damaligen Landkreisen Burglengenfeld, Nabburg und Neunburg vorm Wald sowie der bis dahin kreisfreien Stadt Schwandorf im Landkreis Schwandorf zusammengefasst.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1946 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Eigelsberg und Hof sowie Teile der aufgelösten Gemeinde Nunzenried eingegliedert. Am 1. Januar 1972 kamen Lind und Obermurach hinzu. Am 1. Juli 1972 folgten Pullenried und Wildeppenried mit den 1945 oder 1946 eingegliederten Gebietsteilen von Pirkhof.[4] Am 1. Juli 1976 kam Langau hinzu.[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Kommunalwahl vom 16. März 2014 sind die 16 Sitze des Stadtrats wie folgt verteilt:[6]

CSU SPD PWG1 PWG-OT2 CWG3 JW Aktive
5 Sitze 1 Sitz 4 Sitze 2 Sitze 2 Sitze 1 Sitz 1 Sitz

1 Parteilose Wählergemeinschaft     2 Parteilose Wählergemeinschaft-Ortsteile     3 Christliche Wählergemeinschaft

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Mai 2008 ist Heinz Weigl (Parteilose Wählergruppe) Bürgermeister der Stadt.

Sein Vorgänger war Wilfried Neuber (ebenfalls Parteilose Wählergruppe), der seit 1989 im Amt war.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen von Oberviechtach zeigt auf silbernem Hintergrund eine grüne bewurzelte Fichte, die auf grünem Wiesengrund steht. Das zentrale Element, die Fichte, soll auf die Fichtenwälder hinweisen, die sich um Oberviechtach befinden und der Stadt auch ihren Namen gaben (Ober-viecht-ach).

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paten- und Partnerstädte von Oberviechtach sind:

Das Ortenburg-Gymnasium in Oberviechtach unterhält darüber hinaus Schulpartnerschaften mit:

  • Collège Château-Gaillard, Libourne in Frankreich (seit 1981)
  • Obchodní Akademie (Handelsschule), Prag in Tschechien (seit 1989)

Die Doktor-Eisenbarth-Schule Oberviechtach pflegt im Rahmen der EU-Comenius-Schulpartnerschaft intensiven kulturellen Austausch mit:

  • Hauptschule, Peilstein in Österreich (seit 2005)
  • Mittelschule Konrad Fischnaler, Sterzing in Südtirol/Italien (seit 2005)
  • Zakladni Skola, Poběžovice in Tschechien (seit 2000)

Weiterhin besteht seit 1984 eine Patenschaft mit der 2. Kompanie des Panzergrenadierbataillons 122, das in Oberviechtach seinen Standort hat.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

9-11-WTC-Mahnmal Oberviechtach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 8. Oktober 2011 wurde in Oberviechtach ein Mahnmal zur Erinnerung an die Terroranschläge am 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York City enthüllt. Es besteht aus dem Artefakt # H-0031a, einem 650 Kilogramm schweren Stück eines Stahlträgers aus den Überresten der zerstörten Zwillingstürme. Dieses Stahlteil liegt auf einem Block Oberpfälzer Granits. Davor steht eine Nachbildung der Zwillingstürme aus Glas. Bei der Einweihung des Mahnmals hielt Regierungspräsidentin Brigitta Brunner eine Rede. Sie erklärte, dass dieses Denkmal für die Ablehnung jeglicher ideologischer Radikalität und politischem Extremismus steht und ein Bekenntnis zu gesellschaftlicher Toleranz und sozialer kultureller Vielfalt ist.[8]

Bereits die Einweihungsveranstaltung des Denkmals wurde durch Neonazis gestört. Sie riefen in der Folge mehr oder weniger unverhüllt zur Sprengung des Denkmals auf. Diese Vorgänge zeigen, dass die Botschaft des Mahnmals sehr gut verstanden wurde.[9][10]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Oberviechtach

Fotos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Panoramaansicht Oberviechtach, (2011)

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 1963 gegründete Kolping-Spielmannszug nahm 2007 und 2008 am Deutschen Orchesterwettbewerb teil.

In der Stadt gibt es eine Stadtkapelle, die 1988 auf Initiative des Stadtrats Ludwig Berger wiedergegründet wurde. Im Jahr 2007 nahm das Orchester mit mehr als 40 Musikern an der traditionellen Steubenparade in New York City teil.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jährlich wird am Marktplatz das Doktor-Eisenbarth-Festspiel,[11] in dem die Geschichte des in Oberviechtach geborenen Johann Andreas Eisenbarth erzählt wird, aufgeführt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt ist staatlich anerkannter Erholungsort. Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit wurde in Oberviechtach Goldbergbau betrieben.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Oberviechtach führt die Bundesstraße 22 („Ostmarkstraße“). Der nächstgelegene Autobahnanschluss (A 93) in Nabburg ist etwa 20 km entfernt. Der nächstgelegene Bahnhof an der Bahnstrecke von Regensburg nach Hof befindet sich ebenfalls in Nabburg.

Bis 1976 fuhren Personenzüge von Nabburg nach Oberviechtach und weiter nach Schönsee. 1995 wurde auch der Güterverkehr eingestellt; die Bahnstrecke ist heute ein Rad- und Wanderweg.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberviechtach ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Oberviechtach. Sie umfasst die umliegenden Gemeinden Gleiritsch, Niedermurach, Teunz und Winklarn (Oberpfalz) mit zusammen rund 5500 Einwohnern (Stand: 31. Dezember 2003). Oberviechtach ist Sitz eines Amtsgerichtes.

In Oberviechtach befindet sich seit 1961 der für die Stadt bedeutsame Standort des Panzergrenadierbataillons 122 der Bundeswehr. Oberviechtach war bis zum 31. Dezember 2002 Sitz einer Standortverwaltung für die Bundeswehrstandorte in den Landkreisen Schwandorf und Cham mit 700 zivilen Mitarbeitern für 5000 Soldaten.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberviechtach hat ein für die Region zentral gelegenes Gymnasium, das Ortenburg-Gymnasium, eine Grundschule, eine Mittelschule mit M-Zug und Ganztagsbetreuung, die Doktor-Eisenbarth-Schule (Oberviechtach) [12], eine Förderschule und eine staatlich anerkannte Berufsfachschule.

Sport und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberviechtach hat mehrere Tennisplätze, eine Mehrzweckhalle, eine Mehrfachturnhalle und ein Freibad. Der TSV Oberviechtach e. V. betreibt auf seinem Gelände einen Fußballplatz und eine Bogenschieß-Anlage. Die Stadt und einige Ortsteile verfügen über Kinderspielplätze.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Emma Mages: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern. Heft 61, Oberviechtach, München 1996, ISBN 3-7696-9693-X
  • Oberviechtach, Die Stadt des Doktor Eisenbarth. 2. Auflage, Oberviechtach 2000, ISBN 3-00-007111-3
  • Eike Pies: Ich bin der Doktor Eisenbarth. Arzt der Landstraße. Eine Bildbiographie. Ariston, Genf 1977, ISBN 3-7205-1155-3
  • Heribert Batzl (Hrsg.): Der Landkreis Oberviechtach in Vergangenheit und Gegenwart. Verlag für Behörden und Wirtschaft R. Alfred Hoeppner, Aßling/Obb. und München 1970
  • Rudolf Teplitzky: Doktor-Eisenbarth-Schule Oberviechtach, 50 Jahre (1965 - 2015), Oberviechtach 2015, ISBN 978-3-00-049802-2

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Oberviechtach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111210/011153&attr=OBJ&val=1057
  3. Einwohnermeldeamt Oberviechtach, Stichtag: 16. Januar 2013
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 544.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 668.
  6. Website Oberviechtach
  7. Eckart Roloff und Karin Henke-Wendt: Ein verkannter Medicus, doch populär und sehr geschickt. (Das Doktor-Eisenbarth- und Stadtmuseum in Oberviechtach) In: Besuchen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Eine Tour durch Deutschlands Museen für Medizin und Pharmazie. Band 2, Süddeutschland. Verlag S. Hirzel, Stuttgart 2015, S. 138-140, ISBN 978-3-7776-2511-9.
  8. http://www.oberviechtach.de/index.php?article_id=148
  9. http://schwandorf-gegen-neonazis.blog.de/tags/wtc-denkmal/
  10. http://schwandorf-gegen-neonazis.blog.de/2011/10/14/schwandorfer-npd-kader-droht-netz-attentat-09-11-mahnmal-12015781/
  11. http://doktor-eisenbarth.oberviechtach.de/index.php?id=0,199
  12. Rudolf Teplitzky, Doktor-Eisenbarth-Schule Oberviechtach, 50 Jahre (1965 - 2015), S. 8, Oberviechtach 2015, ISBN 978-3-00-049802-2