Lyssavirus

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Lyssavirus
Rabies Virus EM PHIL 1876.JPG

Tollwut-Viren in einer Zelle, Elektronenmikroskop.

Systematik
Klassifikation: Viren
Realm: Riboviria[1][2]
Reich: Orthornavirae[2]
Phylum: Negarnaviricota
Subphylum: Haploviricotina
Klasse: Monjiviricetes
Ordnung: Mononegavirales
Familie: Rhabdoviridae
Gattung: Lyssavirus
Taxonomische Merkmale
Genom: (−)ssRNA linear unsegmentiert
Baltimore: Gruppe 5
Symmetrie: helikal
Hülle: vorhanden
Wissenschaftlicher Name
Lyssavirus
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Lyssavirus ist eine Gattung Viren, die zu der Familie Rhabdoviridae in der Ordnung Mononegavirales gehört. Ein bekannter Vertreter dieser Gattung ist das Rabiesvirus, welches die Tollwut auslöst.

Lyssaviren besitzen einzelsträngige RNA mit negativer Polarität als Genom.

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lyssaviren haben eine helikale Symmetrie, die Virionen haben eine zylindrische Gestalt. Dies steht im Gegensatz zu anderen Viren, die den Menschen befallen, die normalerweise eine kubische Symmetrie haben.

Lyssaviren haben eine längliche Gestalt, besitzen eine Virushülle mit so genannten „Spikes“ (Ausstülpungen). Unterhalb der Hülle ist eine Schicht aus Matrixprotein, welche den Kern des Viruspartikels (Virions) aus helikalem Ribonukleoprotein bedeckt.

Genotypen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lyssaviren werden herkömmlich in insgesamt sieben Genotypen klassifiziert. Diese sieben Genotypen werden in zwei Phylogruppen unterteilt:

  • Phylogruppe 1
  • Phylogruppe 2

Die Gruppe 1 enthält die Genotypen 1, 4, 5, 6, und 7, während die Gruppe 2 die Genotypen 2 und 3 enthält. Ausgenommen Genotyp 2, sind bei allen anderen oben aufgezählten Genotypen Tollwutfälle beim Menschen beschrieben. Zur Analyse wurde das Glykoprotein G genommen, da dieses als Antigen relevant ist. Diese Erkenntnis erklärt auch, wieso Impfstoffe gegen das Rabiesvirus (Typ 1) nicht gegen Viren der Gruppe 2 wirksam sind.[3]

Vier weitere Genotypen wurden beschrieben, dies sind Aravan Virus (1991), Khujand virus (2001), West Caucasian bat lyssavirus (2002), und Irkut virus (2002).[4]

Taxonomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gattung Lyssavirus besteht nach ICTV mit Stand November 2018 taxonomisch aus den folgenden 16 Spezies:[5]

Kolorierte TEM-Aufnahme des Australischen Fledermaus-Lyssavirus (ABLV). Die kugelförmigen Objekte sind die Virionen, von denen einige von ihrer Wirtszelle abknospen.
  • Genus Lyssavirus

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ICTV Master Species List 2018b.v2. MSL #34, März 2019
  2. a b ICTV: ICTV Taxonomy history: Akabane orthobunyavirus, EC 51, Berlin, Germany, July 2019; Email ratification March 2020 (MSL #35)
  3. Badrane H, Bahloul C, Perrin P, Tordo N: Evidence of two Lyssavirus phylogroups with distinct pathogenicity and immunogenicity. In: J. Virol.. 75, Nr. 7, April 2001, S. 3268–76. doi:10.1128/JVI.75.7.3268-3276.2001. PMID 11238853. PMC 114120 (freier Volltext).
  4. Kuzmin IV, Hughes GJ, Botvinkin AD, Orciari LA, Rupprecht CE: Phylogenetic relationships of Irkut and West Caucasian bat viruses within the Lyssavirus genus and suggested quantitative criteria based on the N gene sequence for lyssavirus genotype definition. In: Virus Res.. 111, Nr. 1, Juli 2005, S. 28–43. doi:10.1016/j.virusres.2005.03.008. PMID 15896400.
  5. ICTV: Master Species List 2018a v1, MSL including all taxa updates since the 2017 release. Fall 2018 (MSL #33)