Lutz Trümper

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Lutz Trümper in seiner Funktion als Schirmherr bei dem RoboCup German Open 2012 in Magdeburg

Lutz Trümper (* 1. Oktober 1955 in Oschersleben) ist ein deutscher Politiker (SPD, war sechzehn Monate ausgetreten). Er ist seit 2001 Oberbürgermeister der sachsen-anhaltischen Landeshauptstadt Magdeburg.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trümper legte 1974 sein Abitur ab und studierte an der Pädagogischen Hochschule in Köthen. Er wurde Diplomlehrer für Chemie und Biologie. Seit 1977 lebt Trümper in Magdeburg. In den Jahren von 1980 bis 1984 war er zunächst als wissenschaftlicher Assistent tätig, bevor er 1984 zum Doktor rer. nat. im Fachgebiet Physikalische Chemie promoviert wurde. Von 1984 bis 1992 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Biochemie der Medizinischen Akademie Magdeburg tätig. 1992 übernahm er an der Medizinischen Fakultät der neugegründeten Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg die Funktion eines Dezernenten für Zentrale Klinikumsentwicklung.

Nach Eintritt in die SPD zog er 1994 für diese in den Stadtrat der Landeshauptstadt Magdeburg ein. 1999 erfolgte seine Wiederwahl. Trümper übernahm die ehrenamtlichen Funktionen des Vorsitzenden des Finanz- und Grundstücksausschusses und des stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Ratsfraktion. Im Mai 2000 wurde Trümper Staatssekretär im sachsen-anhaltischen Ministerium für Raumordnung, Landwirtschaft und Umwelt. In diesem Zusammenhang legte er sein Stadtratsmandat nieder. Im November 2000 wurde Trümper zum Präsidenten des Fußballvereins 1. FC Magdeburg gewählt.

Von der Magdeburger SPD wurde Trümper für die Oberbürgermeisterwahl 2001 als Kandidat aufgestellt und konnte sich im zweiten Wahlgang mit 65,6 % der gültigen Wählerstimmen gegen Hans-Werner Brüning, den Fraktionsvorsitzenden der PDS im Magdeburger Stadtrat, durchsetzen. Mit dem Amtsantritt am 1. Juli 2001 legte er seine Ämter als Staatssekretär und Präsident des 1. FC Magdeburg nieder. Im Oktober 2007 nominierte die Magdeburger SPD Trümper mit 93 % der Delegiertenstimmen erneut als Kandidat für die Oberbürgermeister-Wahl am 9. März 2008. Diese gewann Trümper bereits im ersten Wahlgang mit einer deutlichen Mehrheit (64,0 % der Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von nur 35,1 %). Auch für die Oberbürgermeister-Wahl am 15. März 2015 wurde Trümper von der Magdeburger SPD als Kandidat nominiert. Auf dem Parteitag im Mai 2014 erhielt er 97,2 % der Delegiertenstimmen. Am 15. März 2015 wurde er in seinem Amt als Oberbürgermeister mit 69,2 % wieder gewählt.

Am 14. Oktober 2015 trat er wegen Differenzen mit der SPD-Landesvorsitzenden Katrin Budde anlässlich der Flüchtlingskrise in Europa 2015 aus der Partei aus. Trümper hatte mehrmals darauf hingewiesen, dass Magdeburg und Sachsen-Anhalt mit der Unterbringung der Flüchtlinge überlastet seien, und Obergrenzen gefordert. Budde hatte dem widersprochen, Trümper dies öffentlich als realitätsfern kritisiert, Budde schließlich beklagt, er schade mit seinen Äußerungen der SPD und ihr als Spitzenkandidatin für die anstehende Landtagswahl. Trümper begründete seinen Austritt damit, er wolle Schaden von der SPD abhalten, sei aber nicht bereit, sich den Mund verbieten zu lassen. Er könne nicht bis zur Landtagswahl schweigen und falsche Sachverhalte akzeptieren.[1][2]

Am 22. Juni 2017 stimmte die SPD seinem Wiedereintrittsgesuch zu.[3]

Trümper ist verheiratet und Vater einer erwachsenen Tochter.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritik zog Trümper auf sich, weil er als letzter Oberbürgermeister einer deutschen Großstadt die Schirmherrschaft über den örtlichen Christopher Street Day (CSD) wiederholt ablehnte, zuletzt 2011 zum zehnten Mal.[4]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zur biologischen Aktivität ausgewählter disubstituierter Benzenderivate. Köthen, Pädagogische Hochschule, Mathematisch-naturwissenschaftliche Fakultät, Dissertation A, 1984.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kritik an Flüchtlingspolitik: Magdeburgs Oberbürgermeister tritt aus SPD aus, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14. Oktober 2015.
  2. Volksstimme vom 14. Oktober 2015.
  3. Christopher Kissmann: Trümper hat wieder ein SPD-Parteibuch. Abgerufen am 22. Juni 2017.
  4. Volksstimme vom 11. Juni 2011.