Mörsenbroicher Ei

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Mörsenbroicher Ei
Wappen der Landeshauptstadt Duesseldorf.svg
Platz in Düsseldorf
Mörsenbroicher Ei
Blick nach Südosten Richtung Heinrichstraße
Basisdaten
Ort Düsseldorf
Ortsteil Mörsenbroich


Einmündende Straßen Sankt-Franziskus-Straße, Mörsenbroicher Weg, Heinrichstraße, Brehmstraße, Münsterstraße, Grashofstraße
Nutzung
Nutzergruppen Fußverkehr, Radverkehr, Autoverkehr, ÖPNV
Platzgestaltung Straßenkreuzung mit diversen Ampelanlagen
Technische Daten
Platzfläche 12.000 m²

Das Mörsenbroicher Ei (Aussprache: Mörsenbroocher) verknüpft drei Bundesstraßen und drei weitere Durchgangsstraßen miteineinder. Es ist einer der meistbefahrenen Knotenpunkte der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf und liegt im Stadtteil Mörsenbroich.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Namensbestandteil „Ei“ stammt aus nicht realisierten Planungen zur Verbesserung der Verkehrsführung. Einem in einer Denkschrift von 1955 skizzierten Konzept folgten Detailpläne, die den Bau einer in Form eines Ovals geschlossenen Hochbrücke präzisierten. Über diese Brücke sollten Autos auf einer zweiten Ebene von den übrigen Verkehrsteilnehmern (Straßenbahnen, Fahrradfahrer, Fußgänger) getrennt in einen Kreisverkehr den Knotenpunkt passieren.[1]

Individualverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über das Mörsenbroicher Ei führt die einzige große Ost-West-Verbindungsstraße am nördlichen Rand der Innenstadt und fließt fast der gesamte Verbindungs- und Pendlerverkehr aus dem mittleren und westlichen Ruhrgebiet sowie der gesamte Verkehr zwischen der Innenstadt und dem Stadtteil Rath. Aus diesem Grund sind bereits seit den 1960er Jahren alle Zufahrten – häufig auch außerhalb der Hauptverkehrszeit – von langen Staus oder zähflüssigen Verkehr betroffen. Deshalb ist das Mörsenbroicher Ei auch weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt geworden.

Beschreibung des Knotenpunktes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Mörsenbroicher Ei besteht genau genommen aus zwei Teilkreuzungen: Östlich treffen

  • die Brehmstraße aus südlicher Richtung (B 8),
  • die Heinrichstraße aus südöstlicher Richtung (B 7),
  • der Mörsenbroicher Weg aus östlicher Richtung und
  • die Sankt-Franziskus-Straße aus nordöstlicher Richtung

zusammen. Im westlichen Teil kreuzen sich die

  • Heinrichstraße aus südöstlicher Richtung (B 7),
  • Grashofstraße aus nordwestlicher Richtung (Fortsetzung der Heinrichstraße; B 1, B 7 und B 8) sowie
  • Münsterstraße (Richtung Südwest–Nordnordost).

Am westlichen Ende der Kreuzung zweigt die B 1 nach Norden ab und geht heute nach etwa einem Kilometer in die Autobahn A 52 über. Der südliche Abschnitt im Verlauf der B 1 heißt noch offiziell Nördlicher Zubringer. Im Volksmund wird dieser Name aber häufig für die gesamte Strecke bis zum heutigen Autobahnkreuz Breitscheid, die seit 1937 Düsseldorf mit der heutigen A 3 verbindet, verwendet.

Öffentlicher Nahverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Mörsenbroicher Ei ist auch ein wichtiger Knotenpunkt des Öffentlichen Personennahverkehrs. Die Haltestelle Heinrichstraße wird von der Stadtbahnlinie U71, den Straßenbahnlinien 701 und 708, der Schnellbus-Linie SB55 und sieben weiteren Buslinien bedient. Die Bahn- und Bussteige befinden sich südwestlich, an der Münsterstraße nordwestlich und an der Heinrichstraße nordöstlich des ARAG-Hochhauses, das auch von den Bahnen, deren Fahrt hier endet (alle Fahrten der Linie 708 und einige Fahrten der Linien U71 und 701), umfahren wird.

Gebäude und Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südlich des Knotens zwischen der Münster- und Brehmstraße steht das 2001 fertiggestellte ARAG-Hochhaus, das mit einer Höhe von 125 Meter das höchste Bürogebäude Düsseldorfs (Stand 28. Mai 2018) ist. Zuvor stand hier das 1963 bis 1966 erbaute Stufenhauses, welches 1991 bis 1992 wieder abgerissen wurde. Weitere sehenswerte Gebäude am Mörsenbroicher Ei, die auch unter Denkmalschutz stehen, sind das 1956 erbaute Ehemalige ARAG-Hauptverwaltungsgebäude und die 1928 bis 1929 gebaute katholische Kirche St. Franziskus Xaverius. Mit der evangelischen Dankeskirche gab es zwischen 1950 und 1960 ein zweite Kirche am Mörsenbroicher Ei, deren Standort ebenfalls mit dem des ARAG-Hochhauses übereinstimmt. An der südwestlichen Seite wurde eine Neubebauung mit kleingewerblicher Nutzung erstellt.

Der Kittelbach, ein Nebenarm der nördlichen Düssel, unterquert den Knotenpunkt in einem Tunnel. Östlich und westlich des Mörsenbroicher Ei wird er oberirdisch zwischen den beiden Richtungsfahrbahnen der Heinrich- und Grashofstraße geführt.

Quelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stefan Lage: Stau am Mörsenbroicher Ei. In: Harald Frater (Hrsg.): Der Düsseldorf Atlas. Emons, Köln 2004, ISBN 3-89705-355-1, S. 102–103.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mörsenbroicher Ei – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. WDR Lokalzeit Düsseldorf 28.05.2018, Interview mit Cornelia Zuschke in der Reihe „Hamzi'ne Frage“

Koordinaten: 51° 15′ 2″ N, 6° 48′ 5″ O