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1. FC Magdeburg

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1. FC Magdeburg
Vereinsemblem des 1. FC Magdeburg
Verein
Name 1. Fußballclub Magdeburg e. V.
Sitz Magdeburg, Sachsen-Anhalt
Gründung 22. Dezember 1965
Farben Blau-Weiß
Mitglieder 8111 (Stand 2. Juli 2018)[1]
Präsident Peter Fechner
Fußballunternehmen
Name 1. FC Magdeburg Spielbetriebs GmbH
Gesellschafter 100 %: Verein
Geschäftsführer Mario Kallnik
Website 1.fc-magdeburg.de
Erste Mannschaft
Trainer Jens Härtel
Spielstätte MDCC-Arena
Plätze 25.500[2]
Liga 2. Bundesliga
2017/18 1. Platz (3. Liga)
Heim
Auswärts

Der 1. FC Magdeburg (offiziell: 1. Fußballclub Magdeburg e. V.,[3] auch 1. FCM, FCM oder „Der Club“) ist ein Fußballverein aus Magdeburg. Er wurde am 22. Dezember 1965 durch die Ausgliederung der Fußballsektion aus dem SC Magdeburg gegründet. Die Farben des über 8100 Mitglieder[1] zählenden Vereins sind Blau und Weiß. Die Heimspiele werden seit 2007 in der MDCC-Arena ausgetragen. Die Profiabteilung ist seit Sommer 2017 in der 1. FC Magdeburg Spielbetriebs GmbH ausgegliedert, deren einziger Gesellschafter der Verein ist.[4]

Der FCM zählt zu den erfolgreichsten Vereinen des DDR-Fußballs. Mit Ausnahme der Saison 1966/67 spielten die Magdeburger von 1960 bis 1991 in der höchsten Spielklasse, der DDR-Oberliga. Der Club wurde dreimal Meister und gewann siebenmal den nationalen Vereinspokal, den FDGB-Pokal. Den bisher größten Erfolg der Vereinsgeschichte verbuchte der 1. FC Magdeburg 1974: Als einzige Mannschaft der DDR gewann der Klub einen Europapokal, den Europapokal der Pokalsieger. Nach der Wende verfehlte der Verein den Sprung in den bezahlten Fußball und spielte von 1990 bis 2015 im regionalen Amateurbereich.[5]

Seit der Saison 2015/16 spielt der 1. FC Magdeburg im Profifußball, zunächst in der 3. Liga. Der Aufstieg 2018 in die 2. Bundesliga als Meister der 3. Liga ist der größte sportliche Erfolg des Vereins seit der Wiedervereinigung.[6]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1945 bis 1979: Von den Anfängen bis zum Europapokalsieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1945 bis 1960: Die Vorläufer des 1. FC Magdeburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

SC Aufbau Magdeburg

Vor dem Ersten Weltkrieg waren in Magdeburg die Vereine Cricket-Victoria und FC Victoria aktiv. Beide spielten zwischen 1933 und 1942 zeitweise in der Gauliga Mitte, eine der damals 16 höchsten Fußballklassen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden sie – wie alle ostdeutschen Sportvereine – auf Betreiben der sowjetischen Besatzungsmacht auf Grundlage der Direktive Nr. 23 des Alliierten Kontrollrats auf Dauer verboten. Zur Weiterführung von Sportwettkämpfen wurden zunächst auf regionaler Ebene einfach organisierte Sportgemeinschaften (SG) zugelassen. Als Vorläufer des 1. FC Magdeburg gründete sich im Herbst 1945 die SG Sudenburg, die sich im Mai 1949 mit der SG Lemsdorf zur SG Eintracht Sudenburg zusammenschloss.

Nachdem 1947 Sportwettkämpfe über die Stadt- und Kreisgrenzen hinaus zugelassen worden waren, beteiligte sich die SG Sudenburg in der Saison 1947/48 an den Spielen des Fußballbezirks Magdeburg-Süd und belegte dort unter sieben Mannschaften den vierten Rang, der jedoch weder für die weiteren Qualifikationsrunden zur 1. Ostzonenmeisterschaft noch für die ab 1948 eingerichtete Landesklasse Sachsen-Anhalt reichte. Erst in der Spielzeit 1949/50 spielte die SG Eintracht Sudenburg in der Landesklasse, in der sie in der Staffel Nord den dritten Platz erreichte. Bis zu 12.000 Zuschauer verfolgten dabei die Heimspiele auf dem Sportplatz am Königsweg.

Nach der Einführung des Systems der Betriebssportgemeinschaften (BSG) in Ostdeutschland übernahm am 12. Juli 1950 das ehemalige Friedrich Krupp AG Grusonwerk, später als Schwermaschinenbau-Kombinat „Ernst Thälmann“ (SKET) bekannt, als Trägerbetrieb die SG und wandelte sie in die BSG Krupp Gruson Magdeburg um. Nach Umwandlung des Trägerbetriebes in einen Volkseigenen Betrieb bekam die BSG 1951 den Namen Stahl Magdeburg und nach Gründung der zentralen Sportvereinigung Motor für den Bereich Maschinenbau 1952 die Bezeichnung BSG Motor Mitte. Entsprechend den Vorgaben musste eine breite Palette von Sportarten angeboten werden, überregionale Bedeutung erlangte jedoch nur die Sektion Fußball.

1951 wurde die Mannschaft Landesmeister und qualifizierte sich für die neue DS-Liga (später DDR-Liga). In der ersten Saison in der zweithöchsten Spielklasse erreichte Stahl Magdeburg den vierten Platz. Mit einem Schnitt von 11.000 Zuschauern hatte der Club den zweithöchsten Schnitt der zweiten Liga hinter Chemie Chemnitz. In den 1950er Jahren besaßen die Magdeburger erfolgreiche Torschützen. 1952 wurde Günter Thorhauer mit 12 Treffern Zweiter der Torschützenliste seiner Ligastaffel, ein Jahr darauf wurde Siegfried Koch mit 23 Toren zweitbester Schütze aller 26 DDR-Liga-Mannschaften.

In den folgenden Jahren gaben die BSG Stahl und BSG Motor Mitte stets den Aufstieg in die Oberliga als Saisonziel aus. Jedoch nach guten Spielen, in denen die Spitzenreiter bezwungen wurden, folgten Leistungsabfälle, und es fehlte an Kontinuität, um am Ende einer Saison ganz oben zu stehen. Daher belegten die Magdeburger in den Jahren 1953 bis 1957 die Plätze zwei, drei oder vier. Als Mitte der 1950er Jahre die Sportvereinigungen ihre Schwerpunkt-Sportklubs entwickelten, wurde 1955 der SC Aufbau Magdeburg gegründet, dem am 23. August 1957 die Sektion Fußball der BSG Motor angegliedert wurde. Auch im Sportclub bildeten die Fußballmannschaften nur eine unter mehreren Sektionen. Als Sektion Fußball des neu gegründeten SC Aufbau Magdeburg verpasste der Verein 1957 abermals den Aufstieg. Die Saison 1958 sollte die schlechteste für die Magdeburger während ihrer DDR-Liga-Zugehörigkeit werden. Nach einer Niederlagenserie musste Trainer Johannes Manthey gehen, und für ihn wurde Fritz Wittenbecher verpflichtet. Wittenbecher führte den von Manthey begonnenen Umbau der Mannschaft fort und formte ein Team, das im folgenden Jahr den angestrebten Aufstieg in die höchste DDR-Fußballklasse Oberliga schaffte.

1960 bis 1965: Erstmals in der DDR-Oberliga und Vereinsgründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach neun Jahren in der zweitklassigen DDR-Liga spielten die Magdeburger ab 1960 in der höchsten Spielklasse des Landes, der DDR-Oberliga. Die Platzkapazität des Germerstadions reichte bei einigen Spielen nicht mehr aus, sodass die Heimspiele im Grubestadion ausgetragen wurden. 35.000 Zuschauer beim Spiel gegen Vorwärts Berlin bedeuteten einen neuen Rekord für den SC Aufbau. Drei Spieltage vor Saisonende sicherte sich Magdeburg durch ein 3:0 gegen den SC Lok Leipzig den Klassenerhalt. Am Ende der Saison erreichte der SC Aufbau den siebenten Platz.

In den drei folgenden Spielzeiten kämpften die Magdeburger lange Zeit gegen den Abstieg, der Klassenerhalt wurde meistens erst an den letzten Spieltagen gesichert. Dafür gab es in der Saison 1963/64 eine Premiere. Nach Erfolgen über Aktivist Zwickau, Chemie Zeitz, Dynamo Berlin und dem SC Motor Jena stand der SC Aufbau im Finale des FDGB-Pokals. Der Gegner am 13. Juni 1964 war der SC Leipzig im Dessauer Paul-Greifzu-Stadion. Nach einer 2:0-Führung des Favoriten aus Leipzig drehten die Magdeburger das Spiel und kamen in der dritten Minute der Nachspielzeit zum 3:2-Siegtreffer durch Hermann Stöcker, der zur erstmaligen Europapokalteilnahme berechtigte. Als erster internationaler Gegner wurde Galatasaray Istanbul zugelost. Im Jahr 1965 erreichten die Magdeburger einen weiteren Mittelfeldplatz. Als erste Mannschaft überhaupt verteidigten sie den Pokaltitel im DDR-Fußball. Im Finale in Berlin ging Vizemeister Motor Jena mit 1:0 in Führung. Wie im Vorjahr drehten die Magdeburger das Spiel und errangen mit einem in der letzten Minute verwandelten Foulelfmeter den Sieg.

1965 beschloss die DDR-Sportführung, den Fußballsport intensiver zu fördern, und veranlasste die Bildung von Fußballklubs durch Herauslösung der erfolgreichsten Fußballsektionen aus den bestehenden Sportvereinen. Am 22. Dezember 1965 wurde der 1. FC Magdeburg gegründet. Für den FCM verlief die erste Saison nicht optimal, die Mannschaft stieg als Tabellenletzter in die DDR-Liga ab. Im Europapokal erreichte Magdeburg dagegen nach einem 8:1 über den FC Sion, dem höchsten Sieg in der Magdeburger Europapokal-Geschichte, das Viertelfinale. Dort setzte sich der Titelverteidiger West Ham United mit 1:0 und 1:1 durch.

1965 bis 1971: Aufschwung des 1. FC Magdeburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abstieg übernahm der ehemalige Trainer der DDR-Nationalmannschaft Heinz Krügel das Traineramt beim FCM. Über die gesamte Saison gab es ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Post Neubrandenburg. Erst am letzten Spieltag fiel die Entscheidung um den Aufstieg im direkten Duell mit Neubrandenburg. Das 1:1 vor 45.000 Zuschauern reichte dem FCM, um den Wiederaufstieg zu schaffen.

1. FC Magdeburg 1967

Im darauffolgenden Jahr in der DDR-Oberliga errang der Klub als Neuling den dritten Tabellenplatz. Mit dieser Platzierung kehrte der FCM auf die internationale Bühne zurück. In der Sommerpause 1968 spielte der FCM erstmals im Intertoto-Cup und traf dabei auf die Teams Odra Opole, Jednota Trenčín und Hvidovre Kopenhagen. Im Folgejahr hatte der FCM bis zum letzten Spieltag die Chance auf den ersten Meistertitel, zwei Niederlagen in den letzten beiden Spielen bedeuteten in der Endabrechnung jedoch erneut den dritten Platz. Der Höhepunkt der Saison folgte zwei Wochen nach Abschluss der Punktspiele. Nach Siegen über Neubrandenburg, Zwickau, Chemie Leipzig und den BFC Dynamo trat man im Finale des FDGB-Pokal im Dresdner Rudolf-Harbig-Stadion gegen den FC Karl-Marx-Stadt an. Nach zwei Toren von Jörg Ohm und weiteren Toren von Joachim Walter und Jürgen Sparwasser gewann der FCM mit 4:0 und feierte den dritten Pokalerfolg.

In der folgenden Europapokalsaison gewann der FCM in der ersten Runde gegen MTK Budapest. In der zweiten Runde verlor man gegen Academica Coimbra. In der Oberliga knüpften die Magdeburger nicht an die guten Leistungen der Vorjahre an. Die Saison 1970/71, die mit dem vierten Platz beendet wurde, nutzte der Klub zur weiteren Verjüngung der Mannschaft.

1971 bis 1979: Das goldene Jahrzehnt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wolfgang „Paule“ Seguin 1974

In den 1970er Jahren wurde der Oberliga-Fußball der DDR in erster Linie vom 1. FC Magdeburg und der SG Dynamo Dresden geprägt. Diese Erfolge hat der FCM seinem Trainer Heinz Krügel zu verdanken, unter dessen Regie der Verein zwischen 1969 und 1974 neun DDR-Nationalspieler hervorbrachte, von denen vier im Aufgebot für die WM-Endrunde 1974 standen. Die sportlich erfolgreichsten Jahre des Magdeburger Fußballs begannen 1972, als man mit der bis zu diesem Zeitpunkt jüngsten Meistermannschaft, zum ersten Mal den DDR-Meister-Titel errang. Höhepunkte waren dabei das 2:1 gegen Dynamo Dresden vor 38.000 Zuschauern im Rahmen der Flutlichteinweihung des Grube-Stadions und ein 5:0 gegen Carl Zeiss Jena vor 45.000 Zuschauern. Mit 22.231 Zuschauern pro Spiel wurde ein neuer Besucherrekord aufgestellt.

In der folgenden Saison wurde in der Oberliga der dritte Platz belegt. Der erste Auftritt im Europapokal der Landesmeister brachte zwei Siege gegen den finnischen Titelträger Turku PS. Im Achtelfinale wartete mit dem italienischen Meister Juventus Turin ein wesentlich schwererer Gegner. 45.000 Zuschauer unterstützten ihren Klub zu Hause beim Rückspiel. Zwei 0:1-Niederlagen bedeuteten jedoch das Aus. Trotz des Ausscheidens aus dem europäischen Wettbewerb blieben die Magdeburger in der Saison 1972/73 nicht ohne Titel. Über die Stationen Motor Babelsberg, Dynamo Schwerin, Hansa Rostock und Rot-Weiß Erfurt zogen die Magdeburger zum vierten Mal in das FDGB-Pokalfinale ein. Gegner am 1. Mai 1973 im Dessauer Paul-Greifzu-Stadion war der 1. FC Lokomotive Leipzig. Wie bereits neun Jahre zuvor besiegte der FCM den gleichen Gegner, dieses Mal vor über 10.000 mitgereisten Anhängern, mit 3:2.

Die Spielzeit 1973/74 gilt bis heute als die erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte. Nachdem die Mannschaft zur Winterpause mit drei Niederlagen auf dem zweiten Tabellenplatz lag, blieb sie in der Rückrunde unbesiegt. In der Schlussphase der Meisterschaft trafen an den letzten drei Spieltagen die drei direkten Konkurrenten Magdeburg, Jena und Dresden jeweils direkt aufeinander. Die junge Magdeburger Mannschaft, die mit einem Durchschnittsalter von 22,3 Jahren die jüngste Meistermannschaft in der Geschichte der DDR-Oberliga war und damit auch die Meistermannschaft von 1972 unterbot, musste ihre Duelle auswärts bestreiten und gewann beide Spiele mit 2:1 (Jena) und 1:0 (Dresden). Neben dem zweiten DDR-Meistertitel war der Gewinn des Europapokals der Pokalsieger der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte des FCM. Nachdem in den Runden zuvor NAC Breda, Baník Ostrava, Beroe Stara Sagora und im Halbfinale Sporting Lissabon besiegt wurden, siegte die Mannschaft im Endspiel im Rotterdamer Stadion De Kuip vor der Minuskulisse für Europapokalendspiele von 4644 Zuschauern gegen den Titelverteidiger AC Mailand nach Toren von Enrico Lanzi (Eigentor) und Wolfgang Seguin mit 2:0 und wurde somit zum einzigen Fußballklub der DDR, dem ein Europapokal-Triumph gelang. Darüber hinaus ist der 1. FC Magdeburg bis heute zusammen mit der Europapokalsiegermannschaft von Celtic Glasgow 1967 der einzige Verein, der ausschließlich mit Spielern aus der eigenen Region den Europapokal gewann. Dabei war die Tatsache, dass sämtliche Spieler aus dem Bezirk Magdeburg kamen, selbst für den DDR-Fußball ungewöhnlich.

Die Austragung des Europäischen Supercups gegen den Sieger des Europapokal der Landesmeister FC Bayern München wurde vom Fußballverband der DDR verboten. Der Zufall sorgte dafür, dass der Supercup im Achtelfinale des Europapokals der Landesmeister 1974/75 "nachgeholt" wurde. Im Hinspiel im Münchner Olympiastadion führten die Magdeburger zur Halbzeit mit 2:0, in der zweiten Halbzeit drehte der FC Bayern das Spiel und gewann am Ende mit 3:2. Die 1:2-Niederlage im Rückspiel ließ die Magdeburger ausscheiden. Dennoch wurde in der Saison 1974/75 ein weiterer Titel an die Elbe geholt. Die Magdeburger Heimbilanz von elf Siegen und zwei Unentschieden legte den Grundstein für den dritten und letzten DDR-Meistertitel. Bereits einen Spieltag vor Schluss sicherte sich der FCM den Meistertitel vor Carl Zeiss Jena und Dynamo Dresden.

Der Gerd Müller des Ostens: Joachim Streich

Auch der dritte Auftritt im Europapokal der Landesmeister war nur von kurzer Dauer. In der ersten Runde 1975/76 kam es zum Aufeinandertreffen mit dem schwedischen Titelträger Malmö FF. Einer 1:2-Niederlage in Malmö folgte ein 2:1-Erfolg in Magdeburg, sodass ein Elfmeterschießen den Sieger ermitteln musste. Obwohl die Schweden nur zweimal vom Punkt trafen, zogen sie dennoch in die nächste Runde ein, da von den fünf Magdeburger Schützen einzig Wolfgang Steinbach traf. In der Oberliga verpasste der FCM die Verteidigung des Meistertitels und erreichte mit dem dritten Platz die Qualifikation für den UEFA-Pokal.

Im Jahre 1976 endete die Trainerkarriere von Heinz Krügel beim 1. FC Magdeburg, als er auf Druck verschiedener SED-Funktionäre wegen politischer Unzuverlässigkeit abgelöst wurde. Krügel lehnte unter anderem die politische Einmischung und 1974 eine Spionageaktion gegen den Trainer des FC Bayern München Udo Lattek ab. Sein Nachfolger wurde Klaus Urbanczyk. In seiner ersten Saison führte er die Mannschaft nach Erfolgen über den AC Cesena, Dinamo Zagreb und Videoton Székesfehérvár ins Viertelfinale des UEFA-Pokals. Wie bereits fünf Jahre zuvor war der spätere Sieger Juventus Turin zu stark für die ersatzgeschwächte Magdeburger Mannschaft. Platz zwei am Ende der Oberliga-Saison bedeutete die erneute Teilnahme am UEFA-Pokal-Wettbewerb.

Im Herbst 1977 bezwangen die Magdeburger in zwei UEFA-Pokal-Spielen den Bundesliga-Tabellenführer FC Schalke 04 mit 4:2 und 3:1. Damit ist der FCM die einzige Mannschaft, die Schalke im Europapokal im Parkstadion eine Niederlage zufügte. Auch in dieser Europapokal-Saison war im Viertelfinale gegen den späteren Sieger PSV Eindhoven Schluss, wobei die Niederländer das Duell erst in der vorletzten Minute des Rückspiels für sich entschieden. In der Oberliga errangen die Magdeburger wiederum den zweiten Platz. Der Höhepunkt der Saison war der Sieg im FDGB-Pokal. Durch ein Kopfballtor von Mannschaftskapitän Manfred Zapf bezwang der FCM den späteren Meister Dynamo Dresden im Berliner Stadion der Weltjugend mit 1:0. Der Pokal ging durch den fünften Pokalerfolg endgültig in den Magdeburger Besitz über.

Nach dem fünften Pokalsieg startete der FCM erstmals nach dem Europapokal-Sieg 1974 erneut im Europapokal der Pokalsieger. Das dritte Mal in Folge kam das Aus im Viertelfinale. Banik Ostrava gelang im Rückspiel fünf Minuten vor dem Ende der entscheidende Siegtreffer. Auch in dieser Spielzeit besiegte der FCM im FDGB-Pokalfinale den zukünftigen Meister. Ein Tor von Wolfgang „Paule“ Seguin in der 101. Minute bedeutete einen 1:0-Sieg über den BFC Dynamo und Pokalsieg Nummer sechs. Spätestens mit diesem Sieg war der Ruf des Magdeburger Klubs als Pokalmannschaft besiegelt. In der Oberliga blieb der FCM erstmals seit 1972 ohne Meisterschaftsmedaille und wurde am Ende Vierter.

1979 bis 2002: Wendejahre und Insolvenz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1979 bis 1989: Mittelmaß in Magdeburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Sommerpause 1979 beendeten Manfred Zapf und Jürgen Sparwasser ihre Karrieren. Im FDGB-Pokal 1979/80 schied der FCM bereits im Achtelfinale aus, in der Oberliga erreichten die Magdeburger einen vierten Platz und im Europapokal war gegen Arsenal London in der zweiten Runde Schluss. Im Rückspiel gegen die Engländer erzielte Dirk Stahmann das einhundertste Tor in der Europapokalgeschichte der Magdeburger.

Abgesehen vom dritten Platz in der Saison 1980/81 blieben seit Ende der 1970er Jahre für den 1. FC Magdeburg die großen Erfolge in der Oberliga aus. In den Spielzeiten 1981/82 und 1982/83 belegte der FCM jeweils den sechsten Tabellenplatz. Daher wurde Klaus Urbanczyk im April 1982 durch Claus Kreul abgelöst. Das Erreichen eines UEFA-Cup-Platzes war das einzige realistische Ziel. Hier schied man jedoch meistens in den ersten Runden aus, wenn auch oft gegen namhafte Gegner. 1981 schied der FCM in der zweiten Runde gegen das italienische Spitzenteam Torino Calcio aus. Ein Jahr später besiegelte Lothar Matthäus das Ausscheiden gegen Borussia Mönchengladbach in der ersten Runde. Nach einem 3:1 im Hinspiel mussten die Magdeburger fünf Minuten vor dem Ende die 0:2-Niederlage durch ein Tor von Lothar Matthäus hinnehmen.

Mannschaftsfoto FDGB-Pokal 1983

Mit dem siebten Gewinn des FDGB-Pokals 1983 trumpften die Magdeburger noch einmal auf. Mit etwa 25.000 mitgereisten Anhängern, die ihr Team beim 4:0-Erfolg im Stadion der Weltjugend gegen den FC Karl-Marx-Stadt unterstützten, wurde der Vereinsrekord an auswärtigen Zuschauern aufgestellt. Der Pokalsieg bescherte den Magdeburgern noch einmal ein Highlight im Europapokal der Pokalsieger 1983/84. Rund 70.000 Karten hätte der FCM für das Erstrunden-Heimspiel gegen das europäische Topteam des FC Barcelona verkaufen können. Die 32.000 Zuschauer, die eine Karte bekommen hatten, sahen dann, dass der FCM mit den großen Clubs in Europa nicht mehr mithalten konnte. Angetrieben von Bernd Schuster und einem mit drei Toren überragenden Diego Maradona gewannen die Katalanen mit 5:1. Für den FCM war das die höchste Niederlage ihrer Europapokalgeschichte. Das Rückspiel in Barcelona verlor man mit 0:2.

Nach dem Karriereende der erfolgreichen Generation der 1970er Jahre wurden viele junge Spieler in den Kader integriert. Sie schafften es aber nicht, an die sportlichen Erfolge der 1970er Jahre anzuknüpfen. 1983/84 und 1984/85 wurde der fünfte Platz erreicht. Die Magdeburger hatten den Anschluss an die Oberliga-Spitze verloren, die nun von den Mannschaften BFC Dynamo, Dynamo Dresden und 1. FC Lok Leipzig gebildet wurde. Der ausbleibende Erfolg schlug sich auch in den Besucherzahlen nieder. Während bis zur Saison 1976/77 pro Partie durchschnittlich 18.000 und mehr Zuschauer in das Ernst-Grube-Stadion strömten, lag der Saisonschnitt zu Beginn der 1980er Jahre nur noch bei rund 13.000 Besuchern. Ab Mitte der 1980er Jahre lagen die Zuschauerzahlen bei etwa 10.000.

1985 beendete Joachim Streich seine aktive Spielerkarriere und wurde danach neuer Trainer des FCM. Er war zu diesem Zeitpunkt der jüngste Oberliga-Trainer. Ein erster Erfolg war das Erreichen des Europapokals nach dem vierten Platz 1985/86. Die folgende Europapokalsaison war für den FCM jedoch nach zwei Spielen wieder vorbei. Athletico Bilbao setzte sich mit einem 2:0 und einem 0:1 durch. Streich setzte die Verjüngung im Kader konsequent fort und holte hoffnungsvolle Nachwuchsleute wie Markus Wuckel, Dirk Schuster, Stefan Minkwitz oder René Schneider in die Mannschaft. Die junge Mannschaft hatte in den nächsten Jahren keine sportlichen Erfolge vorzuweisen. Der siebte Platz in der Saison 1987/88 war die schlechteste Platzierung seit 1970.

1989 bis 1995: Absturz in den Amateurfußball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Saison 1989/90 spielte der FCM mit jungen Spielern wieder um die Meisterschaft mit. Am letzten Spieltag trat die Mannschaft beim direkten Mitkonkurrenten aus Chemnitz an, verlor mit 0:1 und belegte in der Endabrechnung den dritten Platz. Der dritte Platz berechtigte zur Teilname am UEFA-Pokal und damit zur vorerst letzten Teilnahme an einem europäischen Pokalwettbewerb. Am Tag der deutschen Wiedervereinigung erzielte Heiko Laeßig bei Rovaniemi PS das bis dato letzte Europapokaltor. In der zweiten Runde nutzten mehr als 600 Magdeburger die neue Reisefreiheit und begleiteten ihr Team zum Spiel bei Girondins Bordeaux. Mit zwei 0:1-Niederlagen verabschiedeten sich die Magdeburger von der internationalen Bühne.

Dirk Heyne am 3. November 1990 in Cottbus

Durch Managementfehler verloren die Magdeburger in der Zeit nach der Wende den Anschluss an den Spitzenfußball. In der Saison 1990/91 waren nach dem dritten Platz im Vorjahr die Hoffnungen groß, dass die Qualifikation für die erste oder zweite Bundesliga gelingt. Doch der Abgang von Trainer Joachim Streich sowie verschiedener Spieler zu bundesdeutschen Vereinen konnte nicht kompensiert werden, der FCM wurde Tabellenzehnter. In der anschließenden Qualifikationsrunde zur 2. Bundesliga wurde kein Sieg errungen, was zur Folge hatte, dass der FCM ab 1991 in der drittklassigen Oberliga Nordost-Mitte spielte. Während der Saison 1991/92 lieferte sich der FCM lange Zeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Staffelsieg mit dem 1. FC Union Berlin. Am Ende wurde der FCM mit 13 Punkten Rückstand Zweiter. Dadurch wurde die einzige Teilnahme an der Amateurmeisterschaft möglich, bei der der FCM mit nur einem Remis aus vier Spielen den letzten Gruppenplatz belegte.

In der Saison 1992/93 waren die Magdeburger von den vorderen Plätzen weit entfernt und belegten am Ende den achten Platz. Dafür gelang durch einen 3:2-Erfolg gegen den Halleschen FC erstmals der Gewinn des 1991 ins Leben gerufenen Sachsen-Anhalt-Pokals, welcher zur Teilnahme am DFB-Pokal 1993/94 berechtigte. Nach einem Freilos in der ersten Runde war der damalige Zweitligist Wuppertaler SV zu Gast in Magdeburg. Nach einem dramatischen Spielverlauf, der FCM hatte nach einem 0:2-Rückstand in den letzten vier Minuten zwei Tore geschossen und hatte auch in der Verlängerung ausgeglichen, gewann der FCM mit 8:7 nach Elfmeterschießen und empfing in der dritten Runde den Titelverteidiger Bayer 04 Leverkusen. Der Bundesligist gewann im für lange Zeit zum letzten Mal ausverkauften Ernst-Grube-Stadion mit 5:1. In der Oberliga verfehlte der FCM am Ende der Spielzeit die Qualifikation zur neuen viergleisigen Regionalliga aufgrund des schlechteren Torverhältnisses gegenüber Hertha Zehlendorf. Ausgerechnet am 20. Jahrestag des Europapokalgewinns wurden zwei Elfmeter verschossen. Die daraus resultierende 1:2-Niederlage gegen den VfB Lichterfelde ließ den FCM in der Qualifikation für die Regionalliga scheitern.

So spielte der Verein ab der Saison 1994/95 in der viertklassigen Oberliga Nordost-Nord. Diese Saison war für den ehemaligen Europapokalsieger der vorläufige Tiefpunkt, sowohl sportlich als auch vom Zuschauerinteresse. Der Zuschauerschnitt betrug 444, und der Abstieg in die Verbandsliga wurde nur knapp abgewendet. Erst am letzten Spieltag gelang der Klassenerhalt durch einen 5:2-Erfolg bei Preußen Berlin.

1995 bis 2002: Von der Pokalsensation zur Insolvenz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einem Jahr im Mittelfeld der Oberliga Nordost-Nord setzte sich der FCM neue Ziele. Der neue Präsident Eckhard Meyer wollte „innerhalb von zehn Jahren Bundesligafußball in einem modernen Magdeburger Stadion“ sehen. Zusammen mit dem neuen Manager Hans-Dieter Schmidt stellte er ein Team aus gestandenen Profis wie Frank Lieberam und Jörg Kretzschmar sowie Talenten aus dem eigenen Nachwuchs zusammen, das sich in der Spielzeit 1996/97 in der Oberliga Nordost-Süd den Aufstieg zum Ziel setzte. In dieser Saison war mit Fortuna Magdeburg ein zweiter Verein aus Magdeburg in die Oberliga aufgestiegen. Sowohl beiden Lokalderbys als auch dem Schlüsselspiel gegen den FSV Hoyerswerda wohnten bis zu 10.000 Zuschauer bei; insgesamt kamen wieder durchschnittlich rund 3000 Zuschauer zum FCM ins Ernst-Grube-Stadion. Am Ende stieg der 1. FC Magdeburg als Staffelsieger in die Regionalliga Nordost auf.

Ernst-Grube Stadion

Nachdem in der Spielzeit 1997/98 der Klassenerhalt in der Regionalliga und der zweite Landespokal mit einem 4:1 über Lok/Altmark Stendal gesichert worden war, spielte der FCM im folgenden Jahr bis wenige Spieltage vor Saisonende um den Aufstieg in die zweite Bundesliga mit. Am Ende erreichte man den dritten Platz. Trotz namhafter Neuzugänge wie Bodo Schmidt wurde im nächsten Jahr nur der zehnte Platz erreicht. Damit stand nach drei Jahren wegen der Regionalligareform ab 2000/01 erneut die Viertklassigkeit in der Oberliga an. Der dritte Gewinn des Landespokals gelang der zweiten Mannschaft des FCM.

Im DFB-Pokal 2000/01 sorgte die Magdeburger Mannschaft für Aufsehen, als sie gegen den 1. FC Köln, den FC Bayern München und den Karlsruher SC gewann und erst im Viertelfinale am späteren Sieger FC Schalke 04 knapp mit 0:1 scheiterte. In dieser Spielzeit erzielte der FCM in der Oberliga Nordost-Süd 120 Tore. Am Ende der Saison schaffte die Mannschaft den Wiederaufstieg in die Regionalliga in den Relegationsspielen gegen den Sieger der Oberliga Nordost-Nord, BFC Dynamo. Finanziell war der Aufstieg allerdings nicht abgesichert. So war der Etat für die Regionalligasaison in Höhe von sechs Millionen DM nur unzureichend gedeckt, weshalb eine Bürgschaft in Höhe von fünf Millionen DM erbracht werden musste. In einer zweitägigen Spendenaktion sammelten Fans mehr als eine Million DM, was zwei lokale Banken veranlasste, für den restlichen Betrag zu bürgen. Zudem wurde der Landespokal zum vierten Mal, dieses Mal wieder durch die erste Mannschaft, gewonnen.

In der Saison 2001/02 schaffte der FCM in der Regionalliga den sportlichen Klassenerhalt. Mit über 4500 Zuschauern pro Spiel wurde der Besucherschnitt erneut gesteigert. Dennoch kam es zum vorläufigen Tiefpunkt der Vereinsgeschichte: Wie im Vorjahr stellte der DFB Auflagen zur Erteilung der Lizenz. Eine zweite sichere Finanzierung gelang dem Klub jedoch nicht. 2002 wurde ein Insolvenzverfahren beantragt, was mit dem Zwangsabstieg aus der Regionalliga verbunden war.[7]

2002 bis 2015: Von der Insolvenz in den Profifußball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2002 bis 2006: Neuaufbau für Liga 2[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heinrich-Germer-Stadion

Alle Spieler der ersten Mannschaft bis auf den neuen Mannschaftskapitän Mario Kallnik verließen den Verein. Die zweite Mannschaft rückte aus der Verbandsliga auf, um in der Oberliga den Klassenerhalt zu schaffen, was mit einem zehnten Platz gelang. Durch einen 2:0-Sieg über den 1. FC Lok Stendal wurde zum fünften Mal der Landespokal gewonnen. Trotz der Rückschläge änderte sich der Zuschauerschnitt nur unwesentlich.

In den folgenden Jahren erhielt der Verein eine Neustrukturierung. Die finanzielle Konsolidierung stand nach der Insolvenz im Mittelpunkt. Der 1. FC Magdeburg setzte sich das Ziel, mittelfristig in der 2. Bundesliga zu spielen. 2004 beschloss der Magdeburger Stadtrat den Abriss des Ernst-Grube-Stadions und Neubau einer modernen Fußballarena. Dadurch musste der FCM ab Februar 2005 seine Heimspiele im Heinrich-Germer-Stadion austragen.

Die Mannschaft wurde in dieser Zeit unter der Führung ihres neuen Trainers, dem Magdeburger Urgestein Dirk Heyne, und des neuen Managers Bernd Hofmann neu aufgestellt und erreichte den dritten (2003/04) und den fünften Platz (2004/05), bevor der Club in der Saison 2005/06 als Oberliga-Meister in die Regionalliga aufstieg. Mit einem 1:0-Sieg über den SV 09 Staßfurt wurde zum sechsten Mal der Landespokal gewonnen.

2006 bis 2009: An der Schwelle zum Profifußball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Saison 2006/07 sollte der Klassenerhalt geschafft werden. Mit dem neuen Stadion im Rücken begann die Mannschaft – nach anfänglichen Schwierigkeiten zu Beginn der Saison – nach der Winterpause eine Siegesserie. Es sah lange Zeit danach aus, als würde dem FCM nach dem FC Gütersloh und dem FC Carl Zeiss Jena als dritte Mannschaft der Durchmarsch von der vierten in die zweite Liga gelingen. Obwohl drei Spieltage vor Schluss der Vorsprung auf einen Nicht-Aufstiegsplatz fünf Punkte betragen hatte, wurde die Mannschaft von Dirk Heyne am letzten Spieltag vom VfL Osnabrück abgefangen und belegte nur den dritten Platz. Die entscheidende Partie gegen den FC St. Pauli war mit über 25.000 Zuschauern das erste ausverkaufte Punktspiel im neuen Stadion.[8] Im Landespokal machte die zweite Mannschaft erneut das vorzeitige Ausscheiden der „Ersten“ wett und holte durch ein 3:0 gegen Preußen Magdeburg den siebten Titel für den Verein.

1. FC Magdeburg gegen Eintracht Braunschweig 2008

Die Vereinsführung gab für die Saison 2007/08 die Qualifikation zur dritten Liga als Ziel aus. Noch vor dem Start der Regionalliga stand die erste Runde im DFB-Pokal an. Bundesligist Borussia Dortmund war zu Gast und siegte mit 4:1. In der Liga konnte die Mannschaft nicht an die Erfolge aus der Vorsaison anknüpfen. Vor allem der Abgang des besten Stürmers Aleksandar Kotuljac konnte nicht kompensiert werden. Als die Mannschaft nach der Hinrunde unterhalb des zehnten Platzes stand, wurde Dirk Heyne im Dezember von seinen Aufgaben entbunden und durch Paul Linz ersetzt.[9][10] Trotz prominenter Neuverpflichtungen in der Winterpause verpasste der Club am letzten Spieltag den Sprung in den bezahlten Fußball und spielte ab der Saison 2008/09 in der nun viertklassigen Regionalliga. Das Zuschauerinteresse war trotzdem ungebrochen, der Zuschauerschnitt bei den Heimspielen lag bei 12.000. Im Landespokal erreichte die Mannschaft das Finale gegen den Halleschen FC, das mit einer 3:4-Niederlage nach Elfmeterschießen endete.

Für die neue Spielzeit wurde der FCM als Aufstiegsfavorit gehandelt. Nach einem Saisonstart mit drei Niederlagen in vier Spielen startete die Mannschaft eine Siegesserie, sodass der Club in der Winterpause den zweiten Platz belegte. Nach einem missglückten Rückrundenstart mit nur einem Sieg aus den ersten sechs Spielen nach der Winterpause und einem Rückstand von zehn Punkten auf Holstein Kiel wurde im März 2009 Paul Linz von seinen Aufgaben freigestellt. Steffen Baumgart übernahm als verantwortlicher Übungsleiter. Am Ende der Saison erreichte die Mannschaft den vierten Platz und das Endspiel um den Landespokal. In einer Neuauflage besiegten die Magdeburger den Halleschen FC vor knapp 13.000 Zuschauern mit 1:0. Der Zuschauerschnitt lag bei über 8600 Besuchern pro Punktspiel und war der höchste der 54 Regionalligisten.

2009 bis 2012: Tristesse und sportlicher Absturz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Sieg im Landespokal war die Qualifikation für die 1. Hauptrunde des DFB-Pokals 2009/10 verbunden. Dort traf man auf Bundesligaabsteiger Energie Cottbus und verlor mit 1:3. Zur Winterpause der Saison 2009/10 belegten die Magdeburger den fünften Tabellenplatz. Die Zielsetzung konnte nicht erreicht werden. Daraufhin wurde im März Trainer Baumgart beurlaubt und durch den Leiter des Nachwuchsleistungszentrums Carsten Müller ersetzt, der die Mannschaft bis Saisonende betreute. Am Ende wurden der Aufstieg und der Gewinn des Landespokals verpasst; der Zuschauerschnitt sank in der Folge deutlich.

Der Abwärtstrend konnte auch von Ruud Kaiser nicht gestoppt werden

Nachdem zweimal der Aufstieg in die 3. Liga verpasst worden war, sollte die Saison 2010/11 zum Neuaufbau der Mannschaft unter Trainer Ruud Kaiser genutzt werden. Dafür mussten 13 Spieler den Verein verlassen. Im Gegenzug wurden mehr als zehn neue Akteure verpflichtet. Der Saisonstart war erfolgreich mit zehn Punkten aus den ersten vier Spielen. In den folgenden Wochen rutschte die Mannschaft bis zur Winterpause auf den 13. Tabellenplatz ab. Auch in der Rückrunde trat trotz weiterer Neuverpflichtungen keine Verbesserung ein, sodass Kaiser im März 2011 von seinen Aufgaben freigestellt und durch den bisherigen Trainer der 2. Mannschaft Wolfgang Sandhowe ersetzt wurde. Der Klassenerhalt wurde erst durch eine Serie von vier Siegen in den letzten vier Spielen sichergestellt. Fünf Siege in 17 Heimspielen bedeuteten am Ende die schlechteste Heimbilanz des FCM seit der Vereinsgründung. Als Konsequenz aus dem sportlichen Misserfolg trat das komplette Präsidium um Volker Rehboldt zurück. Neuer Präsident wurde Peter Fechner.[11][12][13]

Der Abwärtstrend setzte sich auch in der Saison 2011/12 fort. Der neue Sportchef Detlef Ullrich leitete einen erneuten Umbruch ein und verpflichtete überwiegend junge Spieler. Nach einem Saisonstart mit nur einem Sieg aus den ersten zehn Spielen wurde Wolfgang Sandhowe als Trainer beurlaubt. Der bisherige Co-Trainer Ronny Thielemann wurde Cheftrainer. Aber auch Thielemann konnte den Negativtrend nicht stoppen, sodass er in der Rückrunde nach einer Reihe von Misserfolgen zum Assistenten von Carsten Müller degradiert wurde. Sportdirektor Detlef Ullrich, der zwischenzeitlich auch den Cheftrainerposten übernommen hatte, wurde noch vor Saisonende freigestellt.[14][15] Ronny Thielemann wechselte zur neuen Saison in die Nachwuchsabteilung. Der 1. FC Magdeburg beendete die Saison auf dem letzten Platz, stieg jedoch nicht ab, da die Regionalliga im selben Jahr reformiert wurde. Die Fans stellten gegen Saisonende die Unterstützung ein, um einen Protest gegen den Misserfolg der letzten Jahre zum Ausdruck zu bringen. Die Saison ging mit nur einem Heimsieg als eine der schlechtesten Spielzeiten in die Vereinsgeschichte ein. Neben dem sportlichen Absturz sorgte der Fall Daniel Bauer bundesweit für Aufsehen. Nach dessen Angaben bedrohten Magdeburger Fans den Kapitän vor seinem Wohnhaus. Bauer löste daraufhin seinen Spielervertrag auf.[16]

2012 bis 2015: Von der Aufbruchstimmung in den Profifußball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die neue Spielzeit wurde die sportliche Leitung komplett ausgetauscht. Für das Präsidium wurde Mario Kallnik verpflichtet. Er war verantwortlich für Sport und Finanzen. Andreas Petersen von Germania Halberstadt wurde als neuer Cheftrainer präsentiert.[17][18] Die ehemaligen Spieler Frank Windelband und Christian Beer vervollständigten den Trainerstab. Marco Kurth wurde neuer Kapitän. Die neue sportliche Führung analysierte sämtliche Strukturen und verpflichtete 12 neue Spieler, außerdem erhielten mehrere junge Spieler aus dem eigenen Nachwuchs einen Vertrag für die erste Mannschaft. 13 Spieler verließen den Verein. Sportlich war in der Saison 2012/13 ein klarer Aufwärtstrend zu erkennen. Die Mannschaft beendete die Spielzeit auf dem sechsten Platz. Am 31. Mai 2013 gewann der FCM vor 13.300 Zuschauern den Sachsen-Anhalt-Pokal. Im Finale wurde Germania Halberstadt mit 3:1 nach Verlängerung bezwungen. Damit hatte der 1. FC Magdeburg das Startrecht für den DFB-Pokal 2013/14. Dort traf die Mannschaft wie bereits 2009 auf Energie Cottbus und unterlag mit 0:1.

Torjäger Christian Beck

Für die Saison Saison 2013/14 wurde von der Vereinsführung das Ziel „Obere Tabellenhälfte“ ausgegeben. Kurz nach dem Start der Saison wurde Marco Kurth nach Differenzen mit Cheftrainer Petersen als Kapitän abgesetzt. Er beendete daraufhin seine Karriere. Sein Nachfolger wurde Marius Sowislo. In der Liga setzte sich der Aufschwung fort und der FCM war lange Zeit einziger Verfolger der TSG Neustrelitz. Mit sieben Punkten Rückstand startete die Mannschaft in die Rückrunde. Das entscheidende Aufeinandertreffen verlor der Club mit 1:2. Somit war das Aufstiegsrennen entschieden. Der Vertrag mit Cheftrainer Petersen lief am Saisonende aus; wegen seiner fehlenden Fußballlehrerlizenz wurde von einem weiteren Engagement abgesehen.[19] Am 14. Mai 2014 verteidigte der FCM den Landespokal. Im Finale siegte die Mannschaft beim Halleschen FC mit 3:0 in der Verlängerung. Die Mannschaft verbesserte sich auch im zweiten Jahr nach dem Umbruch und beendete die Saison auf dem zweiten Platz.

Am 1. Juli 2014 übernahm Jens Härtel die Mannschaft;[20][21] Ronny Thielemann wurde erneut Co-Trainer. Als Ziel wurde der Aufstieg ausgegeben. Die Punktspielsaison begann für den selbsterklärten Staffelfavoriten mit lediglich elf Punkten aus den ersten zehn Partien. Nach der Heimspielniederlage am 10. Spieltag gegen die TSG Neustrelitz stand Härtel in der öffentlichen Kritik, blieb aber Trainer.[22] Im Anschluss begann der FCM eine Serie, die zum Abschluss der Hinrunde auf Platz drei führte. In der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals 2014/15 traf die Mannschaft am 17. August 2014 auf den FC Augsburg und besiegte den Bundesligisten mit 1:0. In der zweiten Runde unterlag man Bayer 04 Leverkusen nach dramatischem Spiel im Elfmeterschießen. Im Landespokal unterlag die Mannschaft im Halbfinale dem Halleschen FC. Die Rückrunde war geprägt durch ein Kopf-an-Kopf Rennen um den Staffelsieg mit dem FSV Zwickau. Am 17. Mai 2015 stand der 1. FC Magdeburg durch einen 4:1-Auswärtssieg bei Hertha BSC II am vorletzten Spieltag vorzeitig als Meister der Regionalliga Nordost fest. In den Aufstiegsspielen zur Dritten Liga setzte sich der FCM gegen den Sieger der Regionalliga Südwest Kickers Offenbach durch. Damit spielte der 1. FC Magdeburg ab der Saison 2015/16 im deutschen Profifußball.[23][24][25]

Seit 2015: Profifußball in Magdeburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2015 bis 2018: Auf der Euphoriewelle in die 2. Bundesliga[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Drittligaaufstieg ließ der Verein, 25 Jahre nach der Wende, den Amateurfußball hinter sich. Sportlich musste die Mannschaft den Abgang von Leistungsträger Nico Hammann verkraften, der sich dem SV Sandhausen anschloss.[26] Der Kader wurde überwiegend mit Spielern aus der Regionalliga verstärkt. Das Härtel-Team startete überraschend gut in die Saison. Die ersten drei Heimspiele, allesamt Ostderbys, wurden gewonnen. Nach einer starken Hinrunde setzte sich die Mannschaft in der oberen Tabellenhälfte fest. Außerdem stieg der Zuschauerschnitt auf über 18.000 Zuschauer an. Am 22. Dezember 2015 feierte der Verein mit einem Festakt seinen 50. Geburtstag, zu dem ehemalige Spieler und Trainer, aber auch hochrangige Landespolitiker, wie Ministerpräsident Reiner Haseloff und Oberbürgermeister Lutz Trümper geladen waren. Im Januar 2016 sorgte der Verein mit der Verpflichtung von Maik Franz als Assistent der Geschäftsführung für Aufsehen. Er soll die Sportkompetenz im Verein stärken und ein Scoutingsystem aufbauen.[27][28] Der FCM beendete die Saison auf dem vierten Platz. Im Landespokal wurde das Finale gegen den Halleschen FC mit 1:2 verloren.

DFB Pokalspiel gegen den FC Augsburg (2017)

Im Sommer 2016 verließen acht Spieler den Verein, darunter die Publikumslieblinge Lars Fuchs, Silvio Bankert und Matthias Tischer.[29] Sieben neue Spieler wurden verpflichtet. Am 21. August 2016 wurde das Erstrundenspiel im DFB-Pokal gegen Eintracht Frankfurt nach Elfmeterschießen verloren. Die Hinrunde wurde am 17. Dezember 2016 auf Platz 2 abgeschlossen. Abseits der sportlichen Erfolge sorgte der Verein für Negativschlagzeilen. Das Sportgericht des DFB hat den FCM wegen Ausschreitungen beim Pokalspiel gegen Frankfurt zu zwei Zuschauerteilausschlüssen und einer Geldstrafe verurteilt. Nachdem bei einer baudynamischen Untersuchung in der Drittliga-Partie gegen Hansa Rostock festgestellt worden war, dass durch rhythmisches Hüpfen der Fans die Gefahr von Statikproblemen bestand, sprach die Stadt Magdeburg im November 2016 eine Nutzungsuntersagungsverfügung für alle Tribünen und Blöcke der MDCC-Arena aus. Dies führte zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen Fans, Verein und der Stadt. Am Ende stimmten die Magdeburger Ultras einem „Hüpfverbot“ zu. Am 8. Juni 2017 hat sich der Magdeburger Stadtrat für einen Stadionumbau zur notwendigen Ertüchtigung der Fantribüne und des Gästeblocks entschieden. In der MDCC-Arena finden zukünftig 30.000 Zuschauer einen Platz. Die Umbaukosten belaufen sich auf 5,9 Millionen Euro.[30][31] Der FCM beendete die Drittligasaison erneut auf Platz vier und gewann durch einen 1:0-Sieg gegen Germania Halberstadt den Landespokal.

Empfang der Mannschaft durch die Stadt Magdeburg (2018)

Mit zehn Zugängen startete die Mannschaft in die Saison 2017/18. Am 13. August 2017 schlug der FCM in der ersten DFB-Pokal-Hauptrunde den Bundesligisten FC Augsburg, schied aber in der zweiten Runde gegen Titelverteidiger Borussia Dortmund aus. Die Punktspielsaison begann denkbar schlecht: Deutlich verlor der als Aufstiegskandidat gehandelte FCM mit 1:4 bei der SG Sonnenhof Großaspach. Die Hinrunde wurde auf dem zweiten Platz beendet. Mit einem 2:1 bei Verfolger SV Wehen Wiesbaden am 13. April 2018 stellte der FCM die Weichen endgültig auf Aufstieg; eine Woche zuvor war bereits der Karlsruher SC mit 2:0 besiegt worden. Der Aufstieg in die 2. Bundesliga stand am 35. Spieltag nach einem 2:0-Heimsieg gegen Fortuna Köln fest. Nach dem letzten Heimspiel gegen den Chemnitzer FC wurden die Spieler Jan Glinker, Felix Schiller, Tobias Schwede, Marius Sowislo, Florian Pick, Andreas Ludwig, Julius Düker, Andre Hainault und Gerrit Müller vom Verein verabschiedet. Am 12. Mai 2018 siegte die Mannschaft, begleitet von fast 6000 Fans, bei Sportfreunde Lotte und sicherte sich somit die Meisterschaft der 3. Liga.[32][33] Mit 85 Punkten wurde der Punkterekord von Eintracht Braunschweig eingestellt. Dazu wurden 27 Siege eingefahren, der Bestwert der zehnjährigen Geschichte der 3. Liga.[34] Außerdem wurden Jens Härtel als bester Trainer und Philip Türpitz als bester Spieler der Drittligasaison 2017/18 geehrt.[35] Am 21. Mai 2018 verteidigte die Mannschaft im Landespokalfinale gegen Lok Stendal den Titel. Es war das vorerst letzte Spiel im Landespokal Sachsen-Anhalt, da der FCM nach dem Aufstieg in die 2. Bundesliga nicht mehr im FSA-Pokal antreten muss.[36]

Ab 2018: Der FCM in der 2. Bundesliga[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab der Saison 2018/19 spielt der 1. FC Magdeburg in der 2. Bundesliga. Neben dem Hamburger SV zählt der Verein zu den Liganeulingen. Vor der Saison wurden die Spieler Joel Abu Hanna, Marius Bülter, Jasmin Fejzić, Philipp Harant, Tobias Müller, Manfred Osei Kwadwo, Rico Preißinger, Mergim Berisha und Aleksandar Ignjovski verpflichtet.[37]

Verein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereinsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Heinz-Krügel-Platz befinden sich die MDCC-Arena und die Geschäftsstelle des 1. FC Magdeburg
Geschäftsführer des 1. FC Magdeburg Mario Kallnik (2014)
Leiter der Lizenzspielerabteilung Maik Franz und Präsident Peter Fechner (2016)

Der 1. FC Magdeburg organisiert seine Spielerabteilung in einem eingetragenen Verein (e. V.). Die Mitgliederversammlung ist das oberste Beschlussorgan des Vereins und wählt die Mitglieder des Aufsichtsrats. Der Aufsichtsrat bestellt das Präsidium. Im Sommer 2017 wurde die Lizenzspielerabteilung aus dem e. V. in die Stadion- und Sportmarketing GmbH (SSG) ausgegliedert. Geschäftsführer der 1. FC Magdeburg Spielbetriebs GmbH ist Mario Kallnik.[38]

Präsidium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Fechner (Präsident)
  • Hagen Hoffmann (Vizepräsident)
  • Dirk Weber (Finanzen, Steuern und Satzung)

Aufsichtsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lutz Petermann, Aufsichtsratsvorsitzender, Geschäftsführer FAM Magdeburger Förderanlagen und Baumaschinen
  • Thomas Fischbeck, Vorstand MWG-Wohnungsgenossenschaft Magdeburg
  • Matthias Niedung, Inhaber HackerWerkstatt / Computerhilfe Magdeburg
  • Ingolf Nitschke, Geschäftsführer Autohaus Nigari Magdeburg
  • Rolf Oesterhoff, Geschäftsführer Müllheizkraftwerk Rothensee GmbH
  • Ralf Peters, Vice President – Finance – GB CocaCola Enterprises

Sponsoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trikotsponsoren des 1. FC Magdeburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwermaschinenbau-Kombinat „Ernst Thälmann“ (SKET)

Zu DDR-Zeiten war das Schwermaschinenbau-Kombinat „Ernst Thälmann“ (SKET) ein Partner, der den FCM über Jahrzehnte unterstützte. Seit der Wiedervereinigung schmückten zahlreiche Sponsoren das Trikot des 1. FC Magdeburg. Ausrüster ist das Unternehmen Uhlsport.

Hauptsponsor Zeitraum Branche
Jägermeister 1990–1996 Getränkehersteller
Gothaer Versicherungen 1996–1998 Versicherung
Plan-Bau JK 1998–2001 Bauunternehmen
AMIS 2001–2002 Finanzdienstleistungen
MEDENT 2003–2005 Gesundheitswesen
MDCC Magdeburg-City-Com 2006 Telekommunikation
Wernesgrüner 2006–2010 Getränkehersteller
Camp David 2010–2011 Modeunternehmen
Ottostadt Magdeburg 2012 Stadtmarketing
LITHOSCAN crossmedia 2012 Druck und Direktmarketing
eab Solar 2012–2014 Elektro-/Solartechnik
FAM Magdeburger Förderanlagen und Baumaschinen 2014–2018 Tagebau-, Lager- und Umschlagtechnik
sunmaker[39] 2018– Sportwetten

Namensrechte der MDCC Arena[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juli 2009 erwarb die „MDCC Magdeburg-City-Com GmbH“ die Namensrechte des „Stadion Magdeburg“, daraufhin wurde das neu erbaute moderne Fußballstadion in „MDCC-Arena“ umbenannt.

Die Spielstätten des Vereins[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heinrich-Germer-Stadion

Das Heinrich-Germer-Stadion im Magdeburger Stadtteil Sudenburg wurde 1920 errichtet und „Stadion am Königsweg“ genannt. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Stadion schwer beschädigt. Vom Sommer 1951 bis August 1952 wurde das Stadion renoviert und mit einem Freundschaftsspiel am 20. August 1952 gegen Motor Zwickau wiedereröffnet. Bis in die Mitte der 1960er Jahre spielten im Heinrich-Germer-Stadion die Fußballmannschaften der Vorläufer des 1. FC Magdeburg, die BSG Stahl Magdeburg, Motor Mitte Magdeburg und der SC Aufbau Magdeburg. Am 22. März 1955 wurde der Zuschauerrekord von 22.000 Zuschauern beim Punktspiel der zweitklassigen DDR-Liga Motor Mitte Magdeburg gegen Lok Stendal (2:1) aufgestellt.

Das Ernst-Grube-Stadion

1955 wurde das Ernst-Grube-Stadion mit einem Fassungsvermögen von 45.000 Zuschauern im Stadtteil Cracau errichtet, in das der FCM schließlich Mitte der 1960er Jahre zog. Das Ernst-Grube-Stadion wurde in den folgenden Jahren mit einer Haupttribüne, Flutlichtmasten sowie einer elektronischen Anzeigetafel ausgestattet. Während Bauarbeiten zwischen Mai 1979 und Mai 1981 spielte der DDR-Oberligist wieder im „Germerstadion“. Während dieser Zeit fanden dort auch die Europapokalspiele statt. Zu Gast waren der FC Wrexham, der FC Arsenal, Moss FK und Torino Calcio. Nach Abschluss der Renovierungsarbeiten blieb das Grubestadion für 23 Jahre die Heimat des FCM. Dort erlebten die Fans die größten Erfolge, aber auch die schwierigen Jahre nach der Wende. Neben mehreren Länderspielen der DDR-Fußballnationalmannschaft waren im Stadion bekannte Mannschaften wie der FC Bayern München, Malmö FF, Juventus Turin, FC Schalke 04 und PSV Eindhoven zu Gast. Wegen des zunehmenden Sanierungsbedarfs der Anlage nach fast 50-jährigem Bestehen beschloss der Magdeburger Stadtrat im Jahr 2004 den Abriss der alten Anlage und den Neubau eines modernen Fußballstadions. Als das Ernst-Grube-Stadion abgerissen wurde, spielte der 1. FC Magdeburg zwischen Februar 2005 bis Dezember 2006 wieder im Heinrich-Germer-Stadion, das zu diesem Zweck umfangreich modernisiert wurde. Es wird heute von den Fußballmannschaften des Magdeburger FFC und der Preußen Magdeburg sowie dem American-Football-Team der Magdeburg Virgin Guards genutzt.

MDCC-Arena

Am 10. Dezember 2006 wurde die MDCC-Arena von Franz Beckenbauer eröffnet.[40] Die neue Arena verfügt über 22.750 Sitz- und 4500 Stehplätze. Bei Bedarf können die Stehplätze in 2250 Sitzplätze umgewandelt werden, damit ist das Stadion länderspieltauglich. Das Eröffnungsspiel gegen Werder Bremen am 23. Januar 2007 vor 24.053 Zuschauern gewann der Bundesligist mit 3:0. Wegen seit 2016 bekannter Probleme mit der Statik beschloss der Magdeburger Stadtrat umfangreiche Umbaumaßnahmen. Im Juni 2017 entschieden sich die Stadt Magdeburg und der 1. FC Magdeburg für einen Ausbau des Stadions auf 30.000 Plätze. Die Zahl der Stehplätze wird im Zuge des Umbaus auf etwa 13.000 erhöht. Im März 2018 wurde bekannt, dass sich die Kosten auf 10,7 Millionen Euro belaufen werden. Der Start des Umbaus soll Anfang 2019 erfolgen. Ende desselben Jahres soll er vollendet werden.

Erfolge und Rekorde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Größter Erfolg ist der Sieg im Europapokal der Pokalsieger 1973/74, der einzige internationale Erfolg einer Mannschaft der DDR.

Der Verein gewann 1972, 1974 und 1975 den DDR-Meistertitel, wofür ihm 2009 erlaubt wurde, in der 3. Liga und tiefer einen Meisterstern auf dem Trikot zu tragen.

Besonders erfolgreich war der Verein in Pokalspielen. Neben dem Europapokalsieg von 1974 gelangen sieben Siege im FDGB-Pokal der DDR (bei sieben Finalteilnahmen), zwölf Siege im Sachsen-Anhalt-Pokal (bei drei Niederlagen, alle gegen den Halleschen FC) sowie mehrere Juniorenpokalsiege, wie der DFB-Pokal der A-Junioren von 1999.

Internationale Erfolge
Nationale Erfolge
Der 1. FC Magdeburg nach dem Gewinn des FDGB-Pokal in Berlin (1978)
Regionale Erfolge
Erfolge im Nachwuchsbereich
Sonstige Erfolge

Neunmal stellte der 1. FC Magdeburg einen Torschützenkönig. Vier Titel gingen an Joachim Streich in den Jahren 1976/77, 1978/79, 1980/81 und 1982/83. Jürgen Sparwasser war mit 22 Toren der erfolgreichste Torschütze in der DDR-Liga 1966/67, und Arek Zarczinski wurde mit 20 Treffern in der Saison 1996/97 Torschützenkönig in der Oberliga Nordost/Süd. Christian Beck holte in der Saison 2013/14 und der Saison 2014/15 die Torjägerkanone in der Fußball-Regionalliga sowie in der Saison 2016/17 in der Dritten Liga.

Dreimal wurde ein Spieler des FCM zum Fußballer des Jahres in der DDR gewählt. Das waren Jürgen Pommerenke 1974/75 und Joachim Streich 1978/79 und 1982/83. Dreimal wurde ein Tor eines FCM-Spielers von den Zuschauern der ARD-Sportschau zum Tor des Monats gewählt: Petr Maslejs Fallrückziehertor im DFB-Pokal-Spiel gegen den Karlsruher SC am 28. November 2000, Christian Becks Hackentreffer beim Spiel gegen den Halleschen FC am 25. November 2017 sowie Christian Becks Fallrückziehertor gegen Preußen Münster am 10. Februar 2018.

In der ewigen Tabelle der DDR-Oberliga belegt der 1. FC Magdeburg den achten Platz. Von 793 Spielen wurden 365 gewonnen, 238 verloren und 190 Spiele endeten remis. Das Punktverhältnis (nach Zwei-Punkte-Regel) beträgt 920:666 und das Torverhältnis 1351:1046.

Erste Mannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kader der Saison 2018/19[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Nat. Name Geburtstag im Verein seit Vertrag bis letzter Verein
Tor
01 Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina Jasmin Fejzić 15. Mai 1986 2018 2020 Eintracht Braunschweig
12 DeutschlandDeutschland Mario Seidel 19. Jan. 1995 2017 2019 FC Erzgebirge Aue
30 DeutschlandDeutschland Alexander Brunst 07. Juli 1995 2017 2019 VfL Wolfsburg II
Abwehr
03 DeutschlandDeutschland Christopher Handke 14. Feb. 1989 2013 2019 VfB Germania Halberstadt
05 DeutschlandDeutschland Tobias Müller 08. Juli 1994 2018 2020 Hallescher FC
10 DeutschlandDeutschland Nico Hammann 16. Mär. 1988 2016 2019 SV Sandhausen
14 DeutschlandDeutschland Steffen Schäfer 01. Mai 1994 2017 2019 FSV Frankfurt
16 DeutschlandDeutschland Nils Butzen (C)Kapitän der Mannschaft 02. Apr. 1993 2007 2019 FC Union Mühlhausen
17 DeutschlandDeutschland Richard Weil 06. Feb. 1988 2017 2019 Würzburger Kickers
18 SerbienSerbien Aleksandar Ignjovski 27. Jan. 1991 2018 2020 SC Freiburg
19 DeutschlandDeutschland Michel Niemeyer 19. Nov. 1995 2015 2019 RB Leipzig II
20 DeutschlandDeutschland Joel Abu Hanna 22. Jan. 1998 2018 2020 1. FC Kaiserslautern
21 DeutschlandDeutschland Rico Preißinger 21. Juli 1996 2018 2020 VfR Aalen
Mittelfeld
06 DeutschlandDeutschland Björn Rother 29. Juli 1996 2017 2019 Werder Bremen II
08 DeutschlandDeutschland Philip Türpitz 23. Aug. 1991 2017 2019 Chemnitzer FC
09 DeutschlandDeutschland Marcel Costly 20. Nov. 1995 2018 2020 1. FSV Mainz 05 II
13 DeutschlandDeutschland Dennis Erdmann 22. Nov. 1990 2017 2019 Hansa Rostock
22 DeutschlandDeutschland Manfred Osei Kwadwo 30. Mai 1995 2018 2020 1. FC Kaiserslautern
23 FrankreichFrankreich Charles-Elie Laprevotte 04. Okt. 1992 2017 2020 SC Freiburg
24 DeutschlandDeutschland Tarek Chahed 23. Juni 1996 2013 2019 Berliner Sport-Club
Sturm
07 DeutschlandDeutschland Felix Lohkemper 26. Jan. 1995 2017 2019 1. FSV Mainz 05 II
11 DeutschlandDeutschland Christian Beck 10. Mär. 1988 2013 2020 VfB Germania Halberstadt
25 DeutschlandDeutschland Philipp Harant 20. Feb. 1999 2010 2020 eigene Jugend
26 DeutschlandDeutschland Marius Bülter 29. Mär. 1993 2018 2020 SV Rödinghausen
37 AlbanienAlbanien Mergim Berisha 11. Mai 1998 2018 2019 FC Red Bull Salzburg

Transfers zur Saison 2018/19[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zugänge Abgänge
Sommer
a. ausgeliehen

Trainer- und Betreuerstab[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Co-Trainer Ronny Thielemann
Name Funktion
Trainerstab
Jens Härtel Cheftrainer
Silvio Bankert Co-Trainer
Ronny Thielemann Co-Trainer
Matthias Tischer Torwarttrainer
Dirk Keller Athletiktrainer
Kevin Waliczek Videoanalyst
Mannschaftsbetreuung
Maik Franz Leiter Lizenzspielerabteilung
Jan Schüttrumpf Mannschaftsarzt
Stefan Wiegand Mannschaftsarzt
Tino Meyer Physiotherapeut
Mandy Rosenschon Physiotherapeutin
Heiko Horner Mannschaftsleiter

Nachwuchsleistungszentrum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Konzept[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marcel Schmelzer

Im Jahre 1943 wurde unter dem Namen „Gebiet Mittelelbe“ durch einen 4:1-Sieg über Sachsen in Prag der Titel des Deutschen Jugendmeisters an die Elbe geholt. Auf Ebene der A-Jugend errangen die Magdeburger fünf DDR-Meistertitel, auf Ebene der B-Jugend drei, und in der C-Jugend war der Nachwuchs des FCM mit sieben Titeln Rekordmeister in der DDR. Die A-Jugend des FCM war 1999 das erste Team aus den Neuen Bundesländern, das mit dem Sieg im DFB-Junioren-Pokal einen gesamtdeutschen Titel im Fußball gewann.

Die A-Junioren werden von Thomas Hoßmang trainiert (Stand Juni 2018). Die Mannschaft spielt ab der Saison 2018/19 in der A-Junioren Bundesliga. Mit Marcel Schmelzer spielt momentan (Stand Juni 2018) ein ehemaliger Magdeburger Nachwuchsspieler in der ersten Bundesliga. Insgesamt sind beim Verein über 200 Spieler aller Altersklassen im Nachwuchsbereich aktiv. Die Nachwuchsmannschaften werden von insgesamt 27 Trainern betreut. Der Verein betreibt außerdem ein Sportinternat, das Nachwuchsleistungszentrum wurde 2008 fertiggestellt. Zudem bestehen mit dem Sportgymnasium Magdeburg und verschiedenen sportmedizinischen Abteilungen Kooperationsverträge. Das Sportgymnasium Magdeburg und die angeschlossene Sportsekundarschule „Hans Schellheimer“ wurden 2009 vom DFB als „Eliteschule des Fußballs“ ausgezeichnet.

Der 1. FC Magdeburg richtet jährlich das Matthias-Pape-Gedächtnisturnier aus. Neben dem gastgebenden 1. FC Magdeburg und zwei Qualifikanten aus Magdeburg und Umgebung treten circa 15 C-Jugendmannschaften von Bundesligavereinen sowie Mannschaften aus dem Ausland an.

Leiter des Nachwuchsleistungszentrums ist Thomas Hoßmang. Sportlicher Leiter ist Sören Osterland.[41] Neben der Ausbildung talentierter Spieler wird das Magdeburger Nachwuchsleistungszentrum auch zur Ausbildung talentierter Trainer genutzt. So wurde Marco Kurth nach seinem Karriereende zum Cheftrainer der B-Junioren berufen. Er führte sie im ersten Jahr in die B-Junioren Bundesliga und im zweiten und dritten Jahr zum Klassenerhalt. Im Sommer 2017 wechselte Kurth zu RB Leipzig.

Zweite Mannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zweite Mannschaft des FCM spielte zu DDR-Zeiten meist in der drittklassigen Bezirksliga Magdeburg. Nach der Wende wurden die zweite und dritte Mannschaft zunächst aufgelöst. Zur Saison 1993/94 wurden neue Teams gegründet und der Punktspielbetrieb auf Stadtebene wieder aufgenommen. In den folgenden sechs Jahren schaffte die zweite Mannschaft drei Aufstiege und spielte ab dem Jahr 2000 erstmals in der Verbandsliga Sachsen-Anhalt.

Nach der Insolvenz der ersten Mannschaft 2002 wurde das Team der zweiten in die „Erste“ befördert, und die zweite Mannschaft wurde aus der Verbandsliga zurückgezogen. Die dritte Mannschaft, die in der Stadtliga spielte, wurde daraufhin zur „Zweiten“. In einer „Wiederholung der Geschichte“ schaffte die zweite Mannschaft ab 2004 drei Aufstiege in vier Jahren und war ab 2007 erneut in der Verbandsliga vertreten. Im ersten Jahr in der Verbandsliga erreichte die Mannschaft den zweiten Platz und sicherte sich in zwei Relegationsspielen gegen den SV Lichtenberg 47 den Aufstieg in die Oberliga Nordost. Nach einem Jahr in der Oberliga stieg die zweite Mannschaft als Tabellenletzter in die Verbandsliga ab und errang im folgenden Jahr den Meistertitel in der Verbandsliga. Die zweite Mannschaft des FCM machte in den Jahren 2000 und 2007 das vorzeitige Ausscheiden der ersten Mannschaft im Landespokal wett und gewann mit Finalerfolgen über den VfL Halle 96 (3:2, 2000) und Preußen Magdeburg (3:0, 2007) den Pokal, sodass die erste Mannschaft im DFB-Pokal spielberechtigt war.

Im Juni 2014 gab der Verein das Startrecht der U23 für die Verbandsliga Sachsen-Anhalt aus finanziellen und strategischen Gründen ab. Sie trat seitdem in der Stadtoberliga Magdeburg an, bis im Jahr 2017 der Aufstieg in die Landesklasse Sachsen-Anhalt gelang.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Insgesamt 25 Spieler waren während ihrer Zeit beim FCM Nationalspieler. 23 davon trugen das Trikot der Nationalmannschaft der DDR. Rekordnationalspieler ist Joachim Streich, der 102 Länderspiele für die Nationalmannschaft absolvierte, gefolgt von Martin Hoffmann mit 66 Länderspielen. Acht Spieler waren vor oder nach ihrer Zeit in Magdeburg Nationalspieler ihres Landes. Der bekannteste unter ihnen ist Anatoliy Demyanenko, der 80 Einsätze in der Nationalmannschaft der UdSSR hatte.

Wolfgang Seguin hält den Rekord für die meisten Ligaspiele. Zwischen 1964 und 1981 lief er in 403 Punktspielen für die Magdeburger auf. Dabei stand er von 1971 bis 1979 in 219 aufeinanderfolgenden Punktspielen in der Startelf des FCM. Die meisten Tore in Ligaspielen erzielte Joachim Streich. Er traf 171 Mal ins gegnerische Netz. Ebenfalls über 100 Punktspieltore schafften Jürgen Sparwasser (133) und Günter Hirschmann (113).

Der jüngste in einem Pflichtspiel eingesetzte Spieler war Sandy Enge. Bei seinem Debüt im August 1988 war er 17 Jahre und 58 Tage alt. Dem gegenüber steht als ältester Spieler Andrzej Wojcik, der bei seinem Ausstand im Februar 2000 36 Jahre und 302 Tage alt war.

Mit Marcel Schmelzer spielte ein amtierender Bundesligaspieler in Jugendmannschaften für den FCM. Auch Maik Franz, Marcel Maltritz und Christopher Kullmann schafften es in die Bundesliga. Dirk Schuster, der Darmstadt 98 2015 in die Bundesliga führte, spielte ebenso für den 1. FC Magdeburg wie der Europameister von 1996 René Schneider.

Ehemalige Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trainer Zeitraum Sportliche Erfolge
Johannes Manthey 1. Juli 1951 bis 30. Juni 1955 Manthey war der erste Trainer des damaligen Zweitligisten BSG Stahl Magdeburg, der kurz darauf in BSG Motor Mitte unbenannt wurde. In der Saison 1954/55 verpasste er den Aufstieg in die DDR-Oberliga und wurde von Heinz Joerk abgelöst.
Heinz Joerk 1. Juli 1955 bis 31. August 1956 Im Sommer 1955 wechselte Joerk von Motor Dessau zur BSG Motor Mitte Magdeburg, mit der er im Herbst 1955 in einer Zwischenrunde zur Umstellung der Fußballsaison auf das Kalenderjahr in der zweitklassigen DDR-Liga Platz 7 erreichte. Als sich in der Folgesaison nach dem 16. Spieltag abzeichnete, dass der angestrebte Aufstieg in Gefahr geriet, wurde Joerk nach einer 0:4-Niederlage in Jena am 23. September 1956 entlassen.
Johannes Manthey 30. September 1956 bis 27. April 1958 Am 30. September 1956, als sich die Mannschaft in akuter Abstiegsgefahr befand, kehrte Johannes Manthey zurück. Er brachte die Magdeburger noch auf Platz drei und erlebte 1957 die Eingliederung seiner Mannschaft in den SC Aufbau Magdeburg. Nach einem schlechten Start in die Saison 1958 wurde Manthey nach dem 8. Spieltag am 27. April 1958 entlassen.
Fritz Wittenbecher 1. Juni 1958 bis 30. Juni 1962 Noch im Laufe der Saison 1958 übernahm Wittenbecher den Trainerposten beim SC Aufbau Magdeburg. Die Magdeburger führte er 1959 zum Aufstieg in die DDR-Oberliga. Da die Mannschaft in den folgenden zwei Spielzeiten jedoch nicht über Mittelfeldplätze hinaus kam, wurde Wittenbecher nach Abschluss der Saison 1961/62 durch Ernst Kümmel ersetzt.
Ernst Kümmel 1. Juli 1962 bis 31. Dezember 1965 Kümmel wurde im Juli 1962 zum Cheftrainer der 1. Mannschaft berufen. Mit ihr gewann er 1964 und 1965 den DDR-Fußballpokal und führte den Verein in seine ersten Europapokalspiele. 1965 wurde der 1. FC Magdeburg gegründet. Als die Mannschaft in der 1965/66 in Abstiegsnot geriet, wurde Kümmel im Januar 1966 als Cheftrainer entlassen.
Günter Weitkuhn 1. Januar 1966 bis 30. Juni 1966 Günter Weitkuhn sollte die Mannschaft zum Klassenerhalt führen. Jedoch konnte er den Abstieg nicht verhindern. Seine Zeit als Cheftrainer endete mit dem Sturz in die Zweitklassigkeit. Sein Nachfolger wurde Heinz Krügel.
Heinz Krügel 1. Juli 1966 bis 30. Juni 1976 Heinz Krügel führte die Mannschaft im ersten Jahr zurück in die Oberliga. Als Aufsteiger kamen die Magdeburger sofort auf den dritten Platz und gewannen im folgenden Jahr 1969 den FDGB-Pokal. 1972 gewann der 1. FC Magdeburg seine erste Fußballmeisterschaft. Unter der Regie von Heinz Krügel folgten 1974 und 1975 zwei weitere Titelgewinne. 1973 gewann der 1. FCM zum zweiten Mal den FDGB-Pokal. Alle diese Erfolge wurden jedoch überstrahlt vom Gewinn des Europapokals der Pokalsieger. Am 8. Mai 1974 gewann der 1. FC Magdeburg in Rotterdam mit 2:0 über den AC Mailand. Unter Krügels Leitung wurden sieben Spieler zu Nationalspielern, darunter Martin Hoffmann, Jürgen Pommerenke und Jürgen Sparwasser. 1976 wurde Krügel vom DDR-Fußballverband als Trainer auf Lebenszeit gesperrt mit der Begründung, er habe die Leistungsentwicklung der Spieler des DDR-Olympiakaders des 1. FC Magdeburg ungenügend gefördert. 1996 wurde er vom DFB rehabilitiert. Er ist bist heute der erfolgreichste Trainer der Vereinsgeschichte und genießt bei den Fans immer noch Kultstatus.
Klaus Urbanczyk 1. Juli 1976 bis 10. April 1982 Im Juli 1976 übernahm Klaus Urbanczyk den Trainerposten von Heinz Krügel. Mit ihm erreichte der FCM 1977 und 1978 die Vizemeisterschaft der DDR-Oberliga. 1978 führte er die Mannschaft außerdem ins Viertelfinale des Europapokals. 1978 und 1979 führte Urbanczyk den 1. FC Magdeburg zu zwei weiteren FDGB-Pokalsiegen. Als sich danach keine weiteren Erfolge einstellten und die Magdeburger in der Saison 1981/82 in Gefahr gerieten, einen Platz für die Teilnahme am Europapokal zu verspielen, wurde Urbanczyk vom Verein entlassen.
Claus Kreul 11. April 1982 bis 30. Juni 1985 Auch Claus Kreul konnte den FCM nicht in die Spitzengruppe der Oberliga zurückführen. Die Magdeburger waren somit nach zehn Jahren erstmals nicht im Europapokal vertreten. Die Saison 1982/83 verlief für den Klub nicht besser, wie im Vorjahr wurde nur Platz sechs erreicht. Im FDGB-Pokal führte Kreul den 1. FC Magdeburg zu seinem siebten Pokalgewinn. Nach zwei weiteren Spielzeiten wurde Kreuls Tätigkeit in Magdeburg nach Abschluss der Saison 1984/85 beendet.
Joachim Streich 1. Juli 1985 bis 30. Juni 1990 Da der 1. FC Magdeburg Mitte der 1980er Jahre in der DDR-Oberliga enttäuschende Resultate erzielt hatte, drängte die Klubleitung Streich, unmittelbar nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn den Trainerposten der 1. Mannschaft zu übernehmen. Eher unwillig wurde Streich schließlich zu Beginn der Saison 1985/1986 unmittelbar nach seinem Rücktritt als aktiver Spieler Cheftrainer des 1. FC Magdeburg. Er übte diese Tätigkeit bis zum Ende der Saison 1989/1990 aus, konnte aber auch nicht an die erfolgreichen Zeiten früherer Jahren anknüpfen. Unter seiner Leitung erreichte der FCM 1988 mit dem siebten Platz das schlechteste Ergebnis seit 18 Jahren.
Siegmund Mewes 1. Juli 1990 bis 30. Juni 1991 Unter der Leitung von Siegmund Mewes verpasste der FCM nach der Wende den Sprung in die 2. Fußball-Bundesliga und stieg in die drittklassige Oberliga Nordost ab. Mewes wurde noch vor Abschluss der Saison 1990/91 als Trainer entlassen.
Joachim Streich 1. Juli 1991 bis 22. März 1992 Im August 1991 übernahm noch einmal Joachim Streich den Trainerposten beim 1. FC Magdeburg. Als sich abzeichnete, dass der FCM wieder nicht die 2. Bundesliga erreichen würde, wurde er am 22. März 1992 erneut vorzeitig entlassen.
Wolfgang Grobe 28. März 1992 bis 31. Oktober 1992 Unter der Leitung von Wolfgang Grobe konnten keine sportlichen Erfolge erzielt werden. Die Mannschaft stagnierte im Mittelmaß. Im Oktober 1992 wurde er beurlaubt.
Jürgen Pommerenke 15. November 1992 bis 20. November 1993 In den Jahren 1992 und 1993 betreute er Magdeburgs Amateuroberliga-Mannschaft. Außerdem konnte 1993 erstmals der Sachsen-Anhalt Pokal gewonnen werden.
Frank Engel 3. Dezember 1993 bis 30. Juni 1994 Betreute die Mannschaft nur 21 Spiele. Und verließ den Club im Sommer 1994.
Martin Hoffmann 1. Juli 1994 bis 4. März 1996 Zwischen 1988 und 1993 arbeitete er als Nachwuchs- und Assistenztrainer beim 1. FC Magdeburg. Vom August 1994 bis zum Februar 1996 war er Cheftrainer der Magdeburger.
Hans-Dieter Schmidt 1. Juli 1996 bis 15. November 1999 Im Jahre 1996 übernahm er den Managerposten beim 1. FC Magdeburg. Im September 1996 wurde zusätzlich auch Trainer und stieg in die Regionalliga auf. Außerdem wurde 1998 zum zweiten Mal der Landespokal gewonnen. Nach schwachem Saisonstart wurde Schmidt im November 1999 entlassen.
Jürgen Görlitz 15. November 1999 bis 30. Juni 2000 Betreute die Mannschaft nach der Trennung von Hans-Dieter Schmidt bis Sommer 2000. Der FCM verpasste unter seiner Leitung die Qualifikation zur neuen zweigleisigen Regionalliga.
Eberhard Vogel 1. Juli 2000 bis 30. Oktober 2001 Der zehnte Platz im dritten Jahr der Regionalligazugehörigkeit bedeutete für Magdeburg ab 2000/01 die erneute Viertklassigkeit. Im DFB-Pokal 2000/01 sorgte Vogel mit seiner Mannschaft für Aufsehen, als sie nacheinander gegen den 1. FC Köln, den FC Bayern München und den Karlsruher SC gewann und erst im Viertelfinale am späteren Sieger FC Schalke 04 knapp mit 0:1 scheiterte. Innerhalb dieser Spielzeit erzielte der FCM in der Oberliga Nordost-Süd 120 Tore. Am Ende der Saison schaffte die Mannschaft den Wiederaufstieg in die Regionalliga in den Relegationsspielen gegen den Sieger der Oberliga Nordost-Nord, BFC Dynamo. Als der Klassenerhalt in der Folgesaison in Gefahr war, trennte sich der Verein von Vogel.
Joachim Steffens 4. November 2001 bis 30. Juni 2002 In der Saison 2001/02 schaffte der FCM in der Regionalliga unter der Leitung von Vogels Nachfolger Joachim Steffens den sportlichen Klassenerhalt, wobei an den letzten beiden Spieltagen der jeweils höchste Heim- und Auswärtssieg der gesamten Regionalligasaison gelang. Im Sommer 2002 folgte die Insolvenz des Vereins und Steffens verließ den Club.
Martin Hoffmann 1. Juli 2002 bis 17. April 2003 Martin Hoffmann betreute die erste Mannschaft nach der Insolvenz und dem Zwangsabstieg in die Oberliga. Nach einer Serie von zehn Spielen ohne Sieg wurde er als Cheftrainer der ersten Mannschaft freigestellt.
Dirk Heyne 18. April 2003 bis 9. Dezember 2007 Als Nachfolger von Martin Hoffmann übernahm Heyne im April 2003 die 1. Mannschaft. Seine größten Erfolge mit dem FCM waren der Regionalliga-Aufstieg in der Saison 2005/06 sowie der dritte Platz in der 2006/07, in der der Verein in letzter Sekunde den Durchmarsch in die zweite Fußball Bundesliga verpasste. Am 9. Dezember 2007 wurde Heyne aufgrund der sportlich unbefriedigenden Hinrunde in der Regionalliga-Saison 2007/08 vom Präsidium entlassen.
Paul Linz 11. Dezember 2007 bis 31. März 2009 Als Nachfolger von Dirk Heyne verpasste Linz die Qualifikation zur Dritten Liga. In der Folgesaison wurde Linz vorzeitig entlassen, da der geplante Aufstieg verpasst wurde.
Steffen Baumgart 1. April 2009 bis 23. März 2010 Gewann 2009 den Landespokal. In der Liga sollte er den 1. FC Magdeburg zum Aufstieg führen, wurde jedoch wegen ausbleibenden Erfolgs vorzeitig beurlaubt.
Carsten Müller 24. März 2010 bis 30. Juni 2010 Der Leiter des Nachwuchsleistungszentrums übernahm als Interimstrainer für elf Spiele.
Ruud Kaiser 1. Juli 2010 bis 16. März 2011 Der erste ausländische Trainer des FCM wurde im März 2011 nach sportlicher Talfahrt und akuter Abstiegsgefahr vom Präsidium entlassen.
Wolfgang Sandhowe 17. März 2011 bis 25. Oktober 2011 Sandhowe war Trainer der zweiten Mannschaft und übernahm die erste Mannschaft im März 2011. Er rettete den FCM vor dem Abstieg in die Oberliga. Im Oktober 2011 wurde er beurlaubt, nachdem in der Regionalliga kein Aufwärtstrend zu erkennen war.
Ronny Thielemann 26. Oktober 2011 bis 19. März 2012 War zunächst Co-Trainer von Wolfgang Sandhowe und übernahm im Oktober 2011 die Mannschaft als Cheftrainer. Er konnte den Abwärtstrend jedoch nicht stoppen und wurde im März 2012 erneut Assistenztrainer. Im Sommer 2012 wechselte er ins Nachwuchsleistungszentrum des Vereins und übernahm die A-Junioren. 2014 wurde er Co-Trainer von Jens Härtel.
Detlef Ullrich 20. März 2011 bis 3. Mai 2012 Sportdirektor in der Saison 2011/12, stellte den Kader zusammen und übernahm ab März 2012 für sieben Spiele als Cheftrainer. Im Mai 2012 wurde er als Trainer und Sportdirektor entlassen. Bis Saisonende übernahm Carsten Müller die Mannschaft.
Andreas Petersen 1. Juli 2012 bis 30. Juni 2014 Petersen wechselte von Germania Halberstadt zum 1. FC Magdeburg. Er führte die Mannschaft in der Saison 2012/13 auf Platz 6 und 2013/14 auf Platz 2. Außerdem wurde in seiner Zeit 2013 und 2014 der Landespokal Sachsen-Anhalt gewonnen. Petersen erhielt wegen der fehlenden Fußballlehrerlizenz keinen neuen Vertrag. Sein Nachfolger wurde Jens Härtel.

Fanszene[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fans[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fanszene des 1. FC Magdeburg gehört zu den größten in den Neuen Bundesländern. Schwankte der Zuschauerschnitt aufgrund der sportlichen Entwicklung in den letzten 50 Jahren deutlich, so konnte sich der Club, abgesehen von den Jahren nach der Wende, meistens auf eine große Anzahl treuer Anhänger verlassen. Bei den meisten Auswärtsspielen sind zwischen 1000 und 3000 Fans dabei. Anlässlich der Regionalliga-Begegnung bei Eintracht Braunschweig in der Saison 2007/08 waren es nach Angaben des Gastgebers über 5000 Fans, die den 1. FC Magdeburg begleitet haben. Am 12. Mai 2018 stellte der FCM einen neuen Drittligarekord auf: Fast 6000 Fans begleiteten die Mannschaft zum Auswärtsspiel nach Lotte.[42] Der FCM-Rekord an Auswärtsfahrern stammt aus DDR-Zeiten und wurde beim FDGB-Pokalfinale 1983 in Ost-Berlin gegen den FC Karl-Marx-Stadt aufgestellt. Damals begleiteten 25.000 Fans den Club in das Stadion der Weltjugend. Seit dem Aufstieg in die Dritte Liga stieg das Zuschauerinteresse wieder deutlich an.

Block U mit einem Banner, während der sportlichen Talfahrt 2009

Die Ultras haben sich für die Nordtribüne (auch „Block U“ genannt) als ihren Standort entschieden, um von dort die Mannschaft lautstark und optisch durch Choreographien zu unterstützen. Seinen Namen erhielt Block U noch zu Zeiten des alten Ernst-Grube-Stadion, in dem der Stimmungsblock offiziell „Block U“ hieß. In der neuen MDCC-Arena wurden die Blöcke jedoch einheitlich nummeriert. Da man trotz des neuen Stadions an alte Traditionen anknüpfen wollte, wurde die Fankurve kurzerhand in „Block U“ umbenannt.

Die führende Fangruppe in Magdeburg ist die „Blue Generation“. Die ersten Züge der „Blue Generation“ entstanden bereits 1998, als sich immer mehr Personen bei Heimspielen zusammenschlossen und erste Ansätze einer Ultrakultur entwickelten. Zwei Jahre später, im Jahr 2000, schlossen sich diese Personen dann zu einer Ultragruppe zusammen. Die aktive Fanszene setzt sich für das legale Abbrennen von Pyrotechnik ein. Im Sommer 2015 kündigte FCM-Sportdirektor Mario Kallnik an, dass der Verein bei Ausschreitungen im eigenen Stadion zukünftig die Punkte freiwillig abgeben werde, um so gegen Krawallmacher konsequenter vorzugehen. Diese Aussage, die auch als „Drohung an die eigenen Fans“ verstanden wurde, sorgte bundesweit für große mediale Berichterstattung und positive Resonanz.[43][44][45]

„Sollte es trotz aller Warnungen zu Gewalt von unseren Fans kommen, schließen wir nicht aus, die Punkte freiwillig abzugeben. Sollte Gewalt von eigenen Fans im eigenen Stadion ausgehen, werden wir […] uns vorbehalten, den DFB zu bitten, uns die Punkte abzuerkennen. Gewalt und FCM passen und gehören nicht zueinander.“

Sportdirektor Mario Kallnik

Nach vier Fällen unsportlichen Verhaltens seiner Anhänger verurteilte das DFB-Sportgericht im Februar 2016 den Drittligisten zu einer Geldstrafe in Höhe von 40.000 Euro und einem Heimspiel mit Teilausschluss der Zuschauer. Die Vollstreckung des Urteils wurde allerdings für zehn Monate auf Bewährung ausgesetzt.[46][47] Der 1. FC Magdeburg kündigte an, gegen das Urteil Einspruch einzulegen und einen Teil der Strafe auf die Täter umzulegen. Es sei „die empfindlichste Strafe, welche der 1. FC Magdeburg in seiner Vereinsgeschichte bisher empfangen“ habe.[48][49] Seit dem Aufstieg in die 3. Liga musste der FCM insgesamt 123.500 Euro Geldstrafe zahlen – so viel wie kein anderer Drittligist in diesem Zeitraum.[50]

Fanfreundschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Fanfreundschaft bestand zu den Fans vom FC Rot-Weiß Erfurt. Nach der Wende und den damit verbundenen unterschiedlichen Ligen verlief die Freundschaft im Sande. Mittlerweile stehen sich die Magdeburger und Erfurter Fanszene kritisch gegenüber. Eine Freundschaft besteht nicht mehr.

Ab den 1990er Jahren entwickelte sich eine enge Beziehung zu den Anhängern von Eintracht Braunschweig. Auch bedingt durch die Städtepartnerschaft zwischen Magdeburg und Braunschweig übertrug sich die Freundschaft auf einen Großteil der beiden Fanszenen. Nach dem Elbehochwasser 2013 organisierten die Fans ein Freundschaftsspiel beider Vereine zugunsten der Flutopfer.

Einige Mitglieder der „Blue Generation“ pflegten von 2003 bis 2004 intensive Kontakte zur Ultra-Gruppe „Diablos Leutzsch“ des FC Sachsen Leipzig. Der Großteil der Magdeburger Fans stand dieser Beziehung mit Ablehnung, teilweise sogar mit Hass gegenüber. Aus diesem Grund wurde die Freundschaft nach einem Jahr für beendet erklärt.

Heute besteht eine intensive Freundschaft mit der Fanszene des polnischen Vereins Hutnik Kraków. Anlässlich des 60-jährigen Vereinsjubiläums trat die Mannschaft des 1. FC Magdeburg 2010 im Krakauer Stadion „Suche Stawy“ zu einem Freundschaftsspiel an, das von über 100 Magdeburger Ultras besucht wurde.

Rivalitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu DDR-Zeiten pflegten die Fans des 1. FC Magdeburg keine freundschaftlichen Kontakte zu den Anhängern der gegnerischen Mannschaften. Es herrschte eine allgemeine Abneigung gegen alle anderen Teams und deren Fans. Dies hat sich bis in die Gegenwart fortgesetzt. Spiele gegen ehemalige DDR-Oberligisten sind immer noch von gegenseitigen Anfeindungen geprägt.

Eine besondere Rivalität gibt es mit den Fans des Halleschen FC, welche durch den Kampf um die Vorherrschaft in Sachsen-Anhalt begründet ist. Diese Entwicklung ist der deutschen Wiedervereinigung geschuldet. Vor der Wende waren Halle und Magdeburg gleichrangige Bezirkshauptstädte. Seit 1991 sind beide Städte im wiedergebildeten Bundesland Sachsen-Anhalt vereint. Dass Magdeburg seither den Titel Landeshauptstadt trägt, ist für die Hallenser schwer hinzunehmen. Beide Städte standen nun verstärkt in Konkurrenzkampf. Dennoch war das „Sachsen-Anhalt Derby“ nicht gleich mit der Neugründung des Bundeslandes geboren. Das Derby und vor allen die Rivalität beider Fanlager hat sich erst über die Jahre entwickelt. Zählt eine Begegnung zwischen Halle und Magdeburg heute für Fans und Spieler zu den absoluten Saisonhighlights, so fanden die Landespokalspiele zwischen beiden Vereinen in den Jahren 1993 und 1994 gerade einmal vor 1100 bzw. 300 Zuschauern statt. Erst in den späten 1990er Jahren entbrannte allmählich die Rivalität. Ab 2000 trafen beide Teams erstmals nach über sechs Jahren wieder in einem Ligapunktspiel aufeinander. Ab dieser Zeit war auch eine stetig anwachsende Rivalität zwischen den Anhängern beider Lager zu verspüren. Anfänglich provozierten sich die Fans gegenseitig noch durch Spruchbänder. Mit der Etablierung der beiden vorherrschenden Fanszenen, der "Blue Generation" auf der einen und der "Saalefront" auf der anderen Seite, wurde der Derbycharakter vor allem durch aufwendige und spektakuläre Choreographien demonstriert. Nicht zuletzt spiegelte sich die Brisanz dieser Spiele durch das immer massiver werdende Polizeiaufkommen wider. Aus Angst vor Fankrawallen weigerte sich die Stadt Dessau 2008, das Landespokalfinale im eigenen Paul-Greifzu-Stadion austragen zu lassen.

„Die ganz große Brisanz ist raus. Es war natürlich etwas Besonderes als wir aufgestiegen sind. Die Derbys in den Punktspielen zu haben und nicht nur im Landespokal. Aber in der jüngeren Vergangenheit sind ein paar Sachen passiert, die das Derby in den Hintergrund gerückt haben.“

FCM-Trainer Jens Härtel am 28. April 2018 zur Brisanz des Sachsen-Anhalt Derbys

Das "Sachsen-Anhalt Derby" wurde im Herbst 2016 durch ein tragisches Ereignis überschattet. Nach dem Tod eines FCM-Fans boykottieren Magdeburger Anhänger die Spiele in Halle. Nie wurde geklärt, ob Hallenser Schuld am tödlichen Sturz des jungen Mannes aus einem Regionalzug tragen. Die Ermittler fanden dafür keine Beweise. Das FCM-Lager ist trotzdem von der Hallenser Schuld überzeugt.[51][52][53]

Die wohl größte Rivalität besteht zu den Anhängern der SG Dynamo Dresden. Hier gehen die Rivalitäten bis in die 1970er Jahre zurück, als beide Mannschaften regelmäßig untereinander um den Meistertitel spielten. Das Spiel zwischen dem 1. FC Magdeburg und Dynamo Dresden wird in Anlehnung an den El Clásico, im ostdeutschen Fußball als „Elbclásico“ bezeichnet. In der Saison 2015/16 wurde die Feindschaft zu den Anhängern des FC Hansa Rostock wiederbelebt. 25 Jahre nach der Wende spielen beide Vereine erstmals wieder in einer Liga. So wurde das Hinspiel am 23. September 2015 in Rostock (1:1) von schweren Ausschreitungen beider Fanlager sowie einer minutenlangen Spielunterbrechung und das Rückspiel am 5. März 2016 in Magdeburg (4:1) durch mehrere Demonstrationen gegen „Kartenwilkür“ überschattet, da der 1. FC Magdeburg dem FC Hansa Rostock im Vorfeld des Spiels nur 700 personalisierte Tickets zur Verfügung stellen wollte.[54]

Von der in den 1990er Jahren ebenfalls ausgeprägten Rivalität zu Lok Stendal und Fortuna Magdeburg ist seit Längerem nichts mehr zu spüren. Die beiden im nahen Umfeld beheimateten Vereine wurden von den FCM-Anhängern aufgrund ihrer sportlichen Vergangenheit geringschätzig behandelt. Da sich die sportliche Situation aber inzwischen weit auseinanderentwickelte, hat sich das Verhältnis versachlicht.

Fanclubs und Organisationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegen Ende der 1970er Jahre bildeten sich die ersten Fanclubs. Bis Mitte der 1980er Jahre wuchs die Zahl der offiziellen auf etwa 60. Die Gesamtanzahl der Fanclubs lag noch etwas höher. Einige Fanclubs registrierten sich nicht beim Verein, da dafür die persönlichen Daten der Mitglieder angegeben werden mussten, und Erfahrungen von anderen Fans zeigten, dass die Mitglieder zum Teil einer erhöhten Überwachung durch die Stasi ausgesetzt waren oder als inoffizieller Mitarbeiter geworben werden sollten, um von den Spielen des FCM Berichte zu verfassen. Mit den sportlichen Abstiegen nach der Wende ging das Interesse der Fans zurück. Erst mit dem Aufschwung ab Ende der 1990er bildeten sich wieder vereinzelte neue Fanclubs, oder ältere zwischenzeitlich aufgelöste schlossen sich wieder zusammen. Ein starker Anstieg ist seit der Eröffnung des neuen Stadions zu verzeichnen, zurzeit (Stand: Mai 2018) sind 100 Fanclubs offiziell registriert.

Nach der Insolvenz im Jahr 2002 erfolgte die Gründung des „Fanrates Magdeburg e. V.“ Die Fans wollten mehr Einfluss auf die Vereinsarbeit nehmen, um ähnliche Situationen in Zukunft zu vermeiden und um die Interessen der FCM-Fans gewichtig zu vertreten. Der Fanrat unterstützt den Verein seither finanziell und organisatorisch. So wurden um Werbepartner für das Programmheft geworben, Nachwuchsmannschaften an den Spieltagen betreut, Trikotsätze organisiert und verschiedene Spenden- und Sammelaktionen für den FCM und andere gemeinnützige Zwecke unterstützt. Des Weiteren stiftete der Fanrat das Heinz-Krügel-Denkmal, welches seit August 2014 vor dem Stadion steht. Mitglieder des Fanrates betreuen seit mehr als zehn Jahren den Verkaufsstand des FCM auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt.

Das „Fanprojekt Magdeburg e. V.“ wurde 1990 als erstes Fanprojekt in Ostdeutschland gegründet. Aufgrund fehlender öffentlicher Mittel wurde die offizielle Fanprojekt-Arbeit gegen Ende der 1990er Jahre eingestellt.

Das neue „Fanprojekt Magdeburg“ wurde 2008 gegründet und wird vom „Paritätischen Wohlfahrtsverband Sachsen-Anhalt“ finanziell getragen. Als wichtigste Aufgabe wird die Betreuung von Jugendlichen und Fans gesehen.

Seit 2000 organisiert die Blue Generation zu bestimmten Spielen oder Anlässen szenetypische Aktionen wie z. B. Choreographien und stellt einen Vorsänger zur akustischen Unterstützung der Mannschaft.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernd Gottschalck: Das Magdeburger Wunder in Rotterdam: Fußball-Geschichte des 1. FC Magdeburg von 1947–1999. Ziethen, Harry, 1999, ISBN 978-3-932090-65-3.
  • Annett Gröschner: Sieben Tränen muß ein Clubfan weinen. 1. FC Magdeburg – eine Fußballegende. Kiepenheuer, Leipzig 1999, ISBN 3-378-01038-X.
  • Volkmar Laube, Hans-Joachim Malli: 1. FC Magdeburg – Mein Club. ESV Verlags-Gesellschaft, Magdeburg 2000, ISBN 3-930794-02-0.
  • Volkmar Laube, Roland Uhl: Blau-Weißes Lexikon. 40 Jahre 1. FC Magdeburg. MDprint, Magdeburg 2005, ISBN 3-9808508-5-4.
  • Volkmar Laube, Roland Uhl: Vom Bosporus bis Bordeaux. Blau-Weiße EC-Geschichte. Alle Spiele, alle Tore. MDsport, Magdeburg 2008, ISBN 978-3-930794-06-5.
  • Hans-Joachim Malli, Peter Skubowius: 1. FC Magdeburg – vom Käse im Kuip, einem Tor für die Ewigkeit und der langen Rückkehr in den Profifußball. Herkules, Magdeburg 2015, ISBN 978-3-945608-06-7.
  • Jente Knibbiche: 1. FC Magdeburg, Berlin 2016, ISBN 978-3-944068-51-0 (= Bibliothek des deutschen Fußballs, Band 7)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b 1.FC-Magdeburg.de: Aktuelle Mitgliederzahlen
  2. 1.FC-Magdeburg.de: Stadion
  3. 1.FC-Magdeburg.de: Satzung des 1. FC Magdeburg
  4. 1.FC-Magdeburg.de: 1. FC Magdeburg gliedert Profiabteilung aus
  5. 1.FC-Magdeburg.de: Die Historie des 1. FC Magdeburg
  6. 1.FC-Magdeburg.de: 1. FC Magdeburg schreibt Vereinsgeschichte
  7. RP-Online.de: Insolvenz: 1. FC Magdeburg vor dem Zwangsabstieg
  8. 1.FC-Magdeburg.de: 1. FC Magdeburg verpasst Aufstieg
  9. DFB.de: Paul Linz neuer Trainer beim 1. FC Magdeburg
  10. MZ-Web.de: Paul Linz wird neuer FCM-Trainer
  11. MZ-Web.de: Führungschaos beim 1. FC Magdeburg
  12. MZ-Web.de: Volker Rehboldt zieht den Schlussstrich
  13. Kicker.de: FCM-Präsident tritt zurück
  14. Sportfotos.MD.de: Detlef Ullrich beim 1. FC Magdeburg freigestellt
  15. Kicker.de: Ullrich von seinen Aufgaben entbunden
  16. Tagesspiegel.de: Daniel Bauer nach Bedrohung vor FCM-Abschied
  17. Sportfotos.MD.de: Andreas Petersen neuer FCM-Trainer
  18. Kicker.de: Andreas Petersen übernimmt Magdeburg
  19. 1.FC-Magdeburg.de: Vertrag mit Andreas Petersen wird nicht verlängert
  20. Volksstimme.de: Jens Härtel übernimmt den FCM
  21. Kicker.de: Jens Härtel übernimmt FCM
  22. Volksstimme.de: Härtel muss Lösungen finden
  23. Spiegel.de: Magdeburg schlägt Offenbach und steigt auf
  24. Bild.de: FCM steigt auf
  25. MDR.de: Der organisierte Aufstieg
  26. SVS1916.de: Hammann wechselt nach Sandhausen
  27. 1.FC-Magdeburg.de: 1. FC Magdeburg beruft Assistent der Geschäftsführung
  28. Volksstimme.de: Maik Franz kehrt zum 1. FC Magdeburg zurück
  29. 1.FC-Magdeburg.de: FCM verabschiedet acht Spieler
  30. Kicker.de: Derby Magdeburg gegen Halle ohne Zuschauer
  31. Focus.de: Magdeburger Stadtrat stimmt für Stadionumbau
  32. Sportschau.de: Magdeburg ist Meister
  33. MDR.de: Magdeburg krönt sich zum Meister
  34. Bild.de: Die irre Meister-Party des 1. FC Magdeburg
  35. MDR.de: DFB ehrt Härtel und Türpitz
  36. MDR.de: Magdeburg verteidigt den Titel
  37. Volksstimme.de: FCM präsentiert sechs Neuzugänge
  38. ksta.de: Umstrukturierung: Kallnik neuer Geschäftsführer
  39. 1.FC-Magdeburg.de: sunmaker neuer Trikotpartner des 1.FC Magdeburg abgerufen am 26. Juni 2018
  40. Der Tagesspiegel.de: Beckenbauer eröffnet neue Magdeburger Arena
  41. MZ-Web.de: Rückkehr zum FCM: Sören Osterland soll Magdeburger Nachwuchsarbeit vorantreiben
  42. noz.de: Magdeburg feiert Meisterschaft
  43. Volksstimme.de: Kallnik zeigt klare Kante
  44. Kicker.de: Magdeburg will Punkte freiwillig abgeben
  45. Bild.de: FCM-Sportchef droht eigenen Fans
  46. 1.FC-Magdeburg.de: Zuschauer-Teilausschluss auf Bewährung und 40.000 Euro Geldstrafe für den 1. FC Magdeburg
  47. Volksstimme.de: Empfindliche Strafe für den FCM
  48. Volksstimme.de: FCM geht gegen Urteil vor
  49. MZ-Web.de: FCM legt Einspruch ein
  50. liga3-online.de: 1. FC Magdeburg verzichtet auf Einspruch
  51. MDR.de: Wie der Fall Hannes die Fußballwelt berührt hat
  52. MDR.de: Hoffnung auf gewaltlosen Neuanfang enttäuscht
  53. MZ-Web.de: Tod von Hannes S. Müssen HFC-Fans in Magdeburg Übergriffe fürchten?
  54. Bild.de: Die Pyro Schande von Rostock

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: 1. FC Magdeburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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Informationen TrainerSpieler
Stadien MDCC-ArenaErnst-Grube-StadionHeinrich-Germer-Stadion
Saisons 2017/18 • 2018/19
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